Da klickten die Handschellen: Polizei nahm Halskettenräuber fest. Foto:pv Der Polizist habe den 54-Jährigen damals "mehrfach und erheblich" geschlagen, wie Gerichtssprecher Holger Schröder sagt. Foto: pv
Polizeigewalt

Unschuldigen verprügelt: Polizist ficht Urteil an

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Weil er einen Mann krankenhausreif schlug, wurde ein Bremer Polizist wegen Körperverletzung im Amt zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen das Urteil legte er Berufung ein - und scheiterte.

Das Opfer habe zahlreiche körperliche Verletzungen davongetragen, sagt Holger Schröder, Sprecher des Landgerichts Bremen, unter anderem zahlreiche Schnittwunden, ein zertrümmertes Jochbein und Schädelfrakturen. 

“Zudem leidet der Mann an den psychischen Folgen”, so Schröder. Das Opfer, ein damals 54-jähriger Brasilianer, befände sich seit der Attacke in psychiatrischer Behandlung. Im Mai 2013 wurde er von einem Zivil-Polizisten ins Krankenhaus geprügelt. 

“Mehrfach und erheblich” eingeschlagen 

Der damalige Beamte hielt den 54-Jährigen für einen flüchtenden Einbrecher, nahm die Verfolgung auf. Das spätere Opfer hielt den sich nähernden Mann für einen Betrunkenen und versuchte auszuweichen. 

Als der Polizist den vermeintlichen Einbrecher stellte und zu Boden brachte, habe dieser mit den Händen auf den Unschuldigen eingeschlagen, wie Schröder sagt – “mehrfach und erheblich.” Der Polizist wurde vor Gericht gestellt. 

Revision noch eine Woche möglich

Das Amtsgericht Bremen verurteilte den Polizisten 2015 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung. Auch wurde er aus dem Dienst verwiesen. Dagegen legten sowohl der Verteidiger des Angeklagten, der Freispruch forderte, als auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein – sie hielt das Strafmaß für zu gering. 

Doch am Montag, den 14. August, wies die Strafkammer des Landgerichts Bremen beide Berufungen zurück. Damit können beide Seiten Revision einlegen – geschieht das nicht innerhalb von einer Woche, gilt das Urteil als rechtskräftig. 

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