Glasfasernetz Das Glasfasernetz liefert schnelles Internet direkt ins Haus. Symbolfoto: Deutsche Glasfaser
Stuhr

Glasfaserverlegung in Teilen Stuhrs fraglich

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Das Unternehmen Deutsche Glasfaser baut das Giga-Netz aus, wenn sich 40 Prozent der Stuhrer Haushalte in den Ortsteilen für einen Vertrag entscheiden. Die Gemeinde begrüßt das Angebot.

Das Video lädt und lädt, die dringliche Mail kann aufgrund von Verbindungsfehlern nicht versendet werden, und ein Bild hochzuladen dauert eine halbe Ewigkeit – Probleme mit dem Internet ist in der Gemeinde Stuhr keine Seltenheit.

Bürgermeister Niels Thomsen schloss Anfang des Jahres einen Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser ab, damit das schnelle Internet auch nach Stuhr kommt. „Die Gemeinde möchte den augenblicklichen Zustand verbessern“, sagt Wirtschaftsleiter Lothar Wimmelmeier. Er begrüßt die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen.

Schneller Transport von großen Datenmengen

Das Glasfasernetz hat den Vorteil, dass auch große Datenmengen schneller transportiert werden als bei anderen Netzwerktechniken. Außerdem wird das Kabel bis in den Haushalt gelegt. Doch die Technologie ist auch teuer als die Alternativen und wird von den Kommunen finanziell nicht unterstützt.

Der Landkreis ist nur verpflichtet, die Gebiete mit einer Internetgeschwindigkeit von unter 30 Megabit pro Sekunde auszubauen. „Der Rest ist den privaten Anbietern überlassen“, sagt Wimmelmeier.

Straßen müssen aufgerissen werden

Als privatwirtschaftlicher Investor bietet Deutsche Glasfaser den Kommunen die Möglichkeit, ein Glasfasernetz zu bekommen. Um dies zu realisieren, müssen sich allerdings mindestens 40 Prozent der Haushalte in einem Ortsteil für einen Vertrag mit der Firma entschließen.

„Die Straßen werden für die Verlegung der Glasfaserleitungen aufgerissen“, sagt Wimmelmeier. Dies rechne sich bei wenigen Haushalten in einem Ortsteil nicht. „Da wäre der ökonomische Aufwand zu groß“, bestätigt Thomas Breer, Projektleiter von Deutsche Glasfaser.

Zu geringe Nachfrage

Noch ist die Nachfrage in den betroffenen Stuhrer Ortsteilen für einen Ausbau des Glasfasernetzes allerdings zu niedrig.

In Heiligenrode haben sich laut Breer nur sieben Prozent der Haushalte für einen Glasfaservertrag entschieden, in Neukrug sechs Prozent und in Seckenhausen und Groß Mackenstedt nur jeweils fünf Prozent. „Im privaten Zuhause ist das Internet im Zweifel nicht ganz so wichtig“, erklärt Wimmelmeier die wenige Beteiligung der privaten Haushalte.

Auch lebten in den Ortsteilen viele ältere Menschen. „Es muss jeder für sich entscheiden, ob er Glasfaser braucht“, sagt Wimmelmeier. Er betont, dass die Entwicklung in der Technologie nicht stoppen wird, sondern sich verstärkt. „Die Glasfaser ist ein Angebot, die Zukunft zu nutzen.“

Frist ist am 16. Dezember

Sollte in der Nachbarschaft Glasfaser verlegt werden, rät Wimmelmeier, sich darüber zu informieren, unter welchen Bedingungen man ebenfalls einen Anschluss bekommen könne. Laut Breer wird Deutsche Glasfaser eventuell auch noch in Brinkum und den anderen Stuhrer Ortsteilen tätig.

Verträge mit Deutsche Glasfaser können noch bis zum 16. Dezember abgeschlossen werden.

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