Niedergelassene Ärzte wollen die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlasten. Symbolfoto: av Niedergelassene Ärzte wollen die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlasten. Symbolfoto: av
Notfälle

Niedergelassene Ärzte arbeiten über Weihnachten

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Nicht nur, doch vor allem am Wochenende und an Feiertagen, klagt das Personal in den Krankenhäusern über Patienten, die ohne Notfall die Notaufnahme aufsuchen. Die niedergelassenen Ärzte wollen die Kliniken entlasten.

Gerade über Weihnachten und den Jahreswechsel sehen sich die Notaufnahmen der Krankenhäuser jedes Jahr mit einer Vielzahl von Patienten konfrontiert, die nicht schwer erkrankt sind. Dies führt immer wieder zu Engpässen in der Krankenhausversorgung. Deshalb kümmern sich in erster Linie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte um die ambulanten Notfallpatienten.

Entlastung für die Notaufnahmen

Doch das System kann nur funktionieren, wenn auch die Patienten mitmachen. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) appeliert an die Patienten bei leichten Erkrankungen, außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten nicht gleich eine Notaufnahme im Krankenhaus aufzusuchen, sondern den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch zu nehmen. Das entlastet das Krankenhauspersonal und gibt ihm genügend Zeit für die wirklichen Notfälle.

Der KVN-Geschäftsführer Helmut Scherbeitz halt folgenden Ratschlag für verunsicherte Patienten parat: „Bei Erkrankungen, mit denen man normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsucht, deren Behandlung aber nicht bis nach den Feiertagen warten kann, wendet man sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Dies ist zum Beispiel bei einer Grippe, Fieber oder Erbrechen der Fall.“ Die Notaufnahme der Krankenhäuser sind bei lebensbedrohlichen oder schweren Verletzungen oder Erkrankungen zuständig, etwa bei einem Herzinfakt, akuten Blutungen oder Vergiftungen.

Eine Grippe ist kein Fall für die Notaufnahme

Auf die Feiertage und den Jahreswechsel hat man sich bei der KVN umfangreich vorbereitt: „Allein im Bereich der Bezirksstelle Oldenburg sind über die Feiertage acht Bereitschaftsdienstpraxen an Krankenhäusern geöffnet“, betont Scherbeitz. Darüber hinaus stehen flächendeckend Mediziner zur Verfügung, um die bettlägerige Patienten in ihrem häuslichen Umfeld behandeln zu können.

„Heiligabend sind zeitgleich 19 Ärzte für den allgemeinen Bereitschaftsdienst im Einsatz, um die ambulante ärztliche Versorgung in den der Region zu gewährleisten,“ erklärt Scherbeitz.
Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreicht man deutschlandweit über die kostenlose Servicenummer 116 117. „Die Vorteile der 116 117 muss in der Bevölkerung noch bekannter werden. Die Servicenummer funktioniert ohne Vorwahl, egal ob man von Zuhause oder über Handy anruft“, erklärt der KVN-Geschäftsführer.

19 Ärzte sind zeitgleich im Einsatz

Daneben können die Patienten aus Delmenhorst, Ganderkesee und Lemwerder die Bereitschaftsdienstpraxis im Gesundheitszentrum des Josef-Hospital Delmenhorst, Westerstraße 2 aufsuchen. Diese Praxis ist Heiligabend sowie am ersten und zweiten Feiertag jeweils von 8 bis 12 und von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Am 27. und 29. Dezember stehen die Mediziner zwischen 17 und 21 Uhr und am 28. Dezember ab 19 Uhr zur Verfügung. Rund um den Jahreswechsel (30. Dezember bis einschließlich 1. Januar) weitet das Team seine Öffnungszeiten nochmals auf den Zeitraum von 8 bis 12 sowie von 16 bis 20 Uhr auf.

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