Als Anwohner der Rübhofstraße beobachtet Jürgen Schmonsees die neue Geschwindigkeitsbegrenzung und kritisiert eine mangelnde Akzeptanz bei den Autofahrern. Foto: Möller Als Anwohner der Rübhofstraße beobachtet Jürgen Schmonsees die neue Geschwindigkeitsbegrenzung und kritisiert eine mangelnde Akzeptanz bei den Autofahrern. Foto: Möller
Kontrolle gefordert

Neue Tempo-30-Zone: Gut gemeint, auch gut gemacht?

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Eine Gesetzesänderung ermöglicht es der Stadtverwaltung, sensible Verkehrsbereiche mit Tempolimits zu belegen. Die neuen Schilder hängen seit rund vier Wochen, allein die Akzeptanz bei den Autofahrern fehlt noch.

Kindergärten, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser können neuerdings stärker gegen Raserei geschützt werden. Die Straßenverkehrsbehörden brauchen nicht mehr nachzuweisen, dass eine Tempo-30-Beschränkung der Feststellung als Unfallschwerpunkt folgt. Nach einer entsprechenden Vereinfachung der Straßenverkehrsordnung ist die Ausweisung von streckenbezogenen Tempolimits vor so genannten sensiblen Bereichen möglich.

Die Stadtverwaltung hat daraufhin, angeregt von der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die Lindenstraße im Bereich Am Krummwinkel/Auf dem Pass in die bestehende Tempo-30-Zone integriert. Dadurch tritt dort auch die Verkehrsregel „Rechts vor Links“ in Kraft. Betroffen sind davon die Kreuzungen Lindenstraße/Auf dem Pass, Lindenstraße/Am weißen Sande/Am Krummwinkel sowie Lindenstraße/Am Wasserturm. Auf die „geänderte Vorfahrt“ sollen für einen Übergangszeitraum Hinweisschilder aufgestellt werden, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Tempo-30 ruft auch Kritiker auf den Plan

Tempo 30 gilt während des allgemeinen Schulbetriebs auch in der Rübhofstraße vor der Findorffschule, in Pennigbüttel vor der dortigen Grundschule sowie in der Biloher Straße vor Kita und Schule Ohlenstedt. Fahrlehrer Klaus Siems begrüßt diese Neuregelung ausdrücklich und spricht der Verwaltung für ihr zügiges Handeln „so schnell nach der Gesetzesnovelle“ sein Lob aus.
Die Beschilderung im Bereich der Rübhofstraße ruft auch Kritiker auf den Plan: Anwohner Jürgen Schmonsees beobachtet, dass sich weder Personenkraftwagen noch der Schwerlastverkehr von den Tempo-30-Schildern beeindrucken lassen. Er fordert Radarkontrollen. Schmonsees kritisiert insbesondere den Aufstellungsort eines der Schilder. Weil es in der Kurve direkt vor dem Eingang der Gaststäte „Zur Amtslinde“ hängt, werde dem Zeichen wohl nicht ausreichend Beachtung geschenkt.

Die Kreisverwaltung hat diesen Hinweis zum Anlass genommen, den Standort zu prüfen: „Für den Standort gelten bundesweite Vorgaben, die zu berücksichtigen sind. Derzeit sieht die Kreisverwaltung unter Berücksichtigung dieser Vorgaben keinen besseren alternativen Standort“, so Verwaltungssprecherin Jana Lindemann gegenüber unserer Zeitung. Die Kreisstraßenmeisterei werde den Bereich weiter beobachten, „insbesondere nach Beginn des neuen Schuljahres“. Bei Bedarf würden sich Stadt- und Kreisverwaltung erneut abstimmen.

Radarmessungen sind jederzeit möglich

Fürs Rathaus verteidigt Sprecherin Nicoline Schambach die Platzierung: „Die Aufstellung des Schildes nach der Kurve ist sinnvoll, da an der Stelle beschleunigt wird und das Schild dort auch sichtbar ist“. Für die Überwachung des fließenden Verkehrs seien der Landkreis und das Polizeikommissariat zuständig. Eine Geschwindigkeitsüberwachung werde nur während der Schulzeiten erfolgen. „Aufgrund der Sommerferien haben die Autofahrer somit nun eine Eingewöhnungsphase“, so Schambach auf Nachfrage unserer Redaktion. „Autofahrer müssen überall und jederzeit mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen“, ergänzt Kreishaussprecherin Jana Lindemann.

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