Kater Ernie besucht inzwischen gemeinsam mit seinem Besitzer Torsten Nürnberger (links) ehrenamtlich Senioreneinrichtungen und Schulen.Foto: Schlie Kater Ernie besucht inzwischen gemeinsam mit seinem Besitzer Torsten Nürnberger (links) ehrenamtlich Senioreneinrichtungen und Schulen. Foto: Schlie
Tiere

Kater Ernie auf Hausbesuch im Bremer Seniorenheim

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Nachdem Maine-Coon-Kater Ernie bereits deutschlandweit mit seinen Spaziergängen für Schlagzeilen sorgte, besucht er nun ehrenamtlich Senioren und Kinder. Seine Anwesenheit wirkt sich positiv auf die Gastgeber aus.

„Die Besuche von Ernie sind nachhaltig. Sie bleiben den Bewohnern in Erinnerung, selbst wenn sie an Demenz erkrankt sind“, sagt Martina Schwarz vom Stadtteilhaus Kattenesch der Bremer Heimstiftung.

Für Ernies zweiten Besuch in der Senioreneinrichtung hatten sie und ihre Kolleginnen sieben Bewohner ausgesucht. „Am schwersten war es, denen, die bei seinem ersten Besuch dabei waren, für diesen abzusagen. Es soll ja jeder mal dran kommen“, erklärt Schwarz.

Ernie ist inzwischen bekannt

Der sechsjährige Maine-Coon-Kater Ernie wurde deutschlandweit bekannt, weil er mit seinen Besitzern Dagmar und Torsten Nürnberger Spaziergänge unternimmt – etwa zur Bank, in die Bremer Innenstadt oder an die Universität (wir berichteten).

Das tut er ohne Leine oder Geschirr und ganz ohne Zwang, wie Nürnbergers berichten.

Auch andere Einrichtungen haben Interesse

Das Stadtteilhaus ist nicht die einzige Senioreneinrichtung, die Ernie besucht und auch Schulen stehen in seinem Terminkalender. Vor allem an Grundschulen ist Ernie beliebt. Demnächst wollen auch Kirchengemeinden und Behindertenwerkstätten den Kater empfangen.

Etwa eine Stunde dauern seine Besuche. In dieser Zeit erzählen Nürnbergers Ernies Geschichte: Der Kater kam vor rund fünf Jahren völlig verwahrlost und unterernährt bei ihnen an, nachdem die Bremer Katzenhilfe ihn aus einem Keller, in dem er gehalten wurde, gerettet und an sie vermittelt hatte.

Ein Tierarzt gab ihm keine Chance mehr. Nürnbergers holten eine zweite Meinung ein und pflegten den Kater sechs Monate lang gesund.

Deutschlandweiter Medienrummel

Seinen ersten Freigang bekam der Stubentiger im Vorgarten des Ehepaars und schnell zeigte sich, dass Ernie sie überall hin begleitete. Gemeinsame Spaziergänge gehören heute zum Alltag.

Immer dabei haben seine Besitzer eine Mappe voller Zeitungsartikel – denn Ernie ist nach einem Bericht im Weser Report Anfang des Jahres inzwischen nicht nur in Bremen berühmt.

Positive Auswirkungen

Während Torsten Nürnberger Ernies Geschichte erzählt, liegt der Kater seelenruhig da, lässt sich streicheln und spielt. „Er entschleunigt. Es gibt Bewohner, die sehr unruhig sind. Wenn der Kater da ist, sind sie entspannter“, sagt Schwarz.

Ihre Kollegin Petra Heidbrink ergänzt: „Er gibt Zuneigung. Wir suchen gezielt Bewohner aus, die sonst nicht an vielen Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen. Sie profitieren sehr von seinen Besuchen.“ Auch in Zukunft soll der rote Kater Gast im Stadtteilhaus sein.

Bei allen Terminen achten Nürnbergers darauf, dass es dem Kater gut geht: „Wenn er unruhig wird oder jammert, ist es Zeit nach Hause zu gehen“, sagt Torsten Nürnberger.

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Eine Antwort

  1. FeuerEnqel sagt:

    Das ist ja süß.. Meine Katze (Lumina-Joline) kommt auch sehr oft mit. Ob in Bus, Bahn oder Zug.. Sogar auf dem Fahrrad ist sie auf meiner Schulter dabei. Habe sie auch öfter mit ins Seniorenheim genommen. Alle waren total entspannt und glücklich.

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