Der Biber breitet sich wieder in Deutschland aus. Über kurz oder lang könnten die Nagetiere sich auch im Landkreis Osterholz ansiedeln. Foto: Tierfotoagentur/m.blue-shadow/DJV Der Biber breitet sich wieder in Deutschland aus. Über kurz oder lang könnten die Nagetiere sich auch im Landkreis Osterholz ansiedeln. Foto: Tierfotoagentur/m.blue-shadow/DJV
Natur

Kehrt der Biber in den Landkreis Osterholz zurück?

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Einst nahezu ausgerottet, hat sich der Biber wieder stark ausgebreitet. Das zeigen Sichtungen, die Jäger und Wissenschaftler ausgewertet haben. Auch im Landkreis scheint die Rückkehr nur eine Frage der Zeit zu sein.

Dem Biber geht es gut in Deutschland. Das zeigen Daten zur Entwicklung Vorkommens von 2006 bis 2015.

Der ehemals bedrohte Pflanzenfresser breitet sich inzwischen bundesweit aus. Spitzenreiter ist das Land Brandenburg. Dort haben Jäger den Biber 2015 in 41 Prozent der Reviere nachgewiesen – eine Steigerung von 27 Prozentpunkten gegenüber 2006.

Rund 500 Biber in Niedersachsen

Doch auch in Niedersachsen ist der Nager längst wieder ein Thema. „Insgesamt kann von zirka 110 Biber-Revieren landesweit ausgegangen werden. Bei zwei adulten Individuen sowie zwei bis drei Jungtieren je Revier ergibt sich eine ungefähre Bestandsgröße von 500 Bibern im Land Niedersachsen“, sagt Bettina S. Dörr vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küs­ten- und Naturschutz (NLWKN) auf Nachfrage unserer Redaktion.

Rund 50 Reviere entfielen auf das Emsland, etwa 30 befänden sich an der Elbe, weitere 25 Reviere seien im Gebiet der Aller festgestellt worden. „Im Landkreis Osterholz kommt der Biber aktuell im Grunde noch nicht vor“, erklärt Kreisjägermeister Heiko Ehing, der auch die Verwechslungsgefahr mit den sich rasant verbreitenden Nutria ins Spiel bringt. Aber angesichts der Tatsache, dass sich die Nagetiere beispielsweise an der Elbe schon wohlfühlten, „kann man davon ausgehen, dass es den Biber in ein paar Jahren auch bei uns geben wird“, so Ehing.

Diese Annahme bekräftigt die Sprecherin des NLWKN: „Voraussichtlich wird die Kapazitätsgrenze für den Bestand der Elbe-Population in absehbarer Zeit erreicht werden, so dass eine verstärkte Abwanderung der Biber in die Nebengewässer der Elbe erwartet wird“, so Bettina S. Dörr.

Nager können auch zum Problem werden

„Für den Wald und die biologische Vielfalt wäre es schön und eine Bereicherung“, findet Kreisjägermeister Heiko Ehing. Betont aber gleichzeitig, dass der Biber sicher nicht überall ein gerngesehener Gast wäre. „Landwirten könnte er auch mal einen Acker unter Wasser setzen.“

Dem ­NLWKN lägen derzeit nur wenige Informationen über Biberschäden vor, genauer gesagt sechs Fälle in 15 Jahren. Dabei habe es sich zumeist um die Errichtung eines so genannten Biberdamms gehandelt, die zu einer Flutung landwirtschaftlicher Flächen und eines Wohnungskellers geführt hätte, sowie um Fraßschäden an einer Weihnachtsbaumkultur. „Beeinträchtigungen von Hochwasserschutzanlagen durch Biberschäden sind dem NLWKN nicht bekannt, erscheinen jedoch als möglich“, so Dörr.

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