mar 70 Jahre Bremen Fischereihafen 5sp4c. Foto: Wolfhard Scheer Der Fischereihafen ist mit einer Fläche von rund 440 Hektar und mehr als 400 ansässigen Unternehmen das größte Gewerbegebiet in Bremerhaven und umzu. Luftfoto: Wolfhard Scheer
70 Jahre Land Bremen

Mehr als nur Fische: Erlebnisstadt Bremerhaven

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Die Havenwelten mit ihren Attraktionen locken immer mehr Besucher in die Seestadt. Nur einer von vielen Touristenmagneten. Auch als „Fischlieferant“ für die ganze Nation hat sich Bremerhaven längst einen Namen gemacht.

Einst war Bremerhaven Bremens „Tor zur (Neuen) Welt“. Zwischen 1830 und 1974 brachen über sieben Millionen Menschen von der Seestadt aus auf, um sich in Übersee eine neue Existenz aufzubauen.

Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert und das „Tor zur Welt“ bringt – dank der vielen Kreuzfahrtschiffe, die in Bremerhaven anlegen – zahlreiche Gäste in den Nordwesten.

Am 30. Mai legt beispielsweise die „Costa Magica“, mit etwa 3.000 Passagieren an Bord, erstmals am Columbus Cruise Center an, das im Mai 2003 eingeweiht wurde.

Bremerhavens Kreuzfahrtterminal wird für Reedereien immer attraktiver und kann sich während der aktuellen Saison kaum über einen Anläufemangel beklagen.

Havewelten als Touristenmagnet

Vom Kreuzfahrtenboom profitiert auch das Bundesland Bremen. Jüngsten Prognosen zufolge soll bereits im kommenden Jahr die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere auf 200.000 steigen, 2016 waren es 50.000 weniger. Doch nicht nur das moderne Columbus Cruise Center, das eine schnelle und bequeme Abfertigung der Passagiere ermöglicht, macht Bremerhaven für die Reedereien attraktiv.

Auch das „Drumherum“ braucht sich nicht zu verstecken. In den vergangenen Jahren ist mit den Havenwelten ein touristischer Magnet mit vielen Highlights entstanden.

Im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost (Eröffnung: 2009) begeben sich die Besucher beispielsweise auf eine spannende Abenteuerreise rund um den Globus.

Auf Tuchfühlung mit Meeresbewohnern

Sie streifen bei trockener Hitze durch die Wüste, spüren die eisige Kälte der Antarktis und tauchen ein in das tropische Klima am Südseestrand von Samoa, wo unzählige, bunte Fische in riesigen Aquarien ihre Kreise ziehen.

Tierische Begegnungen en masse gibt es auch im barrierefreien Zoo am Meer (Eröffnung: 1928, Neubau: 2004). Die Besucher können aus nächster Nähe Eisbären, Robben, Pinguine und Otter an Land und im Wasser beobachten.

Im Nordsee-Aquarium werden in neun Becken modern inszenierte Unterwasserwelten präsentiert, in denen die unterschiedlichsten Meeresbewohner zu bewundern sind.

Eintauchen in die Geschichte 

Ebenfalls besuchenswert sind das preisgekrönte Deutsche Auswandererhaus (Eröffnung: 2005, erweitert 2012) und das Deutsche Schiffahrtsmuseum (Eröffnung: 1975) mit der weltberühmten, im Jahre 1380 gebauten Hansekogge sowie das U-Boot „Wilhelm Bauer“ im Museumshafen.

Auch interessant: Das Historische Museum Bremerhaven und der seit 1990 im Bremerhavener „Schaufenster Fischereihafen“ als Museumsschiff liegende letzte deutsche Seitentrawler, das Fischereimotorschiff „Gera“.

Auf dem schwimmenden Hochseefischereimuseum dreht sich alles um Fisch.

Fisch, Fisch, Fisch und Wind 

Schließlich bietet Bremerhaven nicht nur etwas für das Auge, sondern auch viel für den Magen – zumindest für Freunde von Fisch: Die „Deutsche See“, das größte Fischunternehmen der Republik, „Frozen Fish“, das die goldgelben Iglo-Fischstäbchen produziert, und Tiefkühlkosthersteller „Frosta“ – sie alle sind im 1896 gegründeten Fischereihafen vertreten.

Mit einer Fläche von rund 440 Hektar und mehr als 400 ansässigen Unternehmen ist er das größte und wichtigste Gewerbegebiet in Bremerhaven und der Region.

Rund 9.000 Menschen arbeiten in Bereichen wie der Lebensmittel- und Fischwirtschaft, in internationalen Konzernen ebenso wie in alteingesessenen Familienbetrieben oder in der Offshore-Windenergiebranche als Schlüsseltechnologie der Energiewende.

Wirtschaft und Forschung Hand in Hand

Auch zahlreiche Unternehmen der maritimen Stahl- und Schiffbauindustrie sowie Forschungszentren und -institute sind im Fischereihafen beheimatet.

Der Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsmeile mit Partnern wie dem Alfred-Wegener-Institut oder Neuansiedlungen wie den Thünen-Instituten für Fischereiökologie und Seefischerei ist ein Alleinstellungsmerkmal des Fischereihafens Bremerhaven und verdeutlicht die Verbundenheit zwischen Wirtschaft und Forschung.

Die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH (FBG) managt für das Land Bremen den Fischereihafen (Landseite) seit 120 Jahren.

Außerdem betreibt die FBG das Tourismusareal „Schaufenster Fischereihafen“, das zu einem der attraktivsten maritimen Ausflugsziele an der Nordseeküste zählt.

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