Kohl, Fenchel und Steckrüben vom Markt sind gesund und erschwinglich. Foto: Schlie Kohl, Fenchel und Steckrüben vom Markt sind gesund und erschwinglich. Foto: Schlie
Verbrauchertipp

Frischkost ist teuer – Wintergemüse als Alternative

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Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes haben Verbraucher vergangenes Jahr erneut mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben müssen. Die Kosten stiegen im Vergleich zu 2015 um 0,8 Prozent.

Besonders heftig macht sich das beim Einkauf von Gemüse bemerkbar. „Ein Kilo Auberginen kostet in der Regel 2,99 Euro. Aktuell können wir das nur für 7,99 Euro anbieten“, sagt Andreas Jastrebow vom gleichnamigen Edeka-Markt an der Busestraße in Schwachhausen.

Teuer sind momentan auch Gurken und Tomaten. „Die Preise bei Rispentomaten sind von 2,99 Euro auf 4,99 Euro gestiegen“, so Michael Bredow (Edeka in der Galeria Kaufhof).

Geringe Ernteerträge in Spanien und Frankreich

„Aufgrund von  Schneefällen in Italien, Spanien und Frankreich sind die Ernteerträge gering und das Angebot an diversen Gemüsesorten ist beschränkt“, erläutert er.

Das sieht man auf dem Teller. Diverse Imbisse in der Innenstadt haben ihr Angebot „abgespeckt“. Ein Frühlingssalat, der dort gemeinhin viele frische Tomaten, Gurken und Paprika beinhaltet, besteht derzeit beinahe nur noch aus Chinakohl.

„Sollen an Frischem sparen“

Ein Küchenchef, der namentlich nicht genannt werden möchte, gesteht, von seinem Boss ebenfalls angehalten worden zu sein, mit Frischkost geizig umzugehen. „Die Salatbeilagen sollen wir klein halten, an Frischem sparen und lieber mit konserviertem Weiß- und Rotkrautsalat arbeiten“, berichtet er.

Samet Coskurnimak, Chef von zwei Crêpes-Suzette-Filialen in der City, will das vermeiden, ist aber stinksauer, weil er – selbst im Großmarkt – über 2 Euro für einen Eisbergsalat zahlen muss.

Herausforderung für Betreiber von Großküchen

Wenn kleine Betriebe die hohen Kosten zu spüren bekommen, stellen diese Betreiber von Großküchen natürlich erst recht vor eine Herausforderung: „Man muss die Preise gut im Auge behalten und gegebenenfalls umdisponieren“, so Anke Grupe, Leiterin der Hochschulgastronomie.

„Ernteausfälle gibt es immer wieder. Aber es ist auch erschwingliches Gemüse aus regionalem Anbau auf dem Markt, beispielsweise Kohl und Möhren.“ Thomas Schlüter, Geschäftsführer der Dehoga Bremen, hat von dem Missstand bislang nur am Rand mitbekommen.

„Wir haben viele Gastronomen, die in Einkaufsgenossenschaften ihre Ware bestellen und über das Volumen ein bisschen was abfedern können.“

Der Jahreszeit entsprechend ernähren

Und Getraud Huisinga, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Bremen hat diverse Alternativen zu teurer Frischkost im Köcher: „Wir empfehlen, sich stets der Jahreszeit gemäß zu ernähren, also in diesen Wochen Wintergemüse zu verzehren.“

Dazu zähle keineswegs nur Grünkohl. Mit Steckrüben beispielsweise ließen sich schmackhafte Gerichte zubereiten – vom Salat bis zum Eintopf. Gleiches gelte für Suppengemüse, das es im Supermarkt bundweise gibt.

Frischekick mit Roter Beete

„Dieses ist ebenfalls vielfältig einsetzbar – unter anderem wie Wokgemüse mit Reis und Curry“, lautet einer ihrer Tipps. Von der Vielfalt der Roten Beete schwärmt die Expertin ebenfalls – mit Apfel und roten Zwiebeln gemixt sei diese ein echter Frischekick, ebenso wie einer, der aus Fenchel, Weintrauben und Mandarinen mit Jogurtsoße besteht.

„Es gibt also viele Möglichkeiten, gesund und günstig durch die kalten Wochen zu kommen“, betont Huisinga abschließend.

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