In Bremen ist die Zahl der Menschen, denen der Strom abgestellt wurde, erstmals zurück gegangen. Symbolfoto/pixabay In Bremen ist die Zahl der Menschen, denen der Strom abgestellt wurde, erstmals zurück gegangen. Symbolfoto/pixabay
Energiesperren

Bremen hat weniger Stromanschlüsse abgestellt

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Die Zahl der Energiesperren ist in Bremen zum ersten Mal seit Jahren gesunken. Das teilt die Swb am Donnerstag mit. Der Grund dafür sei ein gut funktionierendes Bündnis, das eingreife, bevor Schuldner im Dunkeln sitzen.

In Bremen haben bis November des  vergangenen Jahres 6.386 Menschen ihre Stromrechnungen und Mahnungen so lange nicht bezahlt, bis die swb ihnen den Strom abgestellt hat. Die Zahl dieser Energiesperren ist in diesem Jahr bisher rückläufig: 2016 hat der Energieversorger bisher nur 5.915 Menschen die Leitungen gekappt, das sind 7,4 Prozent weniger.

„Der Erfolg ist auf die für Bremen bisher einmalige Kooperation zwischen öffentlichen Stellen, Verbraucherschutzorganisationen und swb zurückzuführen. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass ein offener Austausch dazu beiträgt, bisherige Sichtweisen und Abläufe korrigieren, verbessern und teilweise sogar aufeinander abstimmen zu können“, erklärten die Mitglieder des runden Tisches „Energiesperren vermeiden“.  

Informationskampagne „Zappenduster“ hilfreich

Im Herbst 2014 kamen auf Initiative von swb die Vertreterinnen und Vertreter der Sozialämter, Jobcenter, Verbraucherzentrale, Schuldnerberatungen, Aktionsgemeinschaft arbeitsloser Bürgerinnen und Bürger e.V. (agab) sowie des Sozial- und Umweltressorts erstmals am Runden Tisch zusammen. Das Ergebnis der erarbeiteten Maßnahmen wurde im November 2015 mit der Kampagne „Zappenduster!“, mit mehrsprachiger Website und Hotline, vorgestellt, die schnelle Hilfe für Betroffene von Energie- und Wassersperren verspricht. Nach einem Jahr zeigen sich jetzt laut Bündnis erste Erfolge.

„Die gemeinsame Arbeit war sehr aufwändig. Aber sie hat sich gelohnt. Die Beteiligten des Runden Tisches haben gegenseitiges Verständnis entwickelt. Was aber viel wichtiger ist, wir sehen erste Erfolge“, fasst Iris Klauck, Projektleiterin bei der swb AG, die Ergebnisse aus einem Jahr „Zappenduster!“ und zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten des Runden Tisches zusammen.

Auslöser für die Trendwende seien neben der Informationskampagne „Zappenduster“ vor allem die Prozessveränderungen bei swb, wie die Verkürzung von Mahn- und Sperrfristen, die Flexibilisierung der Ratenhöhen und auch die Interventionsmöglichkeiten für die beteiligten Organisationen des Runden Tisches, die anhand vereinbarter Kommunikationswege und von Formularen den Sperrprozess unterbrechen können.

Betroffene kommen oft, wenn es zu spät ist

Dietlind Heller vertritt das Sozialressort, Referat 33 Existenzsicherung, am Runden Tisch: „Die Zusammenarbeit der Akteure des Runden Tisches knüpft an den lange bestehenden Austausch zwischen swb, Sozialämtern und Jobcentern an und konnte dank ‚Zappenduster!‘ noch intensiviert und verbessert werden.“

Trotz der positiven Tendenz, Betroffenen schneller helfen und vorhandene Hilfsangebote besser ausschöpfen zu können, stelle dass Sozialressort fest, dass die Mehrheit nach wie vor erst kommt, wenn eine Sperre bereits vorliegt.

Deshalb sollen die Info-Faltblätter demnächst frühzeitiger und über Multiplikatoren in die Haushalte gelangen, um bei drohenden wie auch ausgeführten Energie- und Wassersperren schneller aktiv werden zu können. Die Webseite werde im Durchschnitt von 190 Menschen im Monat besucht, die Hotline werde von durchschnittlich 130 Menschen im Monat angerufen. 

 

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