Freiwillige Feuerwehr Neustadt. Foto: Schlie Die Freiwilligen Feuerwehren in Bremen haben zurzeit 639 aktive Mitglieder. Foto: Schlie
Brandschutz

Nachwuchsprobleme: Wer kommt, wenn es brennt?

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Die Freiwillige Feuerwehr klagt bundesweit über Nachwuchsprobleme. Jugendliche für ein Ehrenamt zu begeistern ist eine schwierige Aufgabe heutzutage. Die Freiwilligen Feuerwehren Bremen sind davon nicht ausgeschlossen.

Brandbekämpfung, Unfallhilfe, Gefahrenabwehr – alles Aufgaben, die ohne die Hilfe von Freiwilligen Feuerwehren nicht zu bewältigen wären. Das Prinzip der ehrenamtlichen Hilfe bildet das Rückgrat eines funktionierenden Sicherheitsapparats – doch es steckt in der Krise. Bundesweit finden immer weniger junge Menschen den Weg in den freiwilligen Brandschutz.

Bei der Bremer Feuerwehr kennt man das Problem. „Nachwuchsmangel ist immer ein Thema“, sagt Sprecher Andreas Desczka. Zwar sei die Gesamtzahl der freiwilligen Aktiven im Stadtraum Bremen über die Jahre relativ stabil geblieben, doch je weiter man sich vom Stadtzentrum entferne, desto stärker wirke sich der Trend aus.

„Das Problem ist standortbezogen“

2011 wurde die Freiwillige Feuerwehr St. Magnus in Bremen-Nord aufgelöst – aus Gründen der Überalterung. Auch Feuerwehren in Timmersloh oder in Lesumbrok hätten mit fehlendem Nachwuchs zu kämpfen.

„Das Problem ist standortbezogen“, weiß Christian Patzelt, Landes-Jugendfeuerwehrwart und Pressesprecher des Landesfeuerwehrverbands Bremen. Er sagt: „In Ballungszentren ist die Zielgruppe potenzieller Neumitglieder größer als für Feuerwehren in ländlichen Regionen.“

Kinder- und Jugendarbeit als bewährter Ansatz

Das Nachwuchsproblem sei ein Symptom gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen: Die Landflucht junger Menschen in die Städte, das demografische Altern, rückgängiges Interesse am Ehrenamt – dies könne man nicht aufhalten, wohl aber versuchen, dem mit probaten Mitteln entgegenzusteuern.

„Öffentlichkeitsarbeit ist nach wie vor ein Mittel, um Akzeptanz für das Ehrenamt Feuerwehr zu schaffen“, so Patzelt. Persönlicher Kontakt, etwa auf Straßen- oder Kinderfesten sei unersetzbar. Ein ebenfalls bewährter Ansatz ist nachhaltige Kinder- und Jugendarbeit.

Soziale Medien müssen ausgebaut werden

Derzeit gäbe es zwölf Jugendfeuerwehren. Doch die allein reichen nicht mehr aus, meint Sprecher Andreas Desczka: „In die Jugendfeuerwehr darf man erst mit zehn Jahren eintreten, im Vergleich zu Sportvereinen ist das spät.“ Abhilfe sollen da Kinderfeuerwehren schaffen.

Das Eintrittsalter liegt hier bei fünf bis sechs Jahren. Ende September soll die erste in Mahndorf entstehen. Doch um an die medienaffine Jugend heranzutreten, müsse auch der Onlineauftritt ausgebaut werden, insbesondere der Bereich Soziale Medien.

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