Ausgrabungsleiterin Saskia Behrens (links) und Wirtschaftsförderin Christa Linnemann begutachten ein verziertes Gefäß, eines der ärchaologischen Funde im Gewerbegebiet Ganderkesee-West. Foto: Konczak Ausgrabungsleiterin Saskia Behrens (links) und Wirtschaftsförderin Christa Linnemann begutachten ein verziertes Gefäß, eines der ärchaologischen Funde im Gewerbegebiet Ganderkesee-West. Foto: Konczak
Rathaus Ganderkesee

Gemeinde stellt archäologische Funde aus

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Scherben aus Keramik, Gefäße, ein Webgewicht – die Gemeinde zeigt die schönsten Stücke der archäologischen Funde im Gewerbegebiet Ganderkesee-West. Darunter befinden sich auch noch nicht gezeigte Stücke.

Die Gemeinde hatte die Wahl: Entweder alle Fundstücke, die bei den Ausgrabungen im Gewerbegebiet Ganderkesee-West zwischen 2012 und 2015 gefunden worden sind, zu behalten oder diese ans Land Niedersachsen zu übereignen. Man entschied sich für Letzteres, aus zweierlei Gründen: Die zahlreichen Stücke hätten die Lagerkapazitäten des Rathauses überschritten und die Aufbewahrungsbedingungen hätten nicht erfüllt werden können.

Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege konnte aber noch eine Möglichkeit gefunden werden, die Stücke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Die Gemeinde kann die aussagekräftigsten Stücke ausstellen. Der Leihvertrag mit dem Land wurde für fünf Jahre mit Verlängerungsmöglichkeit geschlossen.

Einige Stücke werden erstmals ausgestellt

Ein „Best of“ nennt Daniela Behrens, die damals die Ausgrabungen geleitet hat, die Stücke in der gläsernen Vitrine im Rathaus. Sie geben einen Einblick in das Leben vor etwa 2.000 Jahren (etwa zwischen 400 v. Chr. bis 300 n. Chr.). Zu den ausgestellten Funden zählen unter anderem ein Webgewicht, ein Griffel aus Stein und ein verziertes Gefäß. „Die Nutzung des Gefäßes ist nicht ganz geklärt. Vermutlich wurde es zur Aufbewahrung verwendet“, sagt Behrens.

Einige der Funde aus der jüngeren vorrömischen Eisenzeit und der römischen Kaiserzeit können zum ersten Mal bestaunt werden, sagt Wirtschaftsförderin Christa Linnemann. Diese seien erst auf der zweiten Grabungsfläche im Norden des Gebietes im Jahr 2015 entdeckt worden. Das Areal konnte erst später archäologisch untersucht werden, da die Gemeinde während der Grabung noch nicht Eigentümer der Fläche war.

Infos über Phosphatkartierung und das Leben vor 2.000 Jahren

Behrens schätzt die Stücke als bedeutsam ein: „Es sind zusammenhängende Funde, die zu einem Siedlungsgebiet gehören. Das hat man selten.“ Die Analyse der Befunde ergab, dass 20 Wohngebäude, 65 Nebengebäude und zwei Gräberfelder vorhanden waren. Mithilfe einer Phosphatkartierung konnte festgestellt werden, wie einzelne Gebäude genutzt worden sind.

Mehr Infos zu diesem Verfahren gibt es auf einer der sechs Tafeln, die die Ausstellung ergänzen. Sie zeigen auch, wie die Menschen damals gelebt haben und klären über die Eisenverhüttung auf.  Letzteres ist im Rathaus sogar greifbar: Auf dem 16 Hektar großen Ausgrabungsgebiet sind zwei Tonnen Schlacke, der Abfallstoff bei der Eisenverhüttung, gefunden worden.

Ein Teil der Schlacke steht im Rathaus „zum Greifen“ bereit. Die Fundstücke können ab Donnerstag, 12. Januar, zu den Öffnungszeiten des Rathauses im zweiten Obergeschoss besichtigt werden.

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