Weil an Silvester so viele Briefkästen beschädigt wurden, müssen die Menschen auf dem Stadtwerder auf ein eigenes Exemplar warten. Foto: Schlie Weil an Silvester so viele Briefkästen beschädigt wurden, müssen die Menschen auf dem Stadtwerder auf ein eigenes Exemplar warten. Foto: Schlie
Wegen Zerstörung

Deutsche Post hat einen Briefkasten-Engpass

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Der Stadtwerder ist inzwischen zum neuen Zuhause für viele Bremer geworden. Was fehlt, ist ein Briefkasten – und auf den werden die Anwohner auch noch eine Weile warten müssen. Die Post hat einen Briefkasten-Engpass.

Wer auf dem Stadtwerder lebt, findet den nächsten Briefkasten im Moment nur an der Straße Herrlichkeit. Zwischen Wilhelm-Kaisen- und Werderbrücke ist briefkastenfreie Zone. Deshalb haben sich gleich mehrere Bürger mit Anträgen an den Beirat gewandt: Auf der Halbinsel möge doch bitte auch einer der gelben Kästen aufgestellt werden.

„Eigentlich hatte man uns auch signalisiert, dass das ganz schnell geht“, sagt die Neustädter Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon. Jetzt dauert es aber doch länger – weil die Post Briefkasten-Engpässe hat.

Versorgungslücke bei Briefkästen

Das bestätigt Maike Wintjen von der Pressestelle der Deutschen Post AG. „Im Moment gibt es eine Versorgungslücke. Hintergrund ist, dass an Silvester etliche Briefkästen beschädigt wurden“, sagt sie.

Das komme zum Jahreswechsel immer wieder vor. Wie viele gelbe Kästen einem Silvesterbölleranschlag zum Opfer gefallen sind, will sie nicht verraten. Für die Post sei dieses Phänomen mehr als lästig.

Unter anderem mit Briefkastensperren, die verhindern, dass Böller hineingesteckt werden können, versucht das Unternehmen, zumindest einen Teil der Kästen zu sichern. „Das hat aber für unsere Kunden natürlich den Nachteil, dass auch keine Briefe hineingesteckt werden können“, erklärt sie.

Einige Boxen baut die Post vor Silvester ab

An anderer Stelle baue die Post die Briefkästen sogar für die Silvesternacht ganz ab. Einen umfassenden Schutz werde es aber nie geben – allein wegen des hohen personellen Aufwands sei es unmöglich, alle Standorte böllersicher zu machen.

Für die Post bedeuten die zerstörten Boxen nicht nur einen finanziellen Schaden. „Wenn ein Briefkasten Opfer eines Silvesterbölleranschlags geworden ist, betrifft das auch die darin gelagerten Briefe“, sagt Wintjen.

Noch kein Liefertermin für den Stadtwerder

Mitarbeiter der Post müssten dann die Brief-Fitzelchen wieder so zusammensetzen, dass zumindest der Absender darüber informiert werden kann, dass sein Schreiben nicht den Empfänger erreichen wird.

Einen Liefertermin für einen Briefkasten auf dem Stadtwerder gibt es daher noch nicht. Dass Anwohner auf dem Stadtwerder aber langfristig weniger weit laufen müssen, um ihre Briefe einzuwerfen, ist laut Wintjen sicher.

Alle 1.000 Meter ein Briefkasten

„Es wird künftig ein Briefkasten dort stehen“, sagt sie. Im März will sich die Post mit Vertretern des Stadtteils vor Ort treffen, um einen geeigneten Platz zu finden.

Wie viele der gelben Boxen mindestens aufgestellt werden müssen, regelt in Deutschland übrigens die Post-Universaldienstleistungsverordnung. Dort heißt es: „Briefkästen müssen so ausreichend vorhanden sein, dass die Kunden in zusammenhängend bebauten Wohngebieten in der Regel nicht mehr als 1.000 Meter zurückzulegen haben, um zu einem Briefkasten zu gelangen.“

„Diese Grenze unterschreiten wir in der Regel“, betont Wintjen. Bundesweit gibt es 110.000 der gelben Kästen, in Bremen stehen davon 450 Stück.

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