Martin Luther hat vor 500 Jahren mit seinem Reformationstag eine Revolution gefeiert. Ihm zu Ehren fordert die CDU jetzt, den Reformationstag zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen. Symbolfoto/Wikipedia Martin Luther hat vor 500 Jahren mit seinem Reformationstag eine Revolution gefeiert. Ihm zu Ehren fordert die CDU jetzt, den Reformationstag zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen. Symbolfoto/Wikipedia
Pro und Contra

Soll der Reformationstag zum Feiertag werden?

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Dass Bremen ein zusätzlicher Feiertag gut tun würde, davon sind Linke und CDU überzeugt. Doch ob dafür der Reformationstag genutzt werden muss, sorgt für Diskussion. Die Linke fordert einen konfessionslosen freien Tag.

Pro: „Richtiges Signal für Glaubensfreiheit“

Elisabeth Motschmann, Foto: CDU

Das Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass, um den Reformationstag ab 2017 dauerhaft zu einem gesetzlichen Feiertag in Deutschland zu machen. Es wird der Bedeutung Martin Luthers nicht gerecht, wenn man den 31. Oktober 2017  nur einmalig zum Feiertag erklärt.

Die Reformation war eine der größten Revolutionen überhaupt. Mit der Bibelübersetzung legte Martin Luther den Grundstein für die deutsche Schriftsprache. Seine berühmte Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ trug maßgeblich dazu bei, dass in unserem Kulturkreis Meinungs-, Rede- und Glaubensfreiheit zu Grundrechten wurden.

Diese Grundrechte und Werte waren und sind nicht selbstverständlich, weder in der Geschichte noch in unserer Zeit. Meinungs-, Rede und Glaubensfreiheit werden immer wieder bedroht. Es ist sinnvoll und wichtig, sich auf freiheitliche und religiöse  Werte und Traditionen zu besinnen. Es wäre ein richtiges Signal, den Reformationstag über das Jubiläumsjahr hinaus als gesetzlichen Feiertag zu verstätigen.

Elisabeth Motschmann, Bundestagsabgeordnete der CDU Bremen

 

Contra: „Trennung von Kirche und Staat“

Peter Erlanson, Foto: Die Linke

Bremen hat am wenigsten gesetzliche Feiertage – drei weniger als Bayern. Die Linke ist grundsätzlich für weitere Feiertage. Allerdings muss es nicht der Reformationstag am 31. Oktober sein, der an Martin Luther erinnert.

Luthers Positionen gegenüber anderen Religionen und Minderheiten sollten kritisch betrachtet werden. Die Veranstaltungen zum 500. Jubiläum der Reformation im kommenden Jahr bieten Gelegenheit dafür. Zudem sind heute nur noch 28 Prozent der Bremerinnen und Bremer Mitglied der Evangelischen Kirche. Deshalb wollen wir einen neuen Feiertag nicht an bestimmten Konfessionen orientieren.

Der Internationale Frauentag am 8. März oder ein Feiertag am 8. Mai – Tag der Befreiung vom Faschismus – wären eindeutig die bessere Wahl. Darüber hinaus sind wir für eine stärkere Neutralität des Staates in Fragen von Religions- und Glaubensfreiheit, bis hin zu einer laizistischen Trennung von Staat und Kirche.

Peter Erlanson, religionspolitischer Sprecher, Die Linke Bremen

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