Das Fahrradschloss sieht dicker aus als es tatsächlich ist. Für Diebe ist ein leichtes, den dünnen Draht zu durchtrennen. Foto: Harm Das Fahrradschloss sieht dicker aus als es tatsächlich ist. Für Diebe ist ein leichtes, den dünnen Draht zu durchtrennen. Foto: Harm
Diebstahl

Prävention: Wie man es Fahrraddieben schwer macht

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Die Regeln sind eigentlich jedem bekannt: Fahrräder sollten stets angeschlossen und bei der Polizei registriert werden. Dennoch wird der Schutz des Drahtesels oft vernachlässigt.

Allein 2016 sind der Polizei in den Stadtteilen Burglesum, Vegesack und Blumenthal 678 Fahrraddiebstähle gemeldet worden. 2014 waren es sogar 859 in ganz Bremen-Nord. Demgegenüber steht eine geringe Aufklärungsquote: Im vergangenen Jahr sind lediglich 2,5 Prozent der Fahrraddiebstähle aufgeklärt worden.

In den Jahren zuvor waren es zwischen 5,1 und 5,8 Prozent. „Man sieht anhand der Zahlen, dass es gut ist, selbst die Initiative zu ergreifen und das eigene Rad zu sichern“, sagt Gundmar Köster, bei der Polizeiinsepktion Bremen-Nord für den Bereich Prävention zuständig.

Und das geht auf vielen Wegen. Zum einen wäre da das Fahrradschloss. Die Polizei empfiehlt, sich ein VdS-geprüftes Exemplar anzuschaffen. Diese sind von der unabhängigen Einrichtung „Vertrauen durch Sicherheit“ getestet und mit dem Siegel versehen worden.

Fahrraddiebe schlagen an Bahnhöfen und bei Großveranstaltungen zu

„Wer sein Rad nur mit einem billigen Schloss abschließt, kann es auch gleich mit einem Bindfaden festmachen“, sagt Köster. Zudem sollten die Räder immer an einen festen Gegenstand an- und nicht nur abgeschlossen werden.

Köster empfiehlt zudem, das eigene Fahrrad bei der Polizei registrieren zu lassen. Das Angebot ist kostenlos und soll Diebe in erster Linie abschrecken, das Rad mitzunehmen. Laut Köster trete dieser Fall auch ein: „Räder mit einer Registrierung werden viel weniger gemeldet.“

Besondere Vorsicht ist laut Köster an Bahnhöfen, bei Großveranstaltungen und im Sommer rund um die Freibäder geboten. An diesen Orten schlagen Diebe gerne zu. Organisierte Banden klauen Fahrräder meist mit großen Transportern.

Polizei setzt Ermittlungsgruppe Fahrrad ein

Zum Beispiel werden Fahrräder, die nicht angeschlossen sind in Laster verfrachtet, das Schloss an anderer Stelle geknackt.  „Für den Dieb ist die Sicherung des Rades entscheidend“, sagt Köster.

Die Räder landen häufig im osteuropäischen Ausland. Das Diebesgut wird aber auch auf Flohmärkten in Deutschland oder auf Kleinanzeigen-Plattformen im Internet angeboten.

Die Polizei setzt zur Bekämpfung und Vorbeugung des Fahrraddiebstahls die Ermittlungsgruppe Fahrrad/EG 24 ein. Diese ermittelt unter anderem auf Flohmärkten und überprüft den Kleinanzeigenmarkt.

„Eine 100 prozentige gegen Fahrraddiebe Sicherheit gibt es nicht“

Werden Fahrräder sichergestellt, bei denen der Verdacht eines Diebstahls vorliegt, werden diese von der Polizei verwahrt. Fotos der Räder werden online gepostet, wer sein Exemplar wiedererkennt, kann sich dann bei der Ermittlungsgruppe melden.

Doch nicht nur wer ein Fahrrad besitzt, sollte vorsichtig sein. Auch wer sich einen Drahtesel zulegen möchte, sollte aufpassen, zum Beispiel wenn das Angebot zu günstig ist. Dann sollte man lieber die Finger davon lassen, empfiehlt die Polizei.

„Eine 100 prozentige Sicherheit gegen Fahrraddiebe gibt es nie, aber man kann es den Tätern so schwer wie möglich machen“, sagt Köster abschließend. Infos zum Thema Prävention vor Fahrraddiebstahl gibt es auf der Homepage der Polizei Bremen unter polizei.bremen.de

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