Ralf und Gesine Rademacher, Wolfgang Schaller (alle von den Klosterfreunden) und Gutsverwalterin Greta von Witzleben begutachten den Klosterbezirk - sie wollen insbesondere die Ruine vor dem Verfall bewahren. Foto: Konczak Ralf und Gesine Rademacher, Wolfgang Schaller (alle von den Klosterfreunden) und Gutsverwalterin Greta von Witzleben begutachten den Klosterbezirk - sie wollen insbesondere die Ruine vor dem Verfall bewahren. Foto: Konczak
Bestandsaufnahme

Klosterfreunde wollen Ruine vor Verfall bewahren

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Da einige Sportler die Fassade der Klosterruine regelmäßig als Kletterwand nutzen, ist das Mauerwerk gelockert. Weitere Fremdnutzer tun ihr Übriges. Die Klosterfreunde wollen den Verfall im Klosterbezirk nun stoppen.

Die Liste der Mängel und Gefahren ist lang: Starke Auswaschungen entlang der Wege werden zu Stolperfallen, von der Fischtreppe bröckeln Steine ins Wasser und die Brücke über die Bäke müsste auch neu gemacht werden.

Der Architekt und Klosterfreund Klaus Rademacher hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, den Ratsfraktionen und der Gutsverwaltung den Ist-Zustand des Klosterbezirks aufgenommen.  Herausgekommen ist eine 120 Seiten starke Bestandsaufnahme.

Möglicherweise bekommt das Areal eine Umzäunung

Die Mitglieder des Vereins „Freunde des Klosters“ halten insbesondere die Maßnahmen für die Ruine als besonders dringend: Lockere Steine gefährden andere Besucher.

Ein Grund sei laut Rademacher, dass die vorgesetzte Mauerschale unsachgemäß ausgebessert worden ist. „Muschelkalk und Zementmörtel vertragen sich nicht. Die Schale platzt ab“, so der Architekt. Eine weitere Ursache sind die Fassadenkletterer und andere Fremdnutzer, wie Pokemon Go-Spieler und Geocaching-Fans, die die Kulisse für ihre Zwecke nutzen.

Eine Maßnahme, die laut Rademacher auch von der Polizei empfohlen wird: Das Areal bekommt einen Zaun. „Der Eingang des Museums kann verlegt werden, sodass man das Gelände nur noch darüber zugänglich macht“, sagt Rademacher. Gutsverwalterin Greta von Witzleben betont, dass niemand ausgesperrt werden soll.

Klosterfreunde hoffen auf Unterstützung von der Gemeinde

Vielmehr gehe es darum, die Würde des Ortes zu erhalten. Zudem sei die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben, betont Wolfgang Schaller von den Klosterfreunden.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Denkmal und das Areal auf Dauer zu erhalten. Die Mitglieder hoffen, dass das Land, der Kreis und die Gemeinde sie dabei unterstützen. Auch von der Denkmalpflege könnte eine Förderung kommen.

Welche Maßnahmen von der Gemeinde übernommen werden, steht allerdings noch nicht fest. „Die Bestandsaufnahme liegt gerade bei der Gemeinde“, sagt Schaller. „Für konkrete Ergebnisse müssen wir die Entscheidung des Rates abwarten“, ergänzt Gesine Rademacher von den Klosterfreunden. Sie hofft auf eine Lösung bis zur neuen Saison.

Verein plant Terassen-Klostergarten und Spielplatz

Der Klosterbezirk rund um die Ruine ist Aushängeschild für die Gemeinde und die Region. Allein im vergangenen Jahr sind mehr als 10.000 Besucher vor Ort gewesen, wobei auch die Gäste der zahlreichen Hochzeiten mit eingeschlossen sind. Im Jahr 1987 ist die Ruine  auf Liste der Baudenkmäler von besonderer nationaler und kultureller Bedeutung aufgenommen worden.

Seitens der Klosterfreunde gibt es noch weitere Verbesserungsvorschläge für das Areal. Immer wieder kommt es bei den Empfängen der Hochzeiten zu Menschenanhäufungen und die Straße wird blockiert.

„Das möchten wir gerne entzerren. Dafür könnte ein Terassen-Klostergarten angelegt werden“, sagt Schaller.  Dort könnten dann die Paare ihre Empfänge abhalten. Auch ein Mehrgenerationenspielplatz ist geplant.

Vortrag über die Entwicklung im Klosterbezirk

Geht es nach Gutsverwalterin Greta von Witzleben sollte es auch einen zentralen Ansprechpartner für das Areal geben – eine Art Manager mit Hausmeisteraufgaben. „Rund um das Kloster gibt es mit Gemeinde, Klosterfreunden und Gutsverwaltung zu viele Ansprechpartner“, so von Witzleben.

Vor der nächsten Mitgliederversammlung der Klosterfreunde am Dienstag, 25. Oktober, hält Klaus Rademacher einen Vortrag über die Erhaltung und Entwicklung der Gebäude und Denkmäler im Klosterbezirk. Dabei geht er auch auf die Ergebnisse der Bestandsaufnahme ein.

Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der Klosterschänke, Von-Witzleben-Allee 3. Bei der anschließenden Versammlung soll der Verein einen neuen Vorstand bekommen. Nach dem Tod der ehemaligen Vorsitzenden Elge Gerdes-Röben ist er derzeit führungslos.

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