In Horn Lehe gab es bei der Integration von Flüchtlingen viel ehrenamtliches Engagement. Foto: WR In Horn Lehe gab es bei der Integration von Flüchtlingen viel ehrenamtliches Engagement. Foto: WR
Jahresrückblick

Freude über viel ehrenamtliches Engagement

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Die Polizeistrukturreform, ein Mangel an Betreuungsplätzen für Kinder im Stadtteil und natürlich die Integration von Flüchtlingen – die Themen in Horn-Lehe waren vielfältig. Die Ortsamtsleiterin blickt zurück.

Weser Report: Die Flüchtlingsproblematik war ein zentrales Thema in allen Stadtteilen. Wie ist es Ihrer Meinung nach mit der Integration vor Ort gelaufen und wie wird es voraussichtlich weiter gehen?

Inga Köstner: Wir merken in Horn-Lehe, dass die Zuzüge nach Bremen im Jahr 2016 rückläufig waren. Nachdem die Zeltunterkunft Am Biologischen Garten aufgelöst und abgebaut wurde, folgte zum Herbst auch der Abbau des großen Zeltstandortes an der Otto-Hahn-Allee. Viele Menschen konnten aus den Provisorien wie Zelten und Containern in feste Bauten – insbesondere die Zentrale Aufnahmestelle in Bremen-Nord – umziehen. Damit entfällt die Sorge, dass bei Stürmen und Unwettern Evakuierungen erfolgen müssen. Unbegleitete minderjährige Asylsuchende leben weiterhin im Stadtteil. Das ehemalige Hotel Deutsche Eiche wurde bereits Ende 2015 in eine reguläre Jugendhilfeeinrichtung namens „Bunte Eiche“ umgewandelt. Die Horner Eiche folgte im Januar 2016. Außerdem gab es eine Verlängerung für die Wohncontainer in der Berckstraße. In der Anne-Conway-Straße werden aktuell zwei weitere Wohngebäude errichtet.

Gibt es besonders erwähnenswerte Bürgerinitiativen?

Die Erfahrungen aus den Jahren 2015 und 2016 haben gezeigt, dass insbesondere Studierende der Universität viel Zeit und ehrenamtliches Engagement zur Integration der Einwanderer aufwendeten. Außerdem möchte ich insbesondere die Anstrengungen des TV Eiche Horn als auch des Jugendhauses erwähnen. Sport wird von den Jugendlichen als sinnvolle Freizeitbeschäftigung erachtet und im Jugendhaus gibt es seit November 2016 sogar Wochenendöffnungen, deren Fortsetzung im kommenden Jahr äußerst wünschenswert wäre.

Auch die Kinderbetreuung/-Beschulung ist und bleibt Thema. Wie ist der Stand und wo muss nachgebessert werden?

Ich übertreibe wohl kaum, wenn ich das Thema „Kita-Plätze“ zu dem bestimmenden Thema des Jahres 2016 erhebe. In den zurückliegenden Jahren passten die Nachfrage und das Platzangebot nie zueinander. Im Stadtteil gab es im Mai dieses Jahr etwa 80 unversorgte Kinder, deren Eltern gern wieder arbeiten gehen wollten. Alle Einrichtungen waren ausgelastet und wiederholt zeichneten sich Kapazitätsengpässe ab. Ich bin der neuen Senatorin für Kinder und Bildung dankbar, dass sie nach Einwänden der Beiräte und Eltern umgeschwenkt ist. Die Kita-Ausbauplanung wird aufgrund der Geburtenanstiege vorangetrieben. Mit Kita-Containern wird auf die hohe Nachfrage reagiert. In Horn-Lehe wird es an den Standorten der Grundschule an der Horner Heerstraße und der Kita Vorstraße diese Container geben und somit zusätzlicher Platz für etwa 80 Kinder geschaffen.Nachdem sich der Beirat im zurückliegenden Jahr außerdem für die Sanierung der Wilhelm-Focke-Oberschule stark gemacht hat, rücken 2017 die Kitas Vorstraße und Curiestraße in den Fokus.

Was waren ansonsten Ereignisse, die die Menschen im Stadtteil 2016 beschäftigten?

Neben der Frage ausreichender Kita-Plätze war die Personalsituation der Polizei ein Thema im Stadtteil. In der zweiten Jahreshälfte kamen dann auch noch die Pläne einer Polizeistrukturreform hinzu. Bürgerinnen und Bürger möchten wissen, ob ihre Sicherheit gegenwärtig gewährleistet ist, wenn die Personalausstattung deutlich verbessert werden müsste. Sie fragen, ob das Polizeirevier zukünftig eingeschränkte Öffnungszeiten habe und sie beispielsweise für eine Anzeige weite Wege in Kauf nehmen müssen. Sie wünschen sich, dass die Kontaktpolizisten erhalten bleiben und auf der Straße deutlich mehr Verkehrskontrollen stattfinden.
Außerdem wurden die Planungen für das neue Horner Bad vorgestellt. Dabei orientierte sich das Planungsbüro an den Ergebnissen aus dem Bürgerbeteiligungsverfahren im Jahr 2015 und den von den unterschiedlichsten Nutzergruppen geäußerten Wünschen.

Wo ist es gut gelaufen, wo wird es 2017 Nachbesserungsbedarf geben?

Gut gelaufen ist in diesem Jahr das bereits zum zweiten Mal von Jugendlichen organisierte Festival „Horn to be wild“. Die Veranstalter meldeten bereits am frühen Abend „Ausverkauft“. Die Gäste waren sich über einen rundum gelungenen Abend einig und freuen sich auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Außerdem hat sich zwischen den Ortsämtern Oberneuland, Borgfeld und Horn-Lehe eine stetige und konstruktive Zusammenarbeit entwickelt, die ein gemeinsames Agieren in Stadtteil übergreifenden Themen wie beispielsweise die Polizeistrukturreform ermöglicht. Im nächsten Jahr wollen wir die für Horn-Lehe angemeldeten und durchgeführten nichtkommerziellen Freiluftpartys auswerten.

Was wird den Beirat und Bürger im Jahr 2017 „umtreiben“?

Wir werden weiter über die Polizeistrukturreform sprechen, über einen neuen Standort der Berufsfeuerwehr diskutieren, im Horner Bad nach Abschluss der Badesaison 2017 den ersten Spatenstich für die Bauarbeiten machen und uns am Jahresende hoffentlich über den neu gegründeten Jugendbeirat freuen.

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