Sina Bachmann (links) koordiniert beim Hospizkreises Ganderkesee die neue ambulante Kinderhospizbegleitung. Ab Januar kümmern sich vorerst nur Ute Wessels und Astrid Mackel (rechts) um die Familien. Foto: Konczak Sina Bachmann (links) koordiniert beim Hospizkreises Ganderkesee die neue ambulante Kinderhospizbegleitung. Ab Januar kümmern sich vorerst nur Ute Wessels und Astrid Mackel (rechts) um die Familien. Foto: Konczak
Kinderhospiz

Hospizkreis weitet ambulante Sterbebegleitung aus

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Wenn Kinder sterbenskrank sind, ist das für die ganze Familie eine große Belastung. Der Hospizkreis Ganderkesee-Hude baut für betroffene Kinder und deren Angehörige eine ambulante Kinderhospizbegleitung auf.

Den ambulanten Hospizkreis Ganderkesee-Hude gibt es seit 2005. Bisher bietet der Hospizkreis eine ambulante Sterbebegleitung nur für Erwachsene an – derzeit laufen zeitgleich 21 Begleitungen. Die schwerstkranken und sterbenden Menschen bekommen von den Sterbebegleitern in ihrer vertrauten Umgebung Nähe und Zuwendung. Ebenso werden die Angehörigen und Freunde unterstützt.

54 Ehrenamtliche

In der Regel wird der Wunsch nach einer Sterbebegleitung vom Kranken selber, den Angehörigen, aber auch vom Arzt oder der Heimleitung eines Senioren- oder Pflegeheimes an den Hospizkreis herangetragen.

Das Koordinationsteam führt bei einem Erstbesuch ein ausführliches Gespräch mit dem Sterbenden und seinen Angehörigen und lernt so deren individuelle Situation kennen. Dabei wird die Art der Begleitung besprochen. Eine Begleitung kann darin bestehen Gespräche zu führen, etwas vorzulesen, zusammen spazieren zu gehen oder gemeinsam zu schweigen.

Ambulante Kinderhospizbegleitung startet im Januar

Ab Januar werden auch schwer kranke und sterbende Kinder professionell begleitet. Zu diesem Schritt entschloss sich das Team, da immer wieder Anfragen von Eltern nach einer ambulanten Begleitung am Wohnort, im häuslichen Umfeld eingingen. Die ambulante Kinderhospizbegleitung bezieht die gesamte Familie mit ein und ist eine Ergänzung zu stationären Einrichtungen. Koordinatorin Sina Bachmann arbeitet aktuell die Strukturen aus. „Kinder zu begleiten, das heißt, mit einer zweiten Kraft im Team zu arbeiten. Denn der Aufwand ist wesentlich höher. Wir begleiten immer den ganzen Verbund aus Kind, Familie und gegebenenfalls Geschwisterkindern,“ erzählt sie.

Um die schwerstkranken Kinder kümmert sich in der Regel ein ganzes Team, deren gesunde Geschwister kommen da schon mal zu kurz. Auch ihnen hören die Familienbegleiterinnen zu, reden mit ihren, spielen zusammen oder lesen zusammen ein Buch. „Die Familie entscheidet was gewünscht ist“, sagt Bachmann. Die Koordinatorin klärt vorab in einem Gespräch mit der Familie deren Bedarfe und Wünsche ab.

Team arbeitet im Tandem

54 Personen engagieren sich für den Hospizkreis als ehrenamtliche Sterbebegleitung für Erwachsene. Ute Wessels ist seit sechs Jahren aktiv, Astrid Mackel engagiert sich bereits seit sieben Jahren.

Momentan lassen sich diese beiden langjährigen ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen zu Familienbegleiterinnen ausbilden, denn hierfür gelten noch andere Anforderungen. Ute Wessels und Astrid Mackel gehen aber nicht nur in Familien, sie thematisieren auch in Grundschulen Themen wie Sterben, Tod und Trauer. Außerdem wurde vom Hospizkreis eine Bücherkiste angeschafft, mit thematisch passender Lektüre, die auch ausgeliehen werden kann.

Benefizshow mit Ingo Oschmann

Starthilfe für den Aufbau der ambulanten Kinderhospizbegleitung wird am 14. Januar die Benefizveranstaltung um 19 Uhr „Ingo Oschmann und Friends“ in der Divarena (Einlass 18 Uhr) geben. Die Besucher dürfen gespannt sein auf eine Mischung aus Comedy, Musik und Zauberei. „Die Künstler verzichten auf ihre Gage und wir stellen unseren Saal kostenlos zur Verfügung, so dass die Einnahmen des Abends in voller Höhe dem Hospizkreis zu Gute kommen“, sagt Divarena-Geschäftsführer Christoph Becker. Eintrittskarten für „Oschmann & Friends“ sind im Vorverkauf für 23,30 Euro in der Divarena erhältlich.

Das Büro des ambulanten Hospizkreises Ganderkesee-Hude befindet sich an der Rathausstraße 19 in Ganderkesee. Dieses ist dienstags von 16 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter der Rufnummer 04222 80 61 90 oder per E-Mail: buero@hospizkreis-ganderkesee-hude.de erreichbar. Außerhalb der Öffnungszeiten kann man unter Telefon 0160 99 64 39 44 Kontakt aufnehmen. Nähere Informationen findet man auch online unter www.hospizkreis-ganderkesee-hude.de 

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