Durchaus unterschiedlich gut gesichert waren die Räder am Achimer Bahnhof am Samstag. Allzu leicht sollten die Schlösser besser nicht zu knacken sein.Symbolfoto: WR Durchaus unterschiedlich gut gesichert waren die Räder am Achimer Bahnhof am Samstag. Allzu leicht sollten die Schlösser besser nicht zu knacken sein. Symbolfoto: WR
Achim

Polizei will Langfingern den Job vermiesen

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Um den Fahrrad-Diebstahl einzudämmen und Langfingern weniger Gelegenheiten zu bieten, hat die Achimer Polizei am Freitag ein neues Projekt gestartet. Zum Einstieg dort, wo die meisten Diebstähle stattfinden.

Fünf Beamte des Achimer Polizeikommissariats haben am Freitag mehrere Stunden am Achimer Bahnhof Posten bezogen. Genauer am Fahrradparkplatz vor Gleis 1. Dort haben sie dann allen Achimern, die ihren Drahtesel abgestellt oder abgeholt haben, erklärt, wie das Fahrrad am besten gegen Diebstahl gesichert werden kann. Der eine oder andere Fehler konnte so auch direkt angesprochen werden.

Fahrrad-Diebstahl: 205 Fälle im vergangenen Jahr

2016 wurden im Zuständigkeitsbereich der Achimer Polizei (also Achim, Oyten, Ottersberg und Thedinghausen) 205 Diebstähle angezeigt, 105 davon in Achim, 25 am Bahnhof. Zwar seien die Zahlen in den vergangenen Jahren rückläufig, aber „wenn wir mit solchen Aktionen 20 weitere Fälle verhindern können, ist das schon ein Erfolg“, sagt Jürgen Brüns, Leiter des Streifendienstes.Deshalb soll die Aktion, die gestern erstmalig stattfand, bis September zwei- bis dreimal monatlich an verschiedenen Orten durchgeführt werden, so Brüns‘ Kollegin Nadine Lerch.

Und wie ist das Fahrrad nun am besten gesichert? „Wichtig ist ein gutes Schloss – ein Bügelschloss erweist sich meist als das sicherste“, lautet der erste Tipp von Lerch. Mit einem einfachen Seitenschneider sollte es nicht zu knacken sein.

Probleme mit der Versicherung, wenn das Rad „nur abgeschlossen“ war

Auch wichtig: Das Schloss sollte „Reifen, Rahmen und einen festgebauten Gegenstand umschliessen“, sagt Lerch. Einen weiteren Grund liefert die Beamtin gleich mit. „Versicherungen weigern sich oft zu zahlen, wenn das Rad ‚nur abgeschlossen‘ ist. Darauf achten viele nicht.“ Nicht an einen Gegenstand geschlossen könne das Rad auch einfach weggetragen oder in einen Transporter verladen werden, so die Polizei. Zudem entdeckten die Beamten annähernd eine Handvoll Räder von sehr optimistischen Besitzern, die ihr Rad gar nicht erst abgeschlossen hatten.

Immerhin kann die Achimer Polizei bei Fahrraddiebstählen auf eine Aufklärungsquote von 17 Prozent verweisen. Diese liege deutlich „über dem Landesschnitt“, so Brüns. Wenn das Rad tatsächlich geklaut wird, ist es für den Besitzer von Vorteil, einen Fahrradpass zu haben. Dort wird unter anderem die Rahmennummer festgehalten, wodurch die Polizei das Rad, wenn es wieder auftaucht, dem Besitzer zuordnen kann.

Gute Resonanz für Präventionsprojekt

Eine weitere Möglichkeit zur Sicherung ist die Fahrradcodierung, die der ADFC regelmäßig in der Region anbietet. Den Fahrradpass samt Infobroschüre zum richtigen Sichern überreichten die Beamten am Samstag den Achimer Radlern.

Und die Aktion stieß meist auf gute Resonanz. „Ich finde das gut. Mir wurde hier auch schon ein Fahrrad geklaut“, sagte ein junger Mann. „Die meisten reagieren sehr offen und positiv auf die Aktion“, stellte auch Lerch fest.  

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