Die Gelbe Säcke werden ebenso wie Restmüll in Stuhr nur einmal im Monat von der AWG abgeholt. Dabei kann jede Menge Müll zusammenkommen. Die Gelben Säcke werden ebenso wie Restmüll in Stuhr nur einmal im Monat von der AWG abgeholt. Dabei kann jede Menge Müll zusammenkommen. Foto: wikipedia
Müllentsorgung

Stuhrer beschweren sich über die Abfallentsorgung

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Im Landkreis Diepholz werden Restmüll und Gelber Sack nur alle vier Wochen geleert. Einige Bewohner aus Stuhr beschweren sich - die Abfallwirtschaftsgesellschaft AWG in Bassum hält dagegen und erklärt ihre Gründe.

Maden krabbeln im Restmüll, Fliegen schwirren um den Abfall und ein unangenehmer Geruch kommt aus der Tonne: So beschreiben einige Stuhrer die Folgen der nur vierwöchigen Abfallentsorgung im Landkreis Diepholz.

Gestank in der Tonne

„Es ist eklig, wenn man die Tonne aufmacht“, beschreibt Gaby Dirk. Jedes Jahr im Sommer hat sie Maden in ihrer Restmülltonne. Die Beutel seien verschlossen, die Tonne gereinigt – das Problem bleibt.

Die 58-Jährige zog 2013 nach Stuhr und kannte nur die zweiwöchige Leerung. Sie erinnert sich, dass ihr erster Sommer in Stuhr sehr heiß war. Der Gestank sei unerträglich gewesen. „Es war das erste Mal, dass ich mich darüber ärgerte.“

Müllbeutel als Zusatz für die Tonne

Auch Fenja Warneke hätte gerne eine andere Lösung. Sie stellt ihre Mülltonnen bereits in den Schatten – Gestank und Fliegen bleiben jedoch. Als sie noch in Bremen wohnte, sei es im Sommer deutlich angenehmer gewesen. Warneke kritisiert auch, dass nach einer Feier eine 120 Liter Tonne nicht ausreiche.

Das Bürgerbüro Stuhr bietet Müllbeutel an, die man zusammen mit der Tonne an die Straße stellen kann. Die sind Warneke aber für 4,50 Euro das Stück zu teuer. „Man bekommt nicht das für sein Geld, was man erwartet“, sagt sie enttäuscht.

Eine andere Option wäre, den Müll auf dem Wertstoffhof Weyhe zu bringen – falls man ein Auto besitzt. „Ich packe meinen stinkenden Müll doch nicht in den Kofferraum“, entgegnet Warneke.

Lange Fahrwege im Landkreis

Die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) ist für die Müllentsorgung im Landkreis Diepholz zuständig. „Diepholz ist ländlich geprägt. Man kann kilometerlang fahren, ohne jemanden zu Gesicht zu bekommen“, beschreibt Matthias Kühnling von der AWG. Weite Fahrten, halbvolle Tonnen und Mülltrennung – all das waren Gründe, warum der Abfalll seit den 90er Jahren nur noch einmal im Monat abgeholt wird.

„Es kommt in Diepholz nicht mehr so viel in den Restmüll“, betont Kühnling. Und die Biotonne werde schließlich alle 14 Tage geleert. Würden auch Restmüll und gelbe Säcke häufiger abgeholt, bräuchte die AWG mehr Fahrzeuge und Fahrer. Die Folge: Höhere Kosten für die Stuhrer.

Vergleich der Kosten

Zum Vergleich: Im Landkreis Verden gibt es die Option zwei- oder vierwöchige Abholung. Erstere kostet bei 60 Liter Restmüll 81 Euro. Die Option von vier Wochen kostet nur rund die Hälfte, lediglich 40,80 Euro.

Die theoretisch anfallenden Kosten bei einer 14-tägigen Abholung würden sich laut Kühnling zwar nicht verdoppeln, aber es gäbe einen merkbaren Kostenanstieg. Aktuell zahlt man in Diepholz für 60 Liter Restmüll 107,40 Euro. „Ich gebe gerne etwas mehr aus, wenn ich dafür den Gestank nicht hätte“, sagt Dirk.

Tipps zur Tonne

Das Geruchsproblem ist laut Kühnling der AWG bewusst. Deswegen gibt es unter awg-bassum.de Tipps zur Tonne: Windeln, Tierabfälle et cetera soll man in Tüten einpacken, bevor man sie wegwirft. Die Tonne ab und zu reinigen, belüften und in den Schatten stellen. „Es ist meist eine Entscheidung der Handhabung wie sehr die Tonne stinkt“, ist sich Kühnling sicher.

Und wenn es selbst nach Befolgen der Tips noch im Müll vor Maden wimmelt, wissen sich die Stuhrer zu helfen: Tonne auf und warten, bis Spatzen oder Igel (oder vielleicht auch die Ratten) ihr Festmahl beendet haben.

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