Ins Stadtarchiv gehören alle Papiere, ins Museumsmagazin alle anderen Dinge. So wie die fast 100-jährige Bierflasche einer Delmenhorster Brauerei, die Christoph Brunken in seinem neuen Reich neben dem Wasserturm gefunden und nun dem Museum übergeben hat. Foto: Meyer Ins Stadtarchiv gehören alle Papiere, ins Museumsmagazin alle anderen Dinge. So wie die fast 100-jährige Bierflasche einer Delmenhorster Brauerei, die Christoph Brunken in seinem neuen Reich neben dem Wasserturm gefunden und nun dem Museum übergeben hat. Foto: Meyer
Stadtarchiv

Das Gedächtnis der Stadt Delmenhorst

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Er suchte eine neue berufliche Herausforderung mit Reibungsmöglichkeiten und mehr Publikumsverkehr und fand sie in Delmenhorst: Christoph Brunken. Der 39-Jährige ist seit Anfang März Archivar bei der Stadt Delmenhorst.

Der 39-Jährige Diplom-Archivar war rund 20 Jahre im Niedersächsischen Landesarchiv tätig, zuletzt in Oldenburg. Das Amt des Stadtarchivars bei der Stadt Delmenhorst hat er seit Anfang März inne.

Zeitgleich mit seinem Einstieg wurde das Stadtarchiv organisatorisch dem Fachdienst Kultur – und dort dem Nordwolle-Museum – zugeordnet. „Das passt gut, da es inhaltlich viele Überschneidungen gibt“, sagte Dr. Carsten Jöhnk, Leiter des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur bei der Vorstellung.

Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis einer Stadt

Aktuell ist Brunken dabei, sich im Hauptarchiv am Wasserturm und im Zwischenarchiv im City Center einen Überblick zu verschaffen. Sein Vorgänger Werner Garbas habe der Stadt mit seiner Arbeit „unschätzbare Dienste erwiesen“, betont er. Hinzu kommt das Museumsarchiv. Dieses wird momentan ehrenamtlich vom früheren Museumsleiter Hans-Hermann Precht betreut.

Als vordringlichste Aufgabe eines Stadtarchivs sieht Brunken die Bewertung und Bewahrung der Gegenwart für die Zukunft. „Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis einer Stadt“, betont er. Insgesamt umfasst das Delmenhorster Magazin mehr als einen laufenden Kilometer Akten, Urkunden, Briefe und Pläne, hinzu kommen 5.000 Fotos und ein umfangreiches Pressearchiv. Vieles davon ist noch nicht digitalisiert.

Die ältesten Dokumente stammen aus dem Jahr 1640

Die ältesten Dokumente im Stadtarchiv stammen aus dem Jahr 1640. „Das Spannende sind immer wieder die Schicksale hinter den Akten“, weiß Brunken. Dem Delmenhorster Archiv setzten in der älteren Vergangenheit zwei Brände und ein Blitzschlag zu. In der jüngeren Historie sorgte ein Hochwasser für Schäden.

Das vordringliche Problem ist jedoch die Raumnot. Immerhin landen im Stadtarchiv Unterlagen aus allen Abteilungen der Verwaltung. Hier müsse zukünftig etwas geschehen. Vor diesem Hintergrund sei die Zusammenlegung mit dem Museum von Vorteil. „Ins Archiv gehören alle Papiere, ins Museumsmagazin alle anderen Dinge“, sagt der Archivar.

Des Weiteren will Brunken sich dafür einsetzen, dass beide Einrichtungen mit einer Software für eine Online-Datenbank ausgestattet werden. Das würde auch die Arbeit von Historikern, Studierenden und weiteren Kunden des Archivs erleichtern.

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