Laut der aktuellen Kriminalstatistik des Landkreises stellen Einbrecher die Polizei vor eine Herausforderung. Foto: WR Laut der aktuellen Kriminalstatistik des Landkreises stellen Einbrecher die Polizei vor eine Herausforderung. Foto: WR
Wohnungseinbrüche

Kriminalstatistik: Einbrecher verhageln die Bilanz

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Unterm Strich ist die aktuelle Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Verden/Osterholz für 2016 wenig auffällig. Doch was den heimischen Ermittlern schwer zu schaffen macht, sind die zahlreichen Einbruchsdelikte.

„Unsere Zahlen bei den Wohnungseinbruchdiebstählen sind sehr hoch, auch im Vergleich mit anderen Inspektionen“, sagte Uwe Jordan, Leiter der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, anlässlich der Vorstellung des Zahlenwerks. Im gesamten Inspektionsbereich weist die Kriminalstatistik für das Jahr 2016 bei den Wohnungseinbrüchen einen neuen Höchststand im Zehn-Jahres-Vergleich auf.

Kriminalstatistik mit alarmierenden Zahlen

Bereits 2012 (848 Fälle) und 2013 (924) meldete die Polizei alarmierende Einbruchszahlen. In den beiden Folgejahren sei es dank spezieller Ermittlungsgruppen und viel Präventionsarbeit wieder ein Abwärtstrend verzeichnet worden, doch davon kann nun nicht mehr die Rede sein: 931 Wohnungseinbrüche im Jahr 2016 im gesamten Zuständigkeitsbereich der Inspektion wirken, als würden die arbeitsintensiven Maßnahmen der Polizei nicht mehr fruchten.

Im Landkreis Verden allein ist mit 511 Taten zwar der Spitzenwert von 2013 (546) noch nicht wieder erreicht, doch gab es auch hier wieder deutlich mehr Einbrüche als 2015 (383). Hinzu kommen die schwachen Aufklärungsquoten bei den Einbrüchen von 24,27 Prozent (inspektionsweit) sowie 23,29 Prozent (Landkreis Verden). Fazit: Seit die Fallzahlen bei den Einbrüchen zwischen 2011 und 2012 plötzlich sprunghaft stark angestiegen waren, hat sich die Lage bis heute nicht entschärft.

40,9 Prozent der Fälle bleiben beim Versuch

Stark schwankend entwickelt sich parallel dazu die Aufklärungsquote. Das liege daran, dass den Ermittlern in einem Jahr Serieneinbrecher ins Netz gehen, die gleich für zahlreiche Taten verantwortlich sind, im nächsten Jahr nicht. Ein kleiner Lichtblick: In 40,9 Prozent der Fälle blieb es bei Einbruchsversuchen, denn die Täter scheiterten an gut gesicherten Fenstern und Türen.

Neben der intensiven Ermittlungsarbeit will die Polizei die Kreisverdener daher auch durch ihr Präventionsteam weiterhin über die Möglichkeiten von technischem Einbruchschutz informieren.
Zufrieden dagegen ist man mit der Kriminalitätsentwicklung im Landkreis Verden insgesamt, die mit 8550 Fällen im Jahr 2016 einen Abwärtstrend fortsetzt (2009: 10.069 Fälle, 2015: 8690 Fälle).

Weniger minderjährige Tatverdächtige

Die Aufklärungsquote für den Landkreis lag 2016 bei 63,01 Prozent (2015: 65,72 Prozent). Und sogar erfreut ist man darüber, dass immer weniger Minderjährige an Straftaten beteiligt sind. „Der Rückgang der Kriminalität Minderjähriger überrascht uns in dieser Dimension“, meinte Uwe Jordan.

Hatte es 2009 noch 870 Unter-18-Jährige Tatverdächtige und 1177 ihnen zur Last gelegte Straftaten gegeben, waren es 2016 nur noch 434 Minderjährige, die 513 Taten begangen haben sollen. Während die Beteiligung Jugendlicher an Schlägereien, Diebstählen und Sachbeschädigungen in diesem Zeitraum deutlich abnahm, geht es inzwischen oftmals um mit Marihuana erwischte Kids.

Fälle mit Flüchtlingen in einem „unauffälligem Rahmen“

Was das Thema straffällige Flüchtlinge anbelangt, spricht die Polizei von einem „absolut unauffälligen Rahmen“, verzeichnete allerdings einen Anstieg von 321 Fällen mit Flüchtlingen als Tatverdächtigen im Jahr 2015 auf 472 Fälle im Jahr 2016. Wirklich belastbare Aussagen zu dieser Thematik werden laut Jordan erst in den Folgejahren möglich sein.

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