Michaela Duwald hat sich mit 51 Jahren den Traum von einer abgeschlossenen Berufsausbildung erfüllt.Foto: gri Michaela Duwald hat sich mit 51 Jahren den Traum von einer abgeschlossenen Berufsausbildung erfüllt.Foto: gri
Berufsleben

Ein Lehrling mit Anfang 50

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In der Regel macht man seine Ausbildung als Jugendlicher. Die Delmenhorsterin Michaela Duwald hat sich diesen Lebenstraum erst mit Anfang 50 erfüllt und ist stolz auf das Erreichte.

„Ich wurde bereits früh Mutter, mit gerade einmal 17 Jahren und habe nie eine Berufsausbildung gemacht“, sagt Michaela Duwald. Es folgten vier weitere Kinder Das älteste der fünf Kinder ist 33, das jüngste zehn Jahre alt. Die Familie lebt in Delmenhorst, der Ehemann arbeitet als Küchenleiter in zwei Fachkliniken in Ahlhorn und Neerstedt.

„Vor 33 Jahren war es nicht ungewöhnlich ‚nur Mutter und Hausfrau‘ zu sein. Doch das hat mir auf Dauer nicht gereicht. Ich arbeite zwar schon länger in Teilzeit, aber auch das erfüllte mich nicht. Der Wunsch nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung wurde mit den Jahren immer stärker“, betont Duwald.

Mutter von fünf Kinder

Im vergangenen Jahr war es dann endlich so weit. Über eine Arbeitskollegin ihres Mannes erfuhr sie vom Bildungswerk für Haushaltsmanagement DHB Oldenburg e.V. und deren Lehrgangsangebot.

„Dort habe ich mich zur Hauswirtschafterin ausbilden lassen“, erzählt sie.   Voraussetzung für den Berufsabschluss ist die Führung eines Mehrpersonenhaushaltes oder eine hauswirtschaftliche Tätigkeit über mindestens viereinhalb Jahre. 300 Unterrichtsstunden umfasste der einjährige Lehrgang. Er endete mit einer Prüfung vor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die der Abschlussprüfung zur Hauswirtschafterin in der dreijährigen Berufsausbildung entspricht.

Ausbildung zur Hauswirtschafterin

„Damit hätte ich auch in einer Großküche oder oder im Seniorenheim anfangen können, doch das wollte ich nicht. Mir ging es einfach um den Abschluss als solchen. Als Beweis es geschafft zu haben,“, sagt sie. Die bestandene Prüfung sei sehr wichtig für ihr Selbstwertgefühl gewesen.

„Mein Mann Uwe hat mich bei meinem Plan von Anfang an unterstützt“, sagt die Delmenhorsterin. Sie zahlte die Kursgebühr selber, wurde von der Koordinierungsstelle „Frauen und Wirtschaft“ lediglich mit einem Weiterbildungsgutschein unterstützt. Aber man kann die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen auch vom Arbeitsamt übernehmen lassen.

Arbeitsamt übernimmt die Lehrgangskosten

Der nächste Schritt auf der beruflichen Laufbahn von Frau Duwald ist eine neue Stelle im Büro bei einer Firma in Hude. Anfangs in Teilzeit, soll daraus später eine Anstellung mit mehr Stundenumfang werden.

Tipp: Frauen, die sich weiterbilden lassen oder nach einer Phase der Berufsunterbrechung wieder in das Erwerbsleben zurückkehren wollen, bekommen Hilfe bei den niedersächsischen Koordinierungsstellen.   Nähere Infos erhält man online oder man ruft unter der Rufnummer 04431 8 54 72 an. Die nächste Geschäftsstelle ist im Kreishaus an der Delmenhorster Straße 6 in Wildeshausen.

Doch das Team bietet nehmen individuellen Terminen auch regelmäßig Beratungen und Workshops in Delmenhorst und Ganderkesee an. Zu einem Seminar werden Frauen beispielsweise für Donnerstag, 18. Mai, von 9 bis 13 Uhr, in die Volkshochschule in Delmenhorst geladen. Die Referentin Imke Leith vermittelt den Teilnehmerinnen Impulse, wie sie Entscheidungen für ihren beruflichen Wiedereinstieg sicher treffen können. Anmeldung bei der VHS unter Telefon 04221 98 18 00. 

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