„Seltener Vogel“ von 1987 (Öl auf Leinwand, 50 x 40 Zentimeter)Fotos: Archiv Werner Zöhl Ausschnitt aus dem Gemälde „Seltener Vogel“ von Werner Zöhl aus dem Jahr 1987 (Öl auf Leinwand, 50 x 40 Zentimeter). Fotos: Archiv Werner Zöhl
Fischerhude

Künstler-Lebenswerk in Fischerhude zu sehen

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Der Fischerhuder Künstler Werner Zöhl wäre im November 90 Jahre alt geworden. Eine Auswahl seiner Werke ist nun in einer Ausstellung im Museum „KaFF“ zu sehen. Die Eröffnung ist am Sonntag, 11. Dezember.

„Es ist die erste richtig thematische Ausstellung“, die im „KaFF“ – dem Museum „Kunst am Fluss Fischerhude“ – gezeigt wird, sagt Caroline Zöhl. Sie ist die Tochter des 2012 verstorbenen Fischerhuder Malers Werner Zöhl, dessen Werke nun ausgestellt werden.

„Unbeirrt“ lautet der Titel der Ausstellung. „Sein Ruf des Unbeirrten setzte sich fest“, sagt Zöhl über ihren Vater. Denn er sei nicht „mit den aktuellen Moden der Zeit mitgegangen“, sondern habe stets seinen eigenen Stil verfolgt.

„Die Besucher erwartet eine Präsentation der Lebenswerke meines Vaters“, so Zöhl. Geordnet ist die Ausstellung nach seiner künstlerischen Entwicklung seit den 1940er Jahren und seinen verschiedenen Werkphasen. Anlass ist der 90. Geburtstag des Malers, den er am 17. November gefeiert hätte.

Fast 50 Jahre in Fischerhude gearbeitet

Von 1964 bis zu seinem Tod lebte Werner Zöhl in Fischerhude. Aufgewachsen in Stendal, lernte er dort seinen Lehrer und Mentor, den expressionistischen Maler Erwin Hahs kennen. Als Schüler malte Zöhl zunächst selbst expressionistische Bilder. 1944 wurde er Soldat und kam nach englischer Kriegsgefangenschaft 1948 nach Bremen.

Dort heiratete er 1955 seine Frau Margarethe, die heute im Alter von 87 Jahren das „KaFF“ leitet. In Bremen war Zöhl erstmals das ganze Spektrum der Moderne zugänglich. Bis in die 1960er Jahre widmete er sich in seiner künstlerischen Arbeit verschiedenen Richtungen. Über mehrere Jahrzehnte und in zahlreichen Facetten und thematischen Schwerpunkten entstanden Werke in Malerei, Pastell, Aquarell, Zeichnung und Grafik.

Selbstporträt von 1982, (Graphit auf Papier, 11 x 14 Zentimeter) Foto: Archiv Werner Zöhl

Selbstporträt von 1982, (Graphit auf Papier, 11 x 14 Zentimeter).

Zöhl fertigte zu Lebzeiten rund 8.000 Werke

Nach ersten Erfolgen mit Ausstellungen in den 1950er Jahren zog es ihn nach Fischerhude, wo er einen Kreis befreundeter Maler hatte und fast 50 Jahre lang in seinem Atelier zahlreiche Bilder fertigte. Insgesamt gibt es rund 8.000 Werke. Davon hat er „etwa die Hälfte zu Lebzeiten verkauft“, so Caroline Zöhl. Die verbliebenen 4.000 sind im Besitz der Familie.

„Wir haben nach einer Unterbringung gesucht, in der man die Bilder sehen kann“, so die Tochter des Künstlers. Aus dieser Notwendigkeit entstand das „KaFF“, das erst im Juni eröffnet hat. Eine alte Fachwerkscheune In der Bredenau, mit zwei Austellungsräumen und einer Galerie.

Auch ein Bildband erscheint zur Ausstellung

Ab Sonntag sind dort unter anderem 55 Bilder zu sehen, die im ersten Band der Reihe „KaFF-Editionen“ der Kunsthistorikerin Ina Nettekoven aufgeführt sind und das am kommenden Wochenende erscheint. Der Band enthält ein Vorwort von Caroline Zöhl, die hauptberuflich als Kunsthistorikerin in Wien forscht.

Am Sonntag, 11. Dezember, ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Margarethe Zöhl zeigt zudem Interessierten auch außerhalb der Ausstellungen Bilder im Archiv und in Zöhls Atelier in der Surheide. Mehr Informationen zum Künstler und dem Museum unter kaffischerhude.de

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