Creamlovers Eisdielen-Chefin Esra Kopar freut sich auch jetzt schon auf Besucher, die ihre neuen Sorten wie „Tahiti Lemon mit Basilikum“ und „Mamas Teigschlüssel“ probieren wollen. Foto: Schlie
Eisdielen

Auch im Winter sind die Bremer heiß auf Eis

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In den kältesten Tagen des Jahres kommen viele Cafébetreiber aus der Winterpause zurück. Und mit ihnen das Eis. Auch dieses Jahr haben die Gastronomen neben den Klassikern wieder viele spektakuläre Eissorten zu bieten.

Es sind die bisher kältesten Tage des Jahres. Passanten stapfen bei Minusgraden dick vermummt durch die Stadt. In genau diesem Outfit sitzen sie auch bei Creamlovers in der Sögestraße und essen – Eis!

„Die süße Spezialität hat immer Saison“, sagt Juniorchefin Esra Kopar, während sie selbst an einer Kugel Mango-Sorbet schleckt. Sie achte ja schließlich auf die Figur. Eine beinahe langweile Wahl, schließlich haben die Gastronomen viel Spektakuläreres in den Kühltruhen. Dazu gehören Sorten wie „Tahiti Lemon mit Basilikum“ und „Mamas Teigschüssel“.

„Unser Pistazieneis ist sogar preisgekrönt“, berichtet die junge Frau stolz. Wie viele Liter täglich verkauft werden, kann sie nicht sagen. Aber das Geschäft lohne sich auch, wenn es draußen eisig ist. Deshalb hat Creamlovers das ganze Jahr über geöffnet.

Betreiber wecken Eisdielen aus dem Winterschlaf

Andernorts wecken die Betreiber ihre Eisdielen in diesen Tagen aus dem Winterschlaf. Marco Ferrari (Eiscafé Ferrari, Vor dem Steintor) tat das vergangene Woche, im Eiscafé an der Schnoortreppe und an der Ecke Tiefer/Balgebrückstraße herrscht schon seit rund zehn Tagen Betrieb und im Eislabor (Am Schwarzen Meer) tüfteln Skrecki Birac und sein Bruder ebenfalls an neuen Kreationen. Kommende Woche wollen sie wieder durchstarten. „Die Saison beginnt tatsächlich eher als in der Vergangenheit“, sagt Ferrari.

Früher war der Auftakt oft zur Osterzeit und Ende im Spätherbst. „Heutzutage gibt es hingegen immer mehr Kollegen, die gar nicht mehr dicht machen. Gerade in der Innenstadt kann man die Mieten ja nicht aus dem Ersparten bezahlen“, fügt der Urenkel der „Eisdynastie“ Chiamulera hinzu.

Seine Familie ist seit 110 Jahren im Geschäft. Und das läuft anhaltend gut. „Eis geht immer und verbindet jung und alt. Jeder mag es irgendwie“, nennt Esra Kopar den Grund.

Hausgemachtes Eis hält nur drei Tage

Während der Durchschnittsdeutsche rund acht Kilo Industrieeis verzehrt, gibt es keine konkreten Angaben zum Konsum von hausgemachtem. „Die kleinen Betriebe können dazu keine Angaben machen. Sie produzieren mit frischen Zutaten. Ihr Eis hält höchstens zwei bis drei Tage, dann muss es weg. Industrieeