Nach Ansicht der Behörden kein Unfallschwerpunkt: die Kurve an der Arberger Heerstraße. Foto: Barth Nach Ansicht der Behörden kein Unfallschwerpunkt: die Kurve an der Arberger Heerstraße. Foto: Barth
Straßenkurve

Autounfälle: „Muss erst jemand sterben?“

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Helena Brehm-Schröder wohnt an der Arberger Heerstraße. Ihren Angaben zufolge landen regelmäßig Autos wegen überhöhter Geschwindigkeit in ihrem Vorgarten. Die Polizei sieht jedoch keinen Handlungsbedarf.

„Gott sei Dank ist noch nichts Schlimmeres passiert. Aber muss erst jemand sterben, bevor etwas unternommen wird?“, empört sich Helena Brehm-Schröder. Die Anwohnerin aus Arbergen berichtet von vier Autounfällen in zweieinhalb Jahren.

Alle sollen in dem Zaun vor ihrem Haus geendet sein. Der letzte erst vor ein paar Wochen. Die Leute würden die Stelle unterschätzen, viel zu schnell fahren und dann aus der Kurve fliegen.

„Mein Zaun und die Blechschäden an den Autos sind eine Sache. Dass wegen der angrenzenden Kita und der Grundschule hier auch ständig Kinder unterwegs sind, birgt nochmal eine ganz andere Gefahr“, so Brehm-Schröder.

„Baulich liegt hier kein Mangel vor“

Dieses Problem habe sie auch bereits dem Amt für Straßen und Verkehr (ASV) sowie der Polizei geschildert.

„Die Dame hatte sich an unsere Abteilung für die Straßenerhaltung gewandt. In der Zuständigkeit des Straßenbaulastträgers haben Fachleute aus unserem Haus die Situation in Augenschein genommen. Baulich liegt hier kein Mangel vor“, erklärt Martin Stellmann vom ASV.

Die Griffigkeit der Straßenoberfläche sei gut. Zudem sei die Geometrie der Straße für die zulässige innerörtliche Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gut ausgebaut. Die Unfälle seien auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.

„Unser Haus ist mit den zuständigen Stellen, Straßenverkehrsbehörde und Polizei, im Gespräch und erörtert, ob es hier trotzdem einen Handlungsbedarf gibt“, so Stellmann.

Stichprobenartige Geschwindigkeitsmessung

Gibt es nicht, findet jedenfalls die Polizei. Dieser seien die Zaun-Unfälle gar nicht bekannt.

„Es sind polizeilich keine vier Verkehrsunfälle in den vergangenen zwei Jahren an einem Grundstück in diesem Bereich registriert worden. 2014, 2015 und 2016 passierte jeweils ein Verkehrsunfall, der unter Fahrfehler beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit aufgenommen wurde“, sagt Polizei-Pressesprecher Dirk Siemering.

Und diese drei Verkehrsunfälle seien nicht zentral an einer Stelle geschehen, sondern würden auseinander liegen. Zudem messe die Polizei dort sowie im gesamten Stadtgebiet stichprobenartig die Geschwindigkeit.

Keine Verkehrsunfallhäufungsstrecke

Im Bereich der Arberger Heerstraße habe man in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 27 Stunden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt.

„Von 6.899 erfassten Fahrzeugen waren 153 zu schnell. Daraus ergibt sich eine Übertretungsquote von 2,22 Prozent. Das ist ja relativ gering“, meint Siemering.

Die Kurve an der Arberger Heerstraße sei somit keine sogenannte Verkehrsunfallhäufungsstrecke. Daher gebe es seitens der Polizei auch keinen Handlungsbedarf.

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