Heike Teichert, Johanniter-Pflegedienst, Digitalisierung in der Ambulanten Pflege, Bremen, März 2017. Wirtschaft_Pflege_3sp_4C. Foto: Nikolai Wolff In der Pflege unterstützen Smartphone und Tablet zunehmend die Abläufe. Foto: Nikolai Wolff
Digitalisierung

Onlinebefragung: Wie digital ist die Bremer Pflege?

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Immer mehr Pflegedienste setzen auf digitale Tourenbegleiter, die den Alltag erleichtern sollen. Doch wie sieht es in Bremen aus? Ergebnisse soll nun eine Onlinebefragung liefern.

Von Insa Lohmann

Tourenpläne, Übergabeinformationen, Leistungsnachweise und Dokumentationen: In der ambulanten Pflege wurde ein Großteil der schriftlichen Arbeit lange Zeit auf Papier gemacht. Viele Betriebe setzen jedoch zunehmend auf die Hilfe von Smartphones und Tablets.

Im Rahmen einer Onlinebefragung möchte die Arbeitnehmerkammer Bremen nun herausfinden, wie die Nutzung im Land Bremen aussieht. Noch bis Ende Juni befragt das Institut für Arbeit und Wirtschaft Bremen (IAW) erstmals Pflegebeschäftigte und Pflegedienstleitungen zur Digitalisierung in der ambulanten Pflege.

Pflegebereich bisher wenig technikorientiert

2015 arbeiteten in Bremen mehr als 4.000 Menschen in 91 ambulanten Pflegediensten. Bisher wurde jedoch kaum untersucht, wie weit digitale Tourenbegleiter verbreitet sind und wie zufrieden Pflegedienste und -kräfte mit dem Einsatz sind.

Während in der Industrie schon fast standardmäßig über Begriffe wie Arbeit 4.0 diskutiert wird, sei der Pflegebereich bisher wenig technikorientiert, wie Carola Bury, Gesundheitsreferentin bei der Arbeitnehmerkammer Bremen, weiß. „Aber die Pflege ist stark im Wandel“, sagt die Expertin.

Möglichst schnell an Infos der Pflegebedürftigen kommen

Da auch in Bremen immer mehr Menschen im Falle der Pflegebedürftigkeit in ihrer eigenen Wohnung bleiben möchten, wachse die Bedeutung der ambulanten Pflege. Vor allem der Informationsaustausch innerhalb des Pflegedienstes sei wichtig für die Abläufe, so Bury.

Denn wer seine Kollegen im Falle von Urlaub oder Krankheit vertrete, müsse möglichst schnell an wichtige Infos der Pflegebedürftigen kommen. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt die Gesundheitsreferentin.

Freiwillige für Onlinebefragung gesucht 

Ziel der Befragung sei deshalb zunächst eine Bestandsaufnahme, um langfristig die Arbeitsbedingungen der Pflegenden zu verbessern. „Der Einsatz digitaler Tourenbegleiter soll keine zusätzliche Belastung sein für die Pflegekräfte, sondern ihnen die Arbeit erleichtern.“

Im Raum steht deshalb auch die Frage, wie sich die Arbeit durch den Einsatz von Tablet und Smartphone verändert hat und welche Verbesserungen sich die Pflegekräfte wünschen. Die Befragung richtet sich nicht nur an Betriebe, die bereits Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Hilfsmittel gemacht haben.

Teilnehmen können alle Führungskräfte und Pflegenden in der ambulanten Pflege, Interessenvertretungen und Auszubildende. Die Onlinebefragung dauert rund zehn Minuten und steht noch bis Ende Juni unter der Adresse digitour-bremen.de zur Verfügung. Die Ergebnisse sollen Anfang nächsten Jahres veröffentlicht werden.

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