Serge Gnabry (l.) mit seinem Torjubel nach dem 0:1, inspiriert vom Basketballer James Harden, Superstar der Houston Rockets. Robert Bauer und Lamine Sané (hinten) freuen sich einfach. Foto: Nordphoto Gnabry (l.) mit seinem Torjubel, inspiriert vom Basketballer James Harden, Superstar der Houston Rockets. Bauer und Sané (hinten) freuen sich einfach. Foto: Nordphoto
Sieg in Wolfsburg

Der SV Werder kann auch richtig „dreckig“ gewinnen

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So einen Sieg hat Werder schon lange nicht mehr feiern dürfen: Der 2:1-Erfolg beim VfL Wolfsburg war so richtig „dreckig“. Allerdings gab es auch statistische Erklärungen für den dreifachen Punktgewinn.

„Wir müssen uns jetzt nicht für den Sieg entschuldigen“, sagte Fin Bartels am Morgen nach Werders denkwürdigen 2:1-Auswärtserfolg beim VfL Wolfsburg. Es war ein dreifacher Punktgewinn, wie ihn die Grün-Weißen schon lange nicht mehr hatten feiern können.

In allen Belangen unterlegen, teilweise vorgeführt, über lange Strecken des Spiels  nicht über die Mittellinie gekommen – und am Ende doch gewonnen, einen „dreckigen“ Sieg nennen das die Fußballer gerne.

Werder in allen Statistiken unterlegen

Wie sie es geschafft hatten, den Wolfsburger Dauerdruck zu überstehen, wussten die Bremer auch nicht so recht. In allen gängigen Statistiken lagen die Gastgeber nach 90 Minuten vorne. 27:7 Torschüsse, 72 Prozent Ballbesitz, 13:1 Ecken. Die Wolfsburger waren mehr gelaufen, hatten mehr Pässen an den Mann gebracht und Zweikämpfe gewonnen.

Es gab allerdings auch Statistiken, die verdeutlichten, warum Werder als Sieger vom Platz gegangen war: Abwehrchef Lamine Sané war der Turm in der Schlacht, machte ein überragendes Spiel.

Sané mit beeindruckenden Zahlen

In Zahlen: Er gewann hundert Porzent seiner Zweikämpfe, spielte nicht einen Fehlpass. Dazu blockte er zwei Wolfsburger Torschüsse in höchster Not und war, auch als Nationalstürmer Mario Gomez in der 62. Minute  ins Spiel kam, in der Luft unbezwingbar: Fünf Kopballduelle – alle gewonnen. Mit einem dieser erfolgreichen Zweikämpfe in der Luft bereitete er zudem den zweiten Treffer von Serge Gnabry vor.

Und dann waren da noch die 11,24 gelaufenen Kilometer von Max Kruse, der wie Doppeltorschütze Gnabry (10,16 Kilometer) immer wieder weite Wege in die eigenen Hälfte zurück machte, um in der Defensive zu helfen.

Wolfsburg mit zwei Pfostentreffern

Das ging natürlich zu Lasten der Offensivkraft, erklärt aber auch, warum die Gastgeber zumindest in der zweiten Halbzeit zwar immer noch deutlich feldüberlegen waren, die ganz klaren Chancen aber ausblieben.

Die gab es allerdings vor dem Seitenwechsel im Minutentakt. Nachdem die Wolfsburger Sekunden nach Gnabrys zweitem Tor den Anschluss durch Borja Mayoral (19. Minute) erzielt hatten, brannte es im Bremer Strafraum nahezu durchgehend lichterloh.

Kruse: „Taktik ist nicht aufgegangen“

Torwart Felix Wiedwald konnte sich mehrfach auszeichnen, dazu gab es zwei Pfostenschüsse der Gastgeber durch Daniel Daidavi per Freistoß (36.) und Mayoral (40.). Im Zweifelsfall standen sich die Wolfsburger Angreifer auch noch selbst im Weg und behinderten einander.

So attestierte Kruse nach dem Abpfiff zurecht, dass es keinesfalls an der eigenen Taktik gelegen habe, dass Werder gewonnen hatte: „Die ist nicht aufgegangen. Den Sieg nehmen wir natürlich gerne mit, aber spielerisch müssen wir mehr bringen.“

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