Zu einem Tag der "Eletroautos" wurde für Sonnabend zum Maribondo-Freizeitzentrum nach Osterholz-Scharmbeck eingeladen. Foto: Möller
E-Mobilität

Gesunde Skepsis besser als zu großer Enthusiasmus

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Bei der Stiftung Maribondo da Floresta ist der Umstietg auf Elektroautos in vollem Gang. Um Bündnispartner bemüht und als Werbung für die eigene Stromtankstelle, wurde gestern zu einem Aktionstag eingeladen.

Raimund Nowak engagiert sich bei der Initiative E-Pferdchen. Der Geschäftsführer der Metropolregion Hannover sprach am Sonnabend im Maribondo-Freizeitzentrum in Osterholz-Scharmbeck vor rund 40 Interessierten zur E-Mobilität. Das Elektroauto werde sich auf jeden Fall durchsetzen, und zwar schneller als viele denken. Es ist ihm wesentlich wichtiger, darüber mit jenen ins Gespräch zu kommen, die sich dazu noch eine gesunde Skepsis bewahrt haben, als bloß unter Enthusiasten zu bleiben.

Fans von Tessla, E-Golf, Renault ZOE oder anderen E-Marken ließen sich von launigen Geschichtchen begeistern,  nach dem Motto, da war mal einer, der nachts aufstehen musste, weil im Stromkasten ein Problem mit der Ladung des Wagens im Carport aufgetreten war. Den Durchschnittsautofahrer interessiert so etwas nicht, der wolle ruhig schlafen und nachher ohne Probleme ins Auto einsteigen. Dem gehöre die Zukunft.

Der Markt entscheidet über die E-Mobilität

Das Fortkommen mit Strom sei eine Angelegenheit, die letztlich der Markt entscheide. Dabei finde die Entwicklung durchaus global statt. Es bleibe nur noch die Frage, ob die deutschen Fahrzeugbauer endlich beginnen, den Verbrauchern eine ordentliche Produktpalette anzubieten oder ob künftig chinesische E-Autos gekauft werden würden. Ein chinesischer Hersteller, der auch am französischen Autobauer PSA und darüber an Opel beteiligt sei, würde einen mit Strom betriebenen Kleinwagen produzieren, der in Deutschland wohl 8.000 Euro kosten solle.

Bis 2020, so die Nowaks Einschätzung, würde das Fahren mit Strom schon rein wirtschaftlich mit dem konventionellen Antrieb gleichgezogen haben. Ein Hauptkostenfaktor sei noch die Batterie, aber die Preise dafür würden ständig sinken. Viel wichtiger bei diesem Thema sei, dass es endlich einen Standort für die Produktion von Akkus in Europa geben müsse.

Reichweitenprobleme werden technisch gelöst

Nowak redet auch über Reichweitenprobleme und das Ladestellennetz. Ist sich aber sicher, dass solche Fragen im Zuge der weiteren technischen Entwicklung bald positiv beantwortet seien. Debatten um zu wenig Ladestellen hält er eh für einen Popanz, schließlich genüge sogar eine Schuko-Steckdose, das Stromnetz im Lande sei ausreichend ausgebaut.

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