Axel Unger (l.), Gregor Weigmann und Elke Glöckner von der „Bürgerinitiative gegen ein Parkdeck Am Vorwerk“ wehren sich gegen das Vorhaben und die polarisierende Meinungsbildung im Vorfeld der Grundsatzentscheidung Mitte September im Stadtrat. Foto: Meyer Axel Unger (l.), Gregor Weigmann und Elke Glöckner von der „Bürgerinitiative gegen ein Parkdeck Am Vorwerk“ wehren sich gegen das Vorhaben und die polarisierende Meinungsbildung im Vorfeld der Grundsatzentscheidung Mitte September im Stadtrat. Foto: Meyer
Innenstadt

Bürgerinitiative verärgert über „Schönfärberei“

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Eine Medaille hat immer zwei Seiten. So gibt es auch hinsichtlich eines Parkdecks Am Vorwerk Befürworter und Gegner. Nachdem sich die Pro-Akteure bereits zu Wort gemeldet haben, bezieht jetzt die Gegenseite Stellung.

Die „Bürgerinitiative gegen ein Parkdeck am Vorwerk“ ist nach wie vor dafür, dass der dortige Parkplatz so bleibt wie er ist – inklusive des Baumbestandes. „Grabungsarbeiten, die für eine Absenkung der Fläche notwendig wären, kann man gar nicht durchführen, ohne den Baumbestand zu vernichten“, sind sich Ratsherr Axel Unger, Kaufmann Gregor Weigmann und Anwohnerin Elke Glöckner von der Bürgerinitiative sicher. „Eine Revitalisierung der Innenstadt wird außerdem nicht durch Parkplätze, sondern durch die Steigerung der Attraktivität geschaffen, die Menschen bewegt, überhaupt in die Stadt zu kommen“, sagen sie.

Die einseitige Meinungsbildung, die zurzeit betrieben werde, um ein Parkdeck Am Vorwerk durchzusetzen, möchten die Akteure nicht hinnehmen: „Bereits 2016 sollte der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss dafür treffen. Damals wurde der Punkt von der Tagesordnung genommen. Jetzt zur nächsten Sitzung Mitte September steht er wieder drauf“, kritisiert Glöckner. An den Fakten habe sich seither aber nichts verändert. Im Gegenteil.

Bisher sei nichts revitalisiert worden

„Ein Grundsatzbeschluss wäre an die Revitalisierung der ehemaligen Hertie-Immobilie gekoppelt und für den Rat verbindlich. Doch was heißt Revitalisierung überhaupt? Bisher wurde gar nichts revitalisiert“, betont Glöckner verärgert. „Wenn der Investor der Hertie-Immobilie Parkplätze haben möchte, warum schafft er keine auf seinem eigenen Gelände?“

Diese Frage stellen auch die anderen Akteure der Bürgerinitiative. „Schauen Sie sich die Theater-Garage in Bremen an. Dort war es auch möglich darüber Wohnraum zu schaffen. Warum ist das nicht an dem Standort möglich, wo das Hertie-Parkhaus abgerissen wurde?“, fragt Axel Unger.

Parkdeck sei im Grunde ein Parkhaus

Wütend macht die Vertreter der Bürgerinitiative auch, dass viele Entscheidungsträger statt von einem Parkhaus von einem Parkdeck Am Vorwerk sprechen, um hinsichtlich ihrer Wahlversprechen nicht wortbrüchig zu werden. „Doch ein Parkdeck ist im Grunde nichts anderes als ein Parkhaus mit maximal etwa 70 Stellplätzen und einem behindertengerechtem Fahrstuhl. Das wird dem Investor nicht reichen, wenn er am Hertie-Standort einen Wohnkomplex plant. Am Ende wird er der Stadt und den Kaufleuten sowieso den schwarzen Peter zuschieben“, meint Gregor Weigmann.

Elke Glöckner ist sich ganz sicher, dass die Mitglieder des Stadtrates „über den Tisch gezogen werden sollen“. Auch die „Schönfärberei“ seitens der Stadtbaurätin Bianca Urban verärgert sie: „Sie schwärmt von einem schönen freien Blick auf die Stadtkirche seitdem das ehemalige Hertie-Parkhaus weg ist. Wenn dort ein neues mehrstöckiges Wohngebäude entsteht, dann hat sich das mit dem freien Blick auch erledigt.“

Der Delmenhorster Stadtrat soll voraussichtlich am 12. September einen Grundsatzbeschluss für ein Parkdeck Am Vorwerk treffen.

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