Freiburger Spieler diskutieren mit dem Schiedsrichter. Freiburgs Marco Terraino deutet auf die Video-Wand. Dort war die Fehlentscheidung der Schiedsrichter zu Werders Gunsten klar zu erkennen, durfte von den Schiedsrichtern aber nicht berücksichtigt werden. Foto: Nordphoto
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Kurioser Werder-Treffer heizt Video-Diskussion an

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Spätestens bei der Wiederholung auf der Video-Wand hatten die Zuschauer im Stadion gesehen, dass Werders 3:1 ein strafbares Abseits voraus gegangen war. Die Diskussion um den Video-Beweis ist um ein Kapitel reicher.

Man hätte so viele Geschichten erzählen können über dieses 3:2 von Werder im DFB-Pokal gegen Freiburg. Zum Beispiel über Jérôme Gondorf, der etwas überraschend in der Startelf stand und mit zwei Vorlagen großen Anteil am Erfolg der Bremer hatte. Oder über Isak Belfodil der schon als Fehleinkauf abgestempelt war und nun in zwei Spielen gezeigt hat, wie wertvoll er für Werder werden kann. Natürlich auch über den überragenden Philipp Bargfrede und über Taktik-Fuchs Florian Kohfeldt und die Kurzzeit-Raute im Bremer Mittelfeld.

Stattdessen drehten sich die Diskussionen in den Katakomben des Weser-Stadions nach dem Abpfiff insbesondere um die eine Situation und die eine Entscheidung des Schiedsrichtergespanns, die zum zwischenzeitlichen 3:1 für Werder geführt hatte. Dabei waren sich die Beteiligten hinterher eigentlich ziemlich einig in der Bewertung der Szene. Werder hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn das Tor nicht anerkannt worden wäre, weil der im Abseits stehende Gondorf Freiburgs Verteidiger Robin entscheidend daran hinderte, den Torschützen Bargfrede an seinem Schuss zu hindern.

Gondorf zeigt Mitleid

„Wenn es Abseits war, war es Abseits“, wollte Jérome Gondorf nicht lange lamentieren. „Tut mir Leid für die Freiburger, aber für uns war es ganz gut“, gab er zu. Es sei wohl nicht ganz clever gewesen, die Szene nochmal auf der Video-Wand zu zeigen. Eines war ihm sehr wichtig: „Wir gehen als verdienter Sieger vom Platz.“

Seine eigene Leistung wollte der vielseitige Mittelfeldspieler nicht bewerten. „Ich kann das zwar am besten einschätzen, aber das tue ich nicht kund“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln in die Diktiergeräte der Reporter.

Selbst Freiburgs Trainer Christian Streich, der nach dem 3:1 wie Rumpelstilzchen an der Seitenlinie herumgesprungen war und nach dem Abpfiff auf den Platz stürmte, um den Schiedsrichtern die Meinung zu geigen, erkannte Werders Sieg als verdient an. Dennoch: „Die Entscheidung war der Wahnsinn“, machte er seinem Unmut Luft.

Streich: „Schiri ist eingeknickt“

Er warf Schiedsrichter Guido Winkmann vor, angesichts zahlreicher Pfiffe von der Tribüne eingeknickt zu sein. Die Frage nach der fehlenden Video-Unterstützung beantwortete Streich im gleichen Atemzug: „Dafür braucht man keinen Video-Beweis“, ätzte er.

„Ich hätte mich auch aufgeregt“, zeigte Werder-Trainer Florian Kohfeldt Verständnis für die Reaktion seines Kollegen. Wenige Minuten vor der strittigen Szene hatte er vehement auf den vierten Offiziellen eingeredet. Grund war offenbar die recht einseitige Bewertung von Zweikämpfen des erneut enorm einsatz- und spielfreudigen Ishak Belfodil, dem fast jedes Duell mit Körperkontakt abgepfiffen worden war.

 

 

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