Aus dem ehemaligen Gebäude der Wäscherei Oelkers soll ein Bordell werden. Foto: Schlie Aus dem ehemaligen Gebäude der Wäscherei Oelkers soll ein Eros-Center werden. Foto: Schlie
Bordell

Bremens erstes Eros-Center bald in der Neustadt?

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Bremen könnte sein erstes Laufhaus bekommen – und zwar in der Neustadt. Direkt an der Ochtum steht die Oelkers-Villa, für die jetzt eine Nutzungsänderung beantragt worden ist. Dort soll ein Eros-Center eröffnen.

Zuletzt hatte die Nachricht, dass in einem Haus am Buntentorsteinweg „erotische Massagen mit Beischlaf“ angeboten werden sollen, in der Neustadt für Aufregung gesorgt. Anwohner und Gewerbetreibende hatten gegen die Pläne mobil gemacht.

Tatsächlich hat der Antragsteller damals von seiner Genehmigung am Ende keinen Gebrauch gemacht. Das Gebäude steht nach wie vor leer.

Erstes Eros-Center in Bremen

Was sich jetzt aber an der Duckwitzstraße 69 anbahnt, ist noch eine Nummer größer. Von einem „Eros-Center“ ist da die Rede. Ein Etablissement wie dieses wäre neu in Bremen. Denn ein Laufhaus gibt es in der Hansestadt bis jetzt noch nicht.

Die Oelkers-Villa, ursprünglich das Verwaltungsgebäude einer Wäscherei, war vor einiger Zeit auch einmal für die Unterbringung von Flüchtlingen im Gespräch. Nach den Plänen des künftigen Eros-Center-Betreibers sollen stattdessen in den 24 Zimmern auf zwei Stockwerken demnächst sexuelle Dienstleistungen angeboten werden.

Barbereich mit Lounge im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss ist nach Informationen des WESER REPORTs ein Barbereich mit Tresen und Lounge geplant. Von diesem Bereich sollen die Zimmer abgehen, die mit Doppelbett und Waschbecken ausgestattet sind. Ein entsprechender Antrag auf Nutzungsänderung soll bei der Stadt eingegangen sein.

Dass es Pläne für eine solche Nutzung der Oelkers-Villa gibt, hat auch Ingo Mose (Grüne), stellvertretender Sprecher des Beirats Neustadt, in der vergangenen Beiratssitzung angedeutet. Er bestätigte, dass es eine entsprechende Bauakte gibt, mit der sich auch der Bauausschuss schon befasst hat.

Gerücht macht in der Neustadt die Runde

Eigentlich werden Bauvorhaben wie diese ausschließlich hinter verschlossenen Türen in nichtöffentlichen Sitzungen besprochen. In der Neustadt mache das Gerücht über ein Bordell an der Duckwitzstraße aber bereits die Runde, so Mose.

„Da macht es keinen guten Eindruck, wenn der Beirat das unter Verschluss hält.“ Er ließ keinen Zweifel daran, dass man das Vorhaben von Beiratsseite kritisch beäugt. Das hat vor allen Dingen einen Grund.

Politiker befürchten kriminellen Hintergrund

„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass organisierte Kriminalität dahinter steckt“, sagte Mose in der Beiratssitzung. Bisher handele es sich bei dieser Vermutung nur um Gerüchte. Diese nehme der Bauausschuss des Beirats aber ernst und habe deshalb den Bausenator aufgefordert, dieser Befürchtung ausdrücklich nachzugehen.

Zu dieser Vermutung will sich die Polizei noch nicht äußern. Nach der Beiratssitzung hätten sich mehrere Personen, die dort von den Bordell-Plänen mit angeblich kriminellem Hintergrund erfahren haben, bei der Polizei gemeldet.

Polizei gibt keine Auskünfte

„Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu dem Sachstand der Prüfung – und bislang befinden wir uns lediglich in diesem Stadium – keine Auskünfte geben können“, so Präsidialstabs-Leiter Lars van Beek.

Auf Nachfrage, ob ein Bordellbetrieb an der Duckwitzstraße 69 baurechtlich überhaupt möglich ist, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Bauressorts: „Es handelt sich laut Bebauungsplan von 1987 um ein Gewerbegebit. Anders als heute wurde damals noch nicht zwischen Gewerbe- und Vergnügungsunternehmen unterschieden, so dass an dieser Stelle auch ein Bordell genehmigungsfähig wäre.“

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