Bangkok ist eine atemberaubende Metropole - die Foodtour führt durch das Viertel Bangrak - direkt auf der gegenüberliegenden Flussseite. Foto: Bohlmann-Drammeh
Foodtour

Stadttrip mal anders: Bangkok für den Gaumen

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Hier ist das Wetter kalt und grau. Im Thailandurlab kann man sich die Sehenswürdigkeiten Bangkoks ansehen – oder man lässt sich das Land auf der Zunge zergehen. Ein kulinarischer Reisetipp aus der Redaktion.

Um zehn Uhr morgens startet die Food-Tour durch eines der ältesten Viertels Bangkok, Bangrak, das „Dorf der Liebe“. Es ist schon jetzt 25 Grad und man sollte besser mit leerem Magen starten – auch wenn die erste Station der Bangkok-Foodtour geröstete Ente verspricht. Bei den Temperaturen ist herzhaft ohnehin besser verdaulich als jedes Marmeladenbrötchen.

Besagte Vögel hängen rot-gold-gebraten in der Auslage des ersten Restaurants, dem „Charoen Wieng Phochana“ in einer Seitenstraße der Charoen Krung Road – nicht viel mehr als eine Garage mit Grill. Vor 50 Jahren gegründet, wurde das Restaurant durch seine Enten berühmt. Die Enkelin des Gründervaters serviert die mit grobem Beil zerhackten Entenbruststücke, dazu gibt es Reis und Gurke – ein guter Start.

Strammer Spaziergang zwischen Sehenswürdigkeiten

Weiter geht es in die Historie des Bangrak-Viertels, der man sich auf der Foodtour ausnahmslos kulinarisch nähert. Der zweite der insgesamt fünf Stopps ist ein indisches Restaurant. Bangrak hat als ehemaliges Hafenviertel über Jahrhunderte Menschen aus aller Welt angezogen. In dem Restaurant an der Charoen Krung Road kredenzt der indische Koch um die Mittagszeit die thailändische Version von mit Spinat gefüllten Rotis – Weizenbrot dünn wie Blätterteig.

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Dank der Spinatfüllung liegt das Brot schwer im Magen und ein zehn-minütiger Verdauungsspaziergang vorbei an der 200 Jahre alten katholischen Assumption Kathedrale bis zum nächsten Stopp tut, trotz mittlerweile knapp 30 Grad, gut. Die Führerin von Bangkok Food Tours, Fon, hat zu jedem Gebäude, das auf dem Weg liegt, interessante Geschichten zu erzählen. Ihr Schrittempo ist in der Mittagshitze allerdings bewundernswert zügig. 

Moderne Bäckerei mit langer Tradition

Das Wasser, was beim Schwitzen verloren gegangen ist, kann man sich bei der nächsten Station wieder einflößen, in Form einer köstlichen thailändischen Nudelsuppe. Die Brühe, mit frischem Gemüse, ordentlich Chili, den typischen Fischbällchen und Wurst gespickt, ist, so absurd es klingt, in der Hitze genau das richtige. Sie regt den Kreislauf an und füllt den Elektrolyt-Haushalt wieder auf.

Nach all den herzhaften Leckereien, sagt Fon, es sei Zeit für etwas Süßes. In der Panlee Bakery an der Charoen Krung Road empfängt einen schon beim Reinkommen der Duft von frischen Backwaren. Zwar ist der Verkaufsraum modern restauriert und durchgestylt, doch die kleine Bäckerei hat eine lange Tradition.

Der Großvater des heutigen Besitzers hat seine Backkunst von einem Verwandten gelernt, der Koch im berühmten Mandarin Oriental Hotel war und als Straßenverkäufer angefangen. Mittlerweile führt die Familie das Café seit über 60 Jahren. Wir essen süße Brötchen mit einer undefinierbaren aber leckern Füllung, dazu gibt es stark gesüßten kalten Tee.

Ein Gang zur Toilette lohnt sich ebenfalls – wenn auch nicht aus hygienischer Sicht. Doch um sich zu erleichtern, muss man durch die Backstube und kann den Konditoren beim Zubereiten der süßen Köstlichkeiten über die Schulter schauen, vorausgesetzt man hält es bei gefühlten 100 Grad lange aus.

Dinieren bei der thailändischen Königsfamilie

Eine Abkühlung verspricht der fünfte und letzte Stopp unserer Food-Tour: Im Kalapraprek Restaurant gibt es für uns köstliches Mangoeis. Das Restaurant ist eine gute Adresse, um sich einmal „adelig“ zu fühlen: Der Besitzer ist der Großenkel eines früheren thailändischen Königs.

Und auch wenn der Bauch jetzt gut gefüllt ist, lässt sich Fon es nicht nehmen, auf dem Rückweg noch gebackene Bananen für uns zu kaufen. Mit herrlich süßem Nachgeschmack endet die Tour gegen Mittag zurück an der Metrostation. Fazit: Einen besseren Vorgeschmack auf Thailands quirlige Metropole bekommt man nicht.

Infos

Foodtour: Bangkok Food Tours bietet seine geführten Touren tagsüber und nachts (dann mit dem Tuk Tuk) in verschiedenen Stadtvierteln an.

Flug: Thai Airways International (THAI) fliegt mehrmals in der Woche ab Frankfurt und München nach Bangkok.

Unterkunft: Eine Woche im Avani Riverside Bangkok Hotel (4,5 Sterne) kostet bei der TUI mit Frühstück und Flug am 27. September ab Bremen ab 892 Euro pro Person im Doppelzimmer.

Auskunkt: Alles über Urlaub in Thailand beim Thailändischen Fremdenverkehrsamt

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