Franz Andratzke von der „Deutschen Teddy Stiftung“ (Zweiter von rechts) überbrachte die Trostbären, die von Britta Grotheer-Schmitz und Lars Schmitz-Eggen (v.l.) gespendet und an den Koordinator der Notfeallseelsorge, Hans Jürgen Bollmann, überreicht wurden. Foto: Möller Franz Andratzke von der „Deutschen Teddy Stiftung“ (Zweiter von rechts) überbrachte die Trostbären, die von Britta Grotheer-Schmitz und Lars Schmitz-Eggen (v.l.) gespendet und an den Koordinator der Notfeallseelsorge, Hans Jürgen Bollmann, überreicht wurden. Foto: Möller
Notfallseelsorge

50 Kuschelige Tröster mit großen Knopfaugen

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„Wenn wir nach einem Unfall eine Todesnachricht überbringen müssen, sind oft auch Kinder im Haus des Verunglückten – diese Teddys geben wir dort weiter, als eine schöne Geste“, sagt Pastor Hans Jürgen Bollmann.

Hans Jürgen Bollmann koordiniert die Notfallseelsorge im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Sein Team umfasst die evangelischen Pastorinnen und Pastoren sowie fünf ehrenamtlich Aktive. Er oder jemand anderes aus dem Kreis der speziell dafür geschulten Notfallseelsorger wird von Polizei oder Feuerwehr gerufen, um an einer Einsatzstelle Hinterbliebene, Augenzeugen, Ersthelfer oder Einsatzkräften beizustehen. Zu den Aufgaben gehört es auch, Angehörige aufzusuchen, um eine Todesnachricht zu überbringen.

20 bis 30 Mal im Jahr wird die Notfallseelsorge gerufen. Die 20 Aktiven teilen sich jeweils einwöchige Bereitschaftsdienste, „wir stehen in dieser Zeit rund um die Uhr zur Verfügung“, sagt Bollmann. Klar, dass es besonders schwierig wird, wenn auch Kinder im Haus sind. „Wir beziehen die Kleinen mit ein“, so der Lilienthaler Pastor. Und dann ist es gut, wenn man etwas in der Hand hat, das gleich Sympathie ausstrahlt. Ein Terddybär mit seinen großen Knopfaugen kommt bei Kleinkindern und bei schon Zwölfjährigen gut an.

Trost-Teddy im Notfall-Rucksack

Das weiß Lars Schmitz-Eggen aus eigener Erfahrung, er unterstützt die Notfallseelsorger als ehrenamtlicher Helfer. Zusammen mit seiner Ehefrau Britta Grotheer-Schmitz, die sich in St. Marien in Osterholz-Scharmbeck in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert, hat er eine Spende zur Anschaffung von 50 sogenannten „Tröstebären“ geleistet. „Davon haben meine Mitstreiter und ich dann immer einen im Rucksack“, so Schmitz-Eggen.

Die seelsorgerische Betreuung von Kindern ist besonders schwer. Ohne viel Worte kann der Tröstebär eine Tür zum Gespräch aufstoßen helfen. Franz Andratzke von der Deutschen Teddy Stiftung hatte selbst ein solches Erlebnis. Als er Polizeichef in Wittmund war, stand er vor der Aufgabe, ein Kind zu trösten, seine Frau gab ihm ein Stofftier der gemeinsamen Tochter mit, „das war mein erstes Tröstetier“, so Andratzke und es brachte den gewünschten Effekt.

Schon über 260.000 Teddys verteilt

Später hat Andratzke die Stiftung gegründet und in knapp 20 Jahren schon über 260.000 solcher Teddybären an Institutionen vermittelt. Die Plüschtiere tragen eine beigefarbene Schleife mit der Aufschrift „Good Bears of the World“, „wir haben darauf geachtet, dass die Teddybären keine Schadstoffe enthalten, keine Allergien auslösen und waschmaschinenfest sind“, sagt Andratzke. Hergestellt werden die Stofftiere in Asien, „aber wir garantieren, dass sie nicht in Kinderarbeit oder unter Lohndumping hergestellt werden“, ergänzt der pensionierte Polizeibeamte.

Hans Joachim Bollmann sucht übrigens noch Mitstreiter für die Notfallseelsorge, im kommenden Jahr gibt es einen neuen Kursus zur Qualifikation. Wer Interesse hat, kann sich bei ihm unter Telefon 04298/3575 oder per Mail an Hans-Juergen.Bollmann@evlka.de melden.

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