In der Bremer Neustadt soll Deutschlands erstes Fahrradquartier entstehen. Foto: Schlie In der Bremer Neustadt soll Deutschlands erstes Fahrradquartier entstehen. Foto: Schlie
Modell-Projekt

Klimaschutz: Alte Neustadt wird zum Fahrradquartier

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Das erste Fahrrad-Modellquartier Deutschlands soll in der Bremer Neustadt entstehen. Gemeinsam mit der Hochschule Bremen hatte das Umweltressort sich um Fördermittel beworben, die nun bewilligt wurden.

Fahrradstraßen gibt es in Bremen bereits, nun soll ein ganzes Quartier fahrradfreundlich umgestaltet werden. Mit dem ersten Fahrrad-Modellquartier soll Bremen seinem Ruf als „Fahrradstadt“ auch künftig gerecht werden. 

Umweltsenator Dr. Joachim Lohse (Grüne) und Prof. Dr. Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen, stellten das Modellprojekt vor. Demnach soll das Fahrradquartier in der Alten Neustadt rund um die Hochschule Bremen entstehen.

Straßen werden umgestaltet

Vorgesehen ist das Gebiet zwischen der Oster-und Westerstraße sowie der Lahnstraße und zwischen der Langemarkstraße und der Friedrich-Ebert-Straße.  „Dort wo Kopfsteinpflaster ist, wollen wir teilweise asphaltieren, wie es bereits an anderen Stellen in der Stadt gemacht wurde“, so Senator Lohse.

In diesem Zusammenhang soll etwa die kleine Johannisstraße komplett saniert werden. An zahlreichen Stellen im Quartier sind Querungsmöglichkeiten über große Straßen geplant, zudem werden die Straßen im Modell-Quartier zu Fahrradstraßen. Dies bedeutet, dass Radfahrer Vorrang haben, für Pkw gilt Tempo 30.

Mehr als 2 Millionen Euro Fördermittel

Die rechtliche Voraussetzung dafür sei, so der Senator weiter, dass die Straßen vorwiegend von Radfahrern genutzt würden oder dies künftig zu erwarten sei. Finanziert werden sollen die geplanten Maßnahmen mithilfe von Fördermitteln aus dem Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. 

Das Umweltressort hatte dieser Tage einen Förderbescheid über mehr als 1,5 Millionen Euro zur Umsetzung des Modellquartiers erhalten, zudem werden die von der Hochschule Bremen geplanten Maßnahmen mit mehr als 830.000 Euro gefördert.

Leih-Räder und Abstellflächen

Dazu gehören etwa 620 zusätzliche Abstellmöglichkeiten im Quartier, ausleihbare Fahrräder sowie erstmals auch Lastenräder, E-Bike-Ladestationen und ein Fahrrad-Reparatur-Café auf dem Campus am Neustadtswall. 

„Damit handelt es sich nicht nur um ein infrastrukturelles Projekt, sondern auch um ein kommunikatives“, so Luckey. Der Stadtteil könne zudem verkehrlich entlastet werden. Zu den weiteren Maßnahmen im Fahrrad-Modellquartier gehöre es auch, Kreuzungen einsehbarer zu gestalten, wie Ralph Saxe, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen erklärt.

Zahl der Parkplätze nicht verringern

Dafür müsse auch auf die konsequente Einhaltung der Parkordnung geachtet werden, so Lohse weiter. Im Modellquartier sollen so die Straßeneinmündungen gegen behinderndes Parken mithilfe der Abstellanlagen gesichert werden. Ein weiterer Baustein ist der Ausbau des Carsharing, um den Parkraum weiter zu entlasten. Legale Parkflächen sollen laut Verkehrssenator nicht wegfallen.

Tobias Wolf, Landesvorsitzender des ADFC Bremen, begrüßt das Projekt: „Wir haben in Bremen vor allem mit dem ruhenden Verkehr ein Problem und brauchen mehr Platz für den Radverkehr. Dieses Projekt braucht viele Nachfolger.“

Kritiker mit einbeziehen

Annemarie Czichon, Ortsamtsleiterin der Bremer Neustadt, bestätigt dies. Zum Thema ruhender Verkehr werde es im Beirat eine Planungskonferenz geben, so Czichon. Daneben sei aber auch das Thema Querungen im Stadtteil immer wieder aktuell. Auch Kritiker des Projekts müssten zudem mit einbezogen werden, so die Ortsamtsleiterin weiter.

Die Umsetzung der ersten Maßnahmen des Modellprojekts ist für Mitte 2018 geplant. 

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