Großwohnanlage in Grohn: Hier wohnen viele Kinder aus ärmeren Familien Foto: WR Nach einer Messerattacke an der Grohner Düne hat die Polizei eine zehnköpfige Sonerkommission eingesetzt. Symbolfoto: WR
Grohn

Nach Messerstecherei: Polizei im Norden verstärkt

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Nachdem am Sonntag ein 23-Jähriger im Bereich der Grohner Düne angegriffen und schwer verletzt wurde, hat die Polizei Bremen eine zehnköpfige Sonderkommission eingerichtet. Die Zahl der Beamten in Nord wurde erhöht.

Wie die Bremer Polizei nun mitteilte, soll eine derzeit zehnköpfige Sonderkommission unter Einbeziehung der Fachdienststelle Tötungsdelikte die Ermittlungen im Falle einer Messerstecherei in der Grohne Düne im Stadtteil Vegesack übernehmen. Je nach Ermittlungsverlauf werde die Zahl der eingesetzten Beamten entsprechend angepasst.

Am Sonntagmorgen war dort ein 23 Jahre alter Mann durch Messerstiche schwer verletzt. Die Einsatzkräfte aus Bremen-Nord waren laut Polizei schnell vor Ort und konnten bereits wenige Minuten nach der Tat die mit einem Auto Flüchtenden stellen und drei von ihnen festnehmen.

Zahl der Beamten in Bremen-Nord erhöht

Gegen diese drei Tatverdächtigen wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich vom Amtsgericht Bremen Untersuchungshaft angeordnet. Nach zwei weiteren namentlich bekannten Verdächtigen werde intensiv gefahndet, so die Polizei weiter.

Nach dem Vorfall am Sonntag hatte die Polizei ihre Präsenz in Bremen-Nord erhöht. Inspektionseigene uniformierte und zivile Kräfte haben laut Polizeisprecher Nils Matthiesen den Auftrag, den Bereich Grohner Düne und andere relevante Orte in Bremen-Nord intensiv zu bestreifen.

Eine genaue Anzahl an Beamten lässt sich nicht nennen, da diese je nach Lage flexibel ist, so Matthiesen weiter. Die Zahl verfügbarer Einsatzkräfte sei jedoch deutlich gesteigert worden.

Gefährderansprachen bei Beteiligten

Der Polizeiinspektion Bremen-Nord wurde zudem die Unterstützungs- und Eingreifgruppe (UEG) der Bereitschaftspolizei als ständige Unterstützung bis auf weiteres zugewiesen. Die erhöhte Polizeipräsenz werde an den genannten Orten solange aufrecht erhalten, bis eine veränderte Gefährdungsbeurteilung etwas anderes zulasse.

Nach dem Vorfall am Sonntag hatten die Beamten zudem bei den Beteiligten eine so genannte Gefährderansprachen durchgeführt. Dies bedeutet laut Matthiesen, dass geschulte Kräfte die so genannten Gefährder kurz nach dem Ereignis aufsuchen. Der polizeiliche Sachverhalt sowie die in Betracht kommenden Strafnormen werden dargestellt.

Lage täglich neu bewerten

Zudem werde verdeutlicht, dass die Person im Fokus aller polizeilichen Behörden stehe und Sofortmaßnahmen wie eine Ingewahrsamnahme oder Durchsuchungen möglich sind, wenn Hinweise auf ein erneutes gefährdendes Ereignis durch die betroffene Person bekannt würden.

Die Lage in Bremen-Nord werde täglich neu bewertet und entsprechend bereits getroffenen Maßnahmen anlassbezogen intensiviert.

Im Fokus stehen zwei Familien

Polizeidirektor Jens Körber, bisher stellvertretender Leiter der Schutzpolizei und designierter Abteilungsleiter der Inspektion Nord, wurde nach dem Vorfall am Sonntag sofort in sein neues Amt berufen. Das Motiv für die Tat konnte laut Polizei bisher nicht abschließend aufgeklärt werden. Das Geschehen begrenze sich auf den Personenkreis zweier Familien.

Ausländerrechtliche Fragen klären

Weitere laufende Ermittlungsverfahren gegen einzelne Beteiligte würden nun zusammengefasst, um sie beschleunigt zu bearbeiten und eine Gesamtbewertung der beschuldigten Personen und der Strukturen, in die sie eingebunden sind, zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang betrachte die Sonderkommission auch ausländerrechtliche Fragestellungen, so die Polizei weiter.

Diese umfasse zunächst die genaue Klärung des Aufenthaltsstatus. Dafür werden Informationen mit dem Migrationsamt ausgetauscht. Dieses prüft in der Folge, ob und welche Maßnahmen vorzunehmen sind.

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