Landwirte, Jäger und Imker setzen sich gemeinsam für mehr Blühstreifen am Ackerrand ein: Kreislandwirt Stephan Warnken und Christoph Bommes vom Landvolk (Dritter und Vierter von rechts) mit Landwirt Uwe Blome (Zweiter von rechts), Eckart Spaethe, Vorsitzender des Imkervereins Teufelsmoor (Dritter von links), Johannes Warnken, Florian Lucas von der Jägerschaft (von links) und Heinz Mahnke (rechts). Foto: Möller Landwirte, Jäger und Imker setzen sich gemeinsam für mehr Blühstreifen am Ackerrand ein: Kreislandwirt Stephan Warnken und Christoph Bommes vom Landvolk (Dritter und Vierter von rechts) mit Landwirt Uwe Blome (Zweiter von rechts), Eckart Spaethe, Vorsitzender des Imkervereins Teufelsmoor (Dritter von links), Johannes Warnken, Florian Lucas von der Jägerschaft (von links) und Heinz Mahnke (rechts). Foto: Möller
Für Artenvielfalt

Blühstreifen sind gut für Bienen und für den Fasan

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Gibt es tatsächlich weniger Insekten, fliegen weniger Schmetterlinge? Kreislandwirt Stephan Warnken kennt solche Annahmen, die seien wissenschaftlich zwar nicht belegt, befördern aber Denkanstöße.

Die Bauern holen sich nun andere Naturschützer ins Boot: Gemeinsam mit der Jägerschaft und den Imkern sollen Anstrengungen zur Förderung der Artenvielfalt verstärkt werden. „Blühstreifen“ heißt das Zauberwort: Biene, Hummel, Schmetterling und Co. soll inmitten von Maisanbauflächen durch mit Wildpflanzen angereicherten Flächen Nahrung und Lebensraum geboten werden.

Gerade im Oktober bräuchten Honigbienen noch eine Stärkung vor dem Winter, sagt Eckart Spaethe, Vorsitzender des Imkervereins Teufelsmoor. Er wünscht sich die Aussaat von Klatschmohn, dessen Blüten würden Pollen und keinen zu dieser Jahreszeit unerwünschten Nektar liefern.

Versteckmöglichkeiten fürs Niederwild

Florian Lucas vom Hegering 8 der Kreisjägerschaft denkt an Versteckmöglichkeiten fürs Niederwild. Wenn in 14 Tagen die Maisernte beginne, könnten Blühstreifen und zusätzlich weitere Bereiche, in denen nicht jeder Halm gemäht wird, Fasan und Rebhuhn Deckung bieten. Auch Rehen kämen solche Strukturen zugute. Landwirt Uwe Blome hat sich dieses Jahr mit Aussaaten zugunsten von Wildtieren beteiligt, „wichtig ist dabei, dass ich solche Biotope schaffen kann, sie in anderen Jahren aber auch wieder bewirtschafte“, beschreibt er ein Gefühl von Unsicherheit in Richtung der Naturschutzbehörden.

Die Idee, mit Blühstreifen Ausgleichsflächen zu schaffen, ist nicht neu. „2011/21 beteiligten sich im Landkreis bis zu 24 Landwirte mit Flächen von zehn bis zwölf Hektar, dann machten 2014 sogar 80 Bauern auf 36 Hektar Fläche mit“, berichtet Christoph Bommes aus der Kreisgeschäftsstelle des Osterholzer Landvolks. Erst die Agrarreform 2015 stoppte den Aufwärtstrend, zu viele Unsicherheitsfaktoren über Flächenausweisungen und die Drohung von Subventionsrücknahmen führten zu einem starken Rückgang bei der Anlage von Blühstreifen.

Aktuell stehen Blühstreifen auf 15 Hektar Fläche

Mittlerweile konnten wieder 15 Hektar Ackerränder gefunden werden, die die Landwirte zur Anlage von drei bis sechs Meter breiten Streifen freilassen. Der Landvolkverband sorgt in Zusammenarbeit mit Sponsoren dafür, dass darauf spezialisierte Lohnunternehmen besondere Saatmischungen ausbringen. Zeitpunkt und Saatmischung werden je nach Bodenverhältnissen unterschiedlich gewählt.

„Wir tun etwas, das kann auch beispielgebend für andere sein“, so Stephan Warnken. Dabei denkte er auch an den Staat, etwa sechs Prozent infrage kommender Flächen lägen im öffentlichen Raum. Auch manch Gartenbesitzer könne statt anspruchsloser Rasenflächen Klee und Wildkräuter aussäen.

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