Ausbau der Kindertagesbetreuung und bezahlbarer Wohnraum schaffen – nur zwei Themen, die laut Ortsamtsleiter Florian Boehlke 2018 auf Burglesum zukommen. Foto: Harm Ausbau der Kindertagesbetreuung und bezahlbarer Wohnraum schaffen – nur zwei Themen, die laut Ortsamtsleiter Florian Boehlke 2018 auf Burglesum zukommen. Foto: Harm
Burglesum

Kita-Versorgung bleibt auch 2018 zentrales Thema

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Der Lesum Park entwickelt sich, Bürger protestieren für den Erhalt der Dorfschule und gegen eine Einrichtung in einem Wohngebiet. Ortsamtsleiter Florian Boehlke resümiert, was 2017 los war und blickt auf 2018.

Weser Report: Vor einem Jahr haben Sie mit Blick auf das Jahr 2017 gesagt, dass es ein großes Defizit im Bereich der U3-Kinderbetreuung gibt und dass man dem Bedarf in 2017 schnellstmöglich gerecht werden müsse. Was hat sich in diesem Jahr getan?

Florian Boehlke: Wir haben erste gute Ansätze gemacht, auch durch das Sofortprogramm Mobil-Bau. Mobilbauten für vier Gruppen sind an der Helsinkistraße entstanden und in der Kirchengemeinde St. Magni konnten zwei neue Gruppen eingerichtet werden. Aber nach wie vor ist die Tendenz da, dass wir in den nächsten Jahren dringend Kindergärtenplätze im U3- aber auch im Ü3-Bereich benötigen. Die Kita-Versorgung wird auch in 2018 ein Schwerpunktthema sein. Es sind schon weitere Projekte angestoßen worden. So wird im nächsten Jahr in Grambke in der Nähe der Grundschule ein Kindergarten mit sechs Gruppen zu gebaut.

Die Burglesumer haben viel gekämpft – zum Beispiel um den Erhalt der Alten Dorfschule. Aber auch gegen die Unterkunft die jugendliche Straftäter in der Käthe-Kollwitz-Straße. Wie sehen Sie die Thematik bezüglich der Einrichtung?

Ich kann die Sorgen der Anwohner und Bürger ein Stück weit nachvollziehen. Daher hätte ich mir eine andere, sensiblere Informationspolitik des Sozialressorts gewünscht. Dass man zum Beispiel bevor es hochkocht mit den direkten, betroffenen Anwohnern ins Gespräch geht. Wir hatten ein positives Beispiel: Da ging es um die Unterbringung von minderjährigen unbegleiteten Ausländern. Der Träger hatte damals zu einer Informationsveranstaltungemit den direkten Anliegern eingeladen, um auch Ängste und Sorgen zu nehmen. Was dazu führte, dass die Einrichtung dort nach wie vor existiert und bis heute keine Bedenken geäußert worden sind. So eine Herangehensweise bei so einem sensiblen Thema hätte man auch in der Käthe-Kollwitz-Straße wählen können. Auch zu einem Zeitpunkt, wenn noch nicht ganz sicher ist, ob die Einrichtung tatsächlich kommt oder nicht.

Welche Projekte konnten in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen werden?

Im vergangenen Jahr war zum Beispiel die Frage, wie es mit der Linie 87 weitergeht. Das ist in diesem Jahr verbessert worden. Wir konnten es so einrichten, dass die Bewohner der Senioreneinrichtungen in der Billungstraße nun fünf Mal am Tag mit einem Bus über die Richthofenstraße fahren können. Es gibt auch dahingehend eine Verbesserung, dass der Bus nicht nur in Richtung Vegesack fährt, sondern auch in Richtung Lesum Park und in die Hindenburgstraße mit Einkaufsmöglichkeiten und Ärzten. Das sind erfreuliche Änderungen.

Was zählt noch dazu?

Im Lesum Park konnte neuer Wohnraum, vor allem für junge Familien, fertig gestellt werden und dort entstehen derzeit ebenfalls 116 öffentlich geförderte Mietwohnungen der Gewoba als Teil des „Sofortprogramm Wohnungsbau“ des Bremer Senats. Wir haben nach Jahren eine neue Sportumkleide für den TSV Lesum-Burgdamm erhalten. Das alte Gebäude kannte ich noch aus meiner Kindheit – das war mehr als sanierungsbedürftig. Wir konnten mit dem ersten Jahrgang an der Grundschule an der Landskronastraße in den Ganztag starten. Das ist auch für das Wohnquartier Marßel wichtig. Es müssen allerdings noch dringend wichtige Sanierungsmaßnahmen an der Schule erfolgen.

Ein sehr präsentes Thema war in diesem Jahr auch die Alte Dorfschule.

