Viele prominente Besucher aus Politik und Gesellschaft trafen sich beim traditionellen Neujahrsempfang im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen. Foto: Bollmann
Nachbarschaftshaus

Bogedan beim Gröpelinger Neujahr

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Bildungssenatorin Claudia Bogedan war in diesem Jahr der Ehrengast beim Gröpelinger Neujahrsempfang. In ihrer Rede freute sie sich darüber, dass in Gröpelingen zuletzt die meisten Betreuungsplätze geschaffen wurden.

Der Neujahrsempfang im kurz na‘ genannten Nachbarschaftshaus „Helene Kaisen“ (Beim Ohlenhof 10) hat eine lange Tradition und ist längst zu einer festen Einrichtung im gesellschaftlichen Leben des Stadtteils geworden. 

Der Gröpelinger Neujahrsempfang hat Tradition

Seit über 30 Jahren treffen sich Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Institutionen am zweiten Sonntag des Jahres, um sich mit alten und neuen Kontakten im Stadtteil über das vergangene Jahr und Vorhaben des neuen Jahres auszutauschen. Und so ging es auch am vergangenen Sonntag um die kleine und große Politik, um die Sorgen und Nöte der Menschen sowie um Kinder und Schüler. Schließlich war die Kinder- und Bildungssenatorin Claudia Bogedan der Ehrengast.

In seiner Eröffnungsrede wagte Peter Sakuth, Vorsitzender des Vereins Nachbarschaftshaus, zunächst den Schritt in die Weltpolitik und nach Amerika, wo Trump seit einem Jahr regiere. „Präsidiale Eigenschaften hat er nicht, da kann man mit der Lupe suchen“, zeigte er sich besorgt. Das na‘ setze mit seinem Einfallsreichtum und Verlässlichkeit da schon eher einen Kontrapunkt, bemerkte Sakuth. Das zeige sich auch in den steigenden Besucherzahlen des Hauses wieder.

Allerdings: „Wir haben auch den Eindruck, dass uns hin und wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen werden“, sagte Sakuth mit Blick auf die noch immer fehlende Baugenehmigung für den neuen Bewegungskindergarten auf dem Gelände von Tura. Eigentlich sollten dort schon bald 100 Kinder betreut werden, wegen einer dort heimischen Krötenart verzögert sich der Baubeginn allerdings weiter. Als Übergangslösung wurde deshalb bereits eine Mobilbau-Dependance der na‘kita in Walle eröffnet. Auch im Hinblick auf die wohl erst 2023 fertiggestellte neue Feuerwache warnte er daher vor einer „Totalbürokratisierung“.

Motorik und Bewegung sind für Kinder sehr wichtig

Bogedan stimmte Sakuth zwar zu, dass Bewegung und Motorik für die Entwicklung von Kindern ebenso wichtig sei wie Lesen, Rechnen und Schreiben, Bürokratisierung oder eine schlechte Zusammenarbeit der Ressorts mochte sie aber nicht erkennen. Immerhin sei es gelungen inerhalb von acht Monaten an 27 Standorten Mobilbaukitas zu errichten.

Ebenso wie Sakuth hofft auch Bogedan, dass nach der Neuordnung des Länderfinanzausgleichs 2020 mehr Mittel in die Stadtteile, die Kinderbetreuung und die Schulen fließe: „Meine Bestellliste ist lang.“ Schließlich sei Bremen eine wachsende Stadt mit immer mehr Kindern in allen Altersgruppen. „70 Kinder müssen noch immer jeden Monat in die Schule integriert werden. Das sind drei Klassenverbände – und eine große Herausforderung.“

„Mein Vorsatz für das Jahr ist es, denn gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken“, sagte die Senatorin. Und dazu gehört für sie auch, „dass alle Kinder die gleiche faire Chance auf ein gesundes und gutes Leben haben.“ Deswegen brauche man die schönsten Bildungseinrichtungen auch dort, wo die Eltern nicht immer so für ihre Kinder da sein könnten. Deswegen seien ganz bewusst mehr Mittel in Stadtteile wie Gröpelingen oder Osterholz-Tenever geflossen und nicht nach Schwachhausen oder in die Östliche Vorstadt.

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1 Antwort

  1. nizo800 sagt:

    Schönrederei, Ausreden, Verdrängen der Bildungsmisere und Abwehr von Kritik – das kennzeichnet die Politik von unserer Bildungssenatorin Claudia Bogedan. Ich vermisse jeden Ansatz zu einer selbstkritischen Haltung. Darum sei ihr geraten und ins Stammbuch geschrieben, was Wilhelm Busch „Kritik des Herzens“ nannte:
    Die Selbstkritik hat viel für sich.
    Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
    So hab‘ ich erstens den Gewinn,
    Daß ich so hübsch bescheiden bin;
    Zum zweiten denken sich die Leut,
    Der Mann/ die Frau ist lauter Redlichkeit;
    Auch schnapp‘ ich drittens diesen Bissen
    Vorweg den andern Kritiküssen;
    Und viertens hoff‘ ich außerdem
    Auf Widerspruch, der mir genehm.
    So kommt es denn ganz zuletzt heraus,
    Daß ich ein ganz famoses Haus.
    Claudia Bogedan mag darauf verzichten wollen, ein „famoses Haus“ zu werden. Aber mit ihrer jetzigen Haltung wird sie auch nicht politisch erfolgreich sein. Sofern sie das überhaupt noch sein will. Ich jedenfalls bezweifele das.
    Martin Korol, Bremen

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