Am Grillplatz am Sodenmattsee in Huchting haben sich Bürger versammelt, um eine Lösung fürs Müllproblem zu finden. Vor Ort: Kein Müll zu sehen. Foto: Bültel Huchtinger versammelten sich, um über das Müllproblem zu diskutieren. Sie saßen dabei aber wider Erwarten an einem sauberen Grillplatz. Foto: Bültel
Sauberer Grillplatz

Dein, mein, unser Müll : Diskussion am Sodenmattsee

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Sodenmattsee: Eine Familie grillt, Kinder toben, Männer spielen Karten- der Platz sieht gut aus. Kurz zuvor beschwerten sich Huchtinger noch über Vermüllung. Mit Flyern und Müllsäcken soll der Unrat dauerhaft fernbleiben

Besuchte man am vergangenen Donnerstagabend den Grillplatz am Huchtinger Sodenmattsee, sah er aus wie ein solcher auszusehen hat: Die drei Mülleimer leer, die Wiese sauber, eine Frau sammelt Grillreste auf und entsorgt sie.

Beschwerden über Müll am Sodenmattsee

Im Juli beschwerten sich dagegen mehrere Huchtinger über einen verschmutzten Grillplatz. Flaschen lägen im Gras, Müll sei um die überfüllten Abfalleimer herum verstreut und niemand wolle den Platz mehr benutzen, hieß es auf Facebook.

Deshalb rief Erhard Monsig zu einem Treffen auf, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Trotz der allgemeinen Aufregung trafen sich aber nur sechs Huchtinger an dem Platz. „Wir fanden es sehr schade“, sagt Monsig.

Die Realität sieht beim Ortstermin sauber aus

Dreckig, wie zuvor berichtet, ist der Platz an jenem Donnerstag nicht, sondern sauber und einladend. An einem überdachten Tisch sitzt eine Gruppe Männer zum Kartenspielen. Einer der Spieler ist überzeugt, dass die meisten Besucher ihren Müll aufräumen. „Das ist schließlich unser Gesicht.“

Er sei fast jeden Tag am Grillplatz. Der gelegentliche Müll käme meistens von jungen Leuten, die am See feiern. „Der Verstand kommt eben erst später“, sagt er und lacht. „Letztes Jahr war mehr Müll zu sehen. Dieses Jahr ist es fast gar nichts.“

Auf der Wiese ein paar Meter weiter grillt derweil eine Großfamilie. Ihnen sei ein Müllproblem allerdings auch nicht aufgefallen. „Ich möchte nicht, dass meine Kinder im Müll spielen und deshalb hinterlassen wir es immer sauber“, sagt ein Vater.

Mit Flyern und Säcken gegen Müll

Nach einem Weg der Müllvermeidung wird trotzdem gesucht. „Dabei wollen wir nicht anprangern“, betont Falko Bries. Stattdessen sollen Flyer verteilt werden, mit zwei Bildern von einem verdreckten und einem sauberen Grillplatz. Dazu die Worte: „Bitte halte diesen Platz sauber“.

An Grilltagen sollen Müllsäcke auf dem Platz verteilt werden. Denn drei Mülleimer sind laut Bries zu wenig. Das findet auch Albrecht Schiller: „Der Müll wird dann in überfüllte Gefäße gestopft oder daneben geschmissen.“

Zusätzlich soll für einen sauberen Grillplatz mit „Arbeit und Ökologie“ und dem für den Platz zuständigen Landessportbund zusammengearbeitet werden. „Wir wollen nicht, dass Huchting den Ruf als dreckigster Stadtteil hat“, sagt Ortsamtsleiter Christian Schlesselmann.

Für Rücksicht werben in ganz Huchting

Das Flyer-Konzept soll außerdem auf gesamt Huchting übertragen werden. „Wir haben allgemein ein Müllproblem“, betont Schlesselmann. Er schlägt vor, den Flyer an Imbissbuden und Kiosks auszulegen, um darauf aufmerksam zu machen.

„Man sieht eigentlich, dass es etwas bringt, aufzustehen und zu sagen: Stopp“, findet Monsig in Hinsicht auf den sauber vorgefundenen Grillplatz. Auch Bries ist optimistisch: „Wenn wir drei von zehn Menschen davon abbringen, ihren Müll wegzuschmeißen, wäre das ein Erfolg.“

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