Foto: Bruns Auch eine Masche: Betrüger geben sich als "falsche Beamte" aus. Darüber informiert das Bundeskriminalamt im Landkreis Verden. Foto: Bruns
Betrüger

Vorsicht: Betrüger geben sich als Polizeibeamte aus

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Immer häufiger haben es Betrüger und Einbrecher auch im Landkreis Verden auf ältere Menschen abgesehen. Laut Polizei ist bei den Kriminellen eine Masche zurzeit besonders beliebt: Sich selbst als Polizist auszu­geben.

Immer wieder werden bei der Polizeiinspektion (PI) Verden/Osterholz die sogenannten „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“ registriert.

Ob es dabei um Geschäfte an der Haustür, am Telefon oder per E-Mail geht: Zumeist versuchen die Kriminellen ihre Opfer in Situationen zu bringen, in denen angeblich die Zeit für – zumeist finanzielle – Hilfe drängt.

Die Hilfsbereitschaft gerade älterer Bürger wird dabei gezielt und dreist ausgenutzt.

Sprechen sie mit der Polizei über Vorfälle

„Lassen Sie sich niemals unter Druck setzen“, schärfte Joachim Kopietz daher gestern Nachmittag rund 60 Senioren ein, die sich von der Polizei im Rathaus Achim über solche Taten informieren ließen.

Kopietz, Beauftragter für Kriminalprävention der hiesigen PI weiter: „Nehmen Sie sich Zeit, sprechen Sie mit Angehörigen oder der Polizei über solche Vorfälle.“

Neben dem plötzlich anrufenden entfernten Verwandten, der über Wochen telefonisch Kontakt aufbaut, um dann letztlich ans Geld seines Opfers zu kommen (Enkeltrick) oder Fremden, die sich an der Haustür als Handwerker ausgeben, um in die Wohnungen gutmütiger Leute zu gelangen, sprach der Präventionsexperte auch über „falsche Polizeibeamte“.

Falsche Beamte, die um 2 Uhr nachts anrufen

So sollen gefälschte Schreiben über vermeintlich verdeckte Ermittlungen des Bundeskriminalamts im Landkreis kursieren, mit denen die Empfänger aufgefordert werden, unter einer bestimmten Nummer telefonisch Kontakt mit den Betrügern aufzunehmen.

Auch von Anrufen falscher Beamter – mitunter um 2 Uhr nachts – berichtete Kopietz. Opfern werde die Situation einer verdeckten Ermittlung suggeriert, in der sie weder den örtlichen Banken noch der Polizei vor Ort trauen könnten.

Ihr Vermögen sollten sie zur Sicherheit den angeblichen Beamten übergeben. „Wir wissen von Leuten, die ihre gesamten Ersparnisse abgeholt und für die Täter auf die Fens­terbank gelegt haben“, meinte der Präventionsbeauftragte.

Nacht der Tat ist vor der Tat

Sogar eine „Tat nach der Tat“ erfolge häufiger durch „falsche Polizeibeamte“: Bürger, die bereits Einbruchs- oder Diebstahlsopfer geworden sind, werden von den Tätern nochmals kontaktiert und unter dem Deckmantel „Polizei“ weiter ausgenommen.

Dass dies keine bloße Theorie ist, zeigte sich gestern, als ein anwesender Achimer von genau so einem Fall berichtete, der sich in seinem Bekanntenkreis ereignet hatte.

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