Die Alte Dorfschule war natürlich auch ein großer Diskussionspunkt. Ich begrüße es sehr, dass wir nun endlich Klarheit haben, wie es mit der Dorfschule weitergehen wird. Allerdings hätte ich von Immobilien Bremen erwartet, dass man uns als Kommunalpolitik gleich von Anfang an, alle mittlerweile vorliegenden Varianten präsentiert hätte. Schließlich müssen sich Beirat und Ortsamt auch auf fachliche Aussagen, in diesem Fall von Immobilien Bremen, ein Stück weit verlassen können.

Es gab natürlich auch wieder viele schöne Veranstaltungen, wie die Dixieland-Tage, das Burger Brückenfest und die Burglesumer Kulturtage. Neben abgeschlossenen Projekten, wurden auch viele Projekte für den Stadtteil weiter vorangebracht, wie zum Beispiel die Absicherung der Begegnungsstätten, die Weiterentwicklung des Bremer Industrieparks oder die Planungen für notwendige Schulsanierungen.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Ich freue mich immer wieder, mit welchen bürgerschaftlichen Engagement sich die Menschen im Stadtteil einbringen, wie zum Beispiel beim Heimatverein, im Nachbarschaftshaus Marßel, beim Grambker Seebad oder bei der Willkommensinitiative für geflüchtete Menschen. Das sind nur ein paar und man kann sie gar nicht alle aufzählen. Sie verdienen aber alle ein großes Dankeschön!

Gibt es etwas, von dem Sie sich mehr erhofft haben?

Was mich ärgert ist, dass wir Jahr für Jahr schauen müssen, wie es mit den drei Jugendhäusern weitergeht. Das ist ein Thema, das mich persönlich beschäftigt. Wenn man eine gute offene Jugendarbeit als Stadtgemeinde möchte, dann muss man das auch mit Mitteln hinterlegen. Wir können in Burglesum auf keines der Jugendhäuser verzichten. Mich ärgert es als Ortsamtsleiter, dass es erstmal nur um wenige tausend Euro geht, aber gleichzeitig in der Stadt andere Projekte diskutiert werden wie eine Fahrrad-Premium-Route für mehrere Millionen Euro. Aus meiner Sicht dürfen wir die Jugend nicht verlieren und müssen sie mitnehmen. Ich hätte mir von der Bürgerschaft daher mehr Mut gewünscht konsequent die Mittel für die Jugendarbeit so aufzustocken, dass sie auch etwas vor Ort bewirken.

Was wird Beirat und Bürger 2018 umtreiben?

Nach wie vor die Kindertagesbetreuung in Burglesum. Dann brauchen wir im Stadtteil weiteren bezahlbaren Wohnraum, gerade für junge Menschen, um dem hohen Altersdurchschnitt entgegen zu wirken. In Grambke gibt es zum Beispiel die Möglichkeit für junge Familien ein Wohngebiet zu entwickeln. Das wird 2018 in die Planungspipeline gehen. Sicherlich kommen noch weitere Gebiete dazu. Im Haushalt wurden endlich Mittel für den Lückenschluss des Lärmschutzes in der Grönlandstraße von 400 Metern bereitgestellt. Es wird nun überlegt die drei Jahre Vorlaufzeit für Projekte auf Bahngelände zu umgehen, indem man was auf dem Privatgelände der Wohnungsbaugesellschaft realisiert. Aber auch eben die Absicherung unserer drei Jugendzentren steht an.

Und Anfang des Jahres wird das Übergangswohnheim Am Rastplatz eröffnet.

Genau. Die Willkommensinitiative überlegt schon, wie man sich dort ehrenamtlich einbringen kann. Weiter wird uns auch das Thema Sporthallen beschäftigen. Ich hoffe, dass Immobilien Bremen bei der Zusage bleibt, dass wir spätestens Ende 2018 die Halle an der Alwin-Lonke-Straße wieder zur Verfügung haben. Fakt ist, dass der Ortsteil Burg-Grambke derzeit über keine Sporthalle verfügt. Da haben wir ein buchstäblich schwarzes Loch und das ist für den Ortsteil verherrend. Mit dem Sportverein Grambke-Oslebshausen müssen wir besprechen, wie es mit der Föhrenbrok-Halle weitergeht. Und daran geknüpft ist auch der Sanierungsstau an den Schulsporthallen im gesamten Stadtteil. Auch hoffe ich auch, dass wir zu Beginn des Jahres unsere erste Car-Sharing-Station mit Move About und der Gewoba im Lesum Park eröffnen können.

Was wünschen Sie sich für den Stadtteil im kommenden Jahr?

Für das nächste Jahr wünsche ich uns allen natürlich an erster Stelle Gesundheit. Aber auch die Energie um seine persönlichen Ziele zu erreichen und den Mut um vielleicht auch einmal neue Wege zu beschreiten und dabei manche Dinge auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

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