Hund hat Freilauf mit Schleppleine. Gnaz ohne Leine ist der Auslauf in Bremen für Hunde aber nur an wenigen Stellen möglich - besonders von Mitte März bis Mitte Juli, während der Brut- und Setzzeit. ´Viele Hundehalter fordern deshalb mehr Freilaufflächen - oder gleich eine Abschaffung des Leinenzwangs. Foto: WR Hündin Mira scheint Spaß zu haben - ganz ohne Leine ist der Auslauf in Bremen für Hunde aber nur an wenigen Stellen möglich - besonders während der Brut- und Setzzeit. Foto: WR
Freilauf-Fläche

Hundehaltung in Bremen: Alle Leinen los – aber wo?

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Bald beginnt die Brut- und Setzzeit, dann müssen Hunde auch in freier Landschaft Leine tragen. Hundehalter bemängeln, dass es zu wenig Freilaufflächen gibt - oder fordern gleich ganz die Abschaffung der Leinenpflicht.

„Im Stadtgebiet Bremens dürfen Hunde grundsätzlich ohne Leine frei laufen“, heißt es in einem Bericht aus der Umweltbehörde von 2014. Diese „grundsätzliche“ Regel kennt jedoch eine ganze Reihe an Ausnahmen für den Freilauf, wie aus dem Stadtamt-Infoblatt für Hundehalter hervorgeht.

„Freilauf“ nur mit reichlich Ausnahmen

In Fußgängerzonen, öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und bei Veranstaltungen herrscht Leinenpflicht. Aber auch in abgegrenzten Park-, Garten- und Grünanlagen dürfen Hunde nicht ohne Leine herumlaufen. Das gleiche gilt für Natur- und Landschaftsschutzgebiete. 

Und schließlich gibt es von Mitte März bis Mitte Juli, während der Brut- und Setzzeit, auch das Verbot, Hunde in der freien Landschaft frei laufen zu lassen. Gerade in dieser Zeit bleiben Hundehaltern nicht viele Möglichkeiten, ihren Tieren artgerechten Auslauf zu bieten.

Bisher nur eine offizielle Hunde-Freilauffläche

Seit vielen Jahren fordert der Bremer Tierschutzverein daher, Hundeauslaufflächen zu schaffen. Eine davon ist seit zwei Jahren in Betrieb – nördlich von der Galopprennbahn in der Vahr können Hunde und ihre Halter auf einer 90 mal 40 Meter großen umzäunten Fläche frei laufen.

 

Die Hundespielfläche in der Vahr

Die Hundespielfläche in der Vahr Foto: Schlie

„Nur diese eine kleine Fläche ist viel zu wenig – und für viele auch zu weit weg“, klagt Gaby Schwab vom Tierschutzverein. 14 potentielle Flächen wurden bisher vorgeschlagen, drei davon befinden sich jedoch in Privateigentum, eine ist ungeeignet, zwei wurden von den zuständigen Beiräten abgelehnt, und die restlichen werden noch geprüft.

Gibt es andere Lösungen für den Freilauf? 

Nicht alle Hundefreunde sehen in der Ausweitung der Gebiete die Lösung des Problems. „Es ist das falsche Konzept, enge eingezäunte Flächen für die Hunde zur Verfügung zu stellen“, sagt etwa die Tierärztin Dr. Tina Johann, die die Tierärztliche Hundeschule in Bremen leitet. „Mit Tierschutz hat das nicht viel zu tun.“

Nach ihrer Vision sollte es eher der Normalfall sein, dass Hunde frei laufen – mit Ausnahmen, etwa an Schulen. „Ich weiß, das ist eine große Forderung der Hundehalter, das ganz große Kuchenstück“, gibt Dr. Johann zu. „Dafür müssten wir natürlich auch etwas bieten.“

Hundehalter könnten einen Test absolvieren

Ihr Vorschlag ist, im Gegenzug eine Regelung ähnlich der in Niedersachsen einzuführen. Dort müssen Hundehalter einen Sachkundenachweis erbringen. „Jeder Halter muss seinem Hund zumindest eines sicher beibringen: Zu kommen, wenn er gerufen wird“, so Johann.

Und die Tierärztin führt weiter aus: „Hunde, die nicht gefährlich sind, könnten dann frei laufen – sobald etwa eine Familie oder ein Jogger käme, würde der Hund gerufen und geht bei Fuß.“

 

 

 

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