Neben der Minimierung von Wildunfällen soll durch eine effektive Bejagung von Wildschweinen auch die Ansteckungsgefahr im möglichen Seuchenfall gesenkt werden. Foto: Schäfer/DJV Neben der Minimierung von Wildunfällen soll durch eine effektive Bejagung von Wildschweinen auch die Ansteckungsgefahr im möglichen Seuchenfall gesenkt werden. Foto: Schäfer/DJV
Schweinepest

Osterholzer Jägerschaft für Seuchenfall gewappnet

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Die Afrikanische Schweinepest ist nur noch wenige hundert Kilometer von Deutschland entfernt. Die Osterholzer Jägerschaft versucht seit längerem, das Ansteckungsrisiko im Seuchenfall durch intensive Jagd zu senken.

„Mittlerweile hat sich die Afrikanische Schweinepest schon bis Tschechien ausgebreitet“, sagt Kreisjägermeister Heiko Ehing. Nicht nur bei Trips Richtung Osteuropa, sondern ganz generell hätten Jäger spätes­tens jetzt auf höchste Hygiene zu achten. „Das Virus kann ganz leicht unter der Schuhsohle eingeschleppt werden.“

Demnach bedroht die Afrikanische Schweinepest (ASP) Haus- und Wildschweine. Die Infektion führe zu sehr schweren Symptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen oder Atemproblemen und in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres etwa innerhalb einer Woche.

Jäger sprechen sich mit Landwirten ab

Um im Seuchenfall die Ansteckungsgefahr zu senken, empfehlen der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Jagdverband zum Start der Maisernte in der zweiten Septemberhälfte eine intensive Bejagung des Schwarzwilds. „Man spricht sich dabei ganz genau mit den Landwirten ab, wenn sie ihre Felder abernten, die dann von den Jägern umstellt werden, weil sich das Schwarzwild gerne im Mais versteckt“, erklärt Heiko Ehing das Vorgehen.

Dabei betont er, dass die hiesige Jägerschaft im Landkreis Osterholz im Grunde seit Jahren intensiv Schwarzwild bejage – einerseits um die Zahl der Wildunfälle zu minimieren, aber auch um im Seuchenfall gewappnet zu sein. Und der Erfolg schlage sich in den Streckenergebnissen nieder.

Wildschwein-Population ist gesunken

Wurden beispielsweise im Jagdjahr 2009/10 noch 445 Stück Schwarzwild und im Jahr 2010/11 485 Tiere geschossen, waren es in 2016/17 nur noch 286, im Jahr davor gar nur 255 Tiere. „Daran lässt sich ablesen, dass die Populationen gar nicht mehr so stark sind wie noch vor einigen Jahren. Beim Ausbruch einer Afrikanischen Schweinepest würden wir davon profitieren“, so der Kreisjägermeister.

Wichtig sei für Jäger, verendetes Schwarzwild genau auf etwaige Symptome der ASP zu begutachten. „Besonderes Augenmerk sollen die Jäger auf Fallwild von Wildschweinen legen, da eine vermehrte Anzahl verendeter Stücke ein Hinweis auf des Vorkommen von ASP in der Wildschweinpopulation sein kann. Das Fallwild sollte dem Veterinäramt gemeldet und untersucht werden“, sagt Jana Lindemann, Sprecherin der Osterholzer Kreisverwaltung.

Bislang noch kein verdächtiges Tier gemeldet

Und: „Bisher wurde dem Veterinäramt noch kein verendetes Tier zur Untersuchung gemeldet. Bei gesunden geschossenen Wildschweinen läuft seit mehreren Jahren ein Monitoring auf Klassische Schweinepest (KSP) und ASP.“

Kreisjägermeister Heiko Ehing fügt hinzu, die Jäger ließen jährlich rund 80 Blutproben von Wildschweinen untersuchen. „So behalten wir einen guten Überblick über mögliche Infizierungen.“

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