Wer Alkohol trinken möchte sollte sich zuerst fragen, ob das zur jeweiligen Situation passt. Das raten die Mitarbeiter der Drob. Auf der Arbeit beispielsweise habe Alkohol nichts zu suchen. Und auch wer nachmittags auf einem Empfang das eine oder andere Glas Sekt trinkt, sollte sich danach nicht mehr hinter das Steuer setzen. Foto: DHS Wer Alkohol trinken möchte sollte sich zuerst fragen, ob das zur jeweiligen Situation passt. Das raten die Mitarbeiter der Drob. Auf der Arbeit beispielsweise habe Alkohol nichts zu suchen. Und auch wer nachmittags auf einem Empfang das eine oder andere Glas Sekt trinkt, sollte sich danach nicht mehr hinter das Steuer setzen. Foto: DHS
Alkoholmissbrauch

Aktionswoche soll Autofahrer und Radler aufrütteln

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In der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche zum Thema „Alkohol“ geht es darum, Verkehrsteilnehmer anzuregen, über den eigenen Alkoholkonsum nachzudenken. Angesprochen sind sowohl Auto- als auch Radfahrer.

„Wir möchten aufrütteln, nicht erziehen“, stellt Evelyn Popp klar. Die Leiterin der Anonymen Drogenberatung (Drob) in Delmenhorst hat im Rahmen ihrer täglichen Arbeit oftmals mit Personen zu tun, die ihren Führerschein verloren haben, weil sie alkoholisiert mit dem Auto oder dem Fahrrad gefahren sind.

„Viele sind nicht unbedingt suchtkrank, aber wollten aus verschiedenen Gründen nicht nüchtern das Fahrzeug lenken“, sagt  sie und erklärt: „Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, beispielsweise im Straßenverkehr, in der Schwangerschaft, bei der Arbeit oder beim Sport nüchtern zu sein. Wenn einem das nicht gelingt, dann liegt die Vermutung nahe, dass man ein Problem damit hat.“

Eine kalte Dusche beschleunigt nicht den Abbau von Alkohol

Als Gründe für das Trinken würden Jugendliche und Erwachsene oftmals das Gleiche nennen: „Weil es Spaß macht, entspannt oder es die anderen auch machen“, zählt die Drob-Leiterin auf. Ziel der Aktionswoche sei es daher, die Augen dafür zu öffnen, auch mal zu hinterfragen, warum man am Morgen nach einer Feier immer noch 1,8 Promille im Blut habe. „Da helfen auch Kaffee und eine kalte Dusche nichts. Sie bringen vielleicht den Kreislauf in Schwung, beschleunigen aber nicht den Abbau von Alkohol im Blut“, macht  Henning Fietz, Drob-Bereichsleiter für Suchtprävention an Schulen, deutlich.

„Mit einer Blutalkohlkonzentration von 0,8 Promille am Steuer ist das Risiko, einen tödlichen Unfall zu erleiden, viermal so hoch wie im nüchternen Zustand“, sagt Henning Fietz.

Auch Radfahrer müssen zuerst ihren Rausch ausschlafen

Doch auch als Radler sollte man zuerst seinen Rausch ausschlafen, bevor man wieder in die Pedale tritt. Eine aktuelle Studie an Delmenhorster Schulen habe ergeben, dass es jeder vierte Junge im Alter von 12 bis 17 Jahren „vernünftig“ findet, mit dem Fahrrad zu fahren, wenn er Alkohol getrunken hat. Bei den Mädchen sei es jedes zehnte in dieser Altersklasse.

„Hier sind die Eltern in der Pflicht. Wenn sie ihren Kindern erlauben, Alkohol zu trinken, dann müssen sie auch dafür sorgen, dass sie abgeholt werden oder sie müssen ihnen das Geld für das Taxi geben“, betont Fietz.

Weitere Informationen zur Aktionswoche und einen Selbsttest finden Interessierte unter www.aktionswoche-alkohol.de.

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