Vanessa Just hat sich mit ihrer "Nuhr-Manufaktur" im Citylab selbstständig gemacht und ist von der positiven Resonanz überrascht. Foto: Barth Vanessa Just hat sich mit ihrer "Nur-Manufaktur" im Citylab selbstständig gemacht und ist von der positiven Resonanz überrascht. Fotos: Barth
Start-ups laufen

Citylab: Gründer ziehen positive Bilanz zu Standort

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Im „citylab“ sollen Bremer Start-ups auf begrenzte Zeit die Tragfähigkeit ihrer jungen Unternehmen testen. Der Weser Report hat die Jungunternehmer vor Ort gefragt, ob das Konzept bisher aufgegangen ist.

Nach vielen Jahren der Negativschlagzeilen sollte der Lloydhof endlich attraktiv werden und so ist dort vergangenes Jahr das „citylab“ entstanden. Rund 20 Start-up-Unternehmen sind seitdem eingezogen, um sich bis Ende 2017 im Rahmen des Zwischennutzungskonzepts auszuprobieren. Haben sich die Erwartungen der jungen Gründer erfüllt und wie geht es nach dem von der Stadt angestrebten Verkauf des „citylabs“ für sie weiter?

„Eigentlich hatte ich nur einen Webshop geplant”, sagt Jungunternehmer und Schuhliebhaber Malte Blank. Das Konzept des neuen “citylabs” habe ihn damals überzeugt. Deshalb hat seine Firma “BLNKS” seit Mai ein Ladengeschäft in dem Einkaufszentrum. Dort verwirklicht er nun seine Idee von individuell gestalteten Sneakers.

Start-up-Unternehmer will weiter machen

Malte BlankFoto: Barth

Malte Blank

Für Blank ist das Zwischennutzungskonzept bisher ein voller Erfolg: „Die Miete könnte ich mir so zentral sonst nicht leisten. Für den Start des Unternehmens ist es echt super gewesen“, resümiert er. „Wenn der Laden nicht gelaufen wäre, wäre ich aufgrund der flexiblen Mietverträge schnell rausgekommen.“

Das vergangene Jahr hat er intensiv genutzt, um neue Kunden zu gewinnen und seine Zielgruppe besser kennenzulernen. Auch der Kontakt unter den Gründern sei hilfreich gewesen. An welchen Standort es Malte Blank ab 2018 verschlägt, weiß er noch nicht. Weitergehen soll es für den Start-up-Unternehmer aus Bremen aber auf jeden Fall.

Mehr bezahlbarer Raum für Einzelhandel gewünscht

Auch Vanessa Just, die seit April mit ihren Produkten der „Nur Manufaktur“ dem „citylab“ Leben einhaucht, ist zufrieden mit der Entwicklung. „Die Lage ist schwierig, deshalb habe ich meine Erwartungen damals etwas runtergeschraubt“, erinnert sie sich. Doch sie sei positiv überrascht: „Mittlerweile kommen viele Kunden gezielt in meinen Laden.“

Ein bisschen traurig ist die junge Bremerin schon, wenn sich Ende 2017 die Ladentüren schließen. „Es ist super schade, dass es den Standort in dieser Form nicht mehr geben wird“, sagt Just. „Für das Bild der Innenstadt wäre es schön, wenn sowas bleiben würde.“ Wenn sich das Konzept der „Nur Manufaktur“ weiterhin trägt, will sich die Jungunternehmerin nach neuen Geschäftsräumen umsehen.

„Wenn das hier zu Ende ist, hören wir auf“, sagt hingegen Ute Giese. Ihr Geschäft „Die Kunsthandwerker“ gehört zu den ältesten im Lloydhof: Seit 19 Jahren näht und verkauft die 70-Jährige dort gemeinsam mit anderen Bremerinnen handgefertigte Unikate. „Das citylab war eine wunderbare Chance für die Starter, sich auszuprobieren“, findet sie. „Aber ich würde mir in der Innenstadt mehr bezahlbaren Raum für den Einzelhandel wünschen.“

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