Diese SMS sind von einem psychisch kranken Mann in Berlin verschickt worden. Mit den Salafisten der "Lies!"-Stiftung hat der nichts zu tun, sagt der Verfassungsschutz. Foto: Verbraucherzentrale Bremen
Ermittlungen:

Höllenfeuer-Droh-SMS kamen von psychisch Krankem

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In Bremen hatten mehrere Menschen SMS bekommen, in denen ihnen mit dem Höllenfeuer gedroht wurde, wenn sie keinen Koran bestellen. Jetzt ist klar: Der Verfasser hat mit den Koranverteilern nichts zu tun.

Die SMS klangen bedrohlich: “Bei Nichtkonvertierung zum Islam droht dir das Höllenfeuer! Wenn du eine Koranübersetzung haben möchtest, folge dem Link…“. Mehrere Bremer hatten sich bei der Verbraucherzentrale beschwert, weil sie es mit der Angst zu tun bekamen. 

Der Absender gab sich als Mitglied der „Lies!“-Stiftung aus. Diese Stiftung ist Anfang November vom Bundesinnenminister verboten worden, weil sie von Salafisten gegründet wurde, die mit ihren Koranverteilungskampagnen in deutschen Innenstädten Mitglieder rekrutieren wollten. 

„Der Verfasser der Droh-SMS hat mit der „Lies!“-Stiftung nichts zu tun“, erklärt jetzt Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin der Bremer Innenbehörde. Der WESER REPORT hatte sie über die in der Hansestadt kursierenden SMS informiert, daraufhin hat der Verfassungsschutz ermittelt. 

Psychisch kranker Mann ist schuldunfähig

Ergebnis: „Die SMS sind von einem psychisch kranken Mann aus Berlin verschickt worden“, so Gerdts-Schiffler. Der Mann sei den Berliner Behörden bereits bekannt. „Er versendete schon mehrfach SMS mit Inhalten, über die er keine Verfügung hat, wie etwa das „Höllenfeuer“, sagt die Sprecherin. 

Weil der Mann aufgrund seiner Erkrankung nicht schuldfähig ist, erwartet ihn voraussichtlich keine Strafe, erklärt die Innenbehörde. Woher der Berliner die Telefonnummern hat, an die er seine SMS verschickte, sei noch unklar. „Vermutlich hat er sie teilweise Telefonbüchern entnommen, das wird noch ermittelt“, sagt Gerdts-Schiffler. 

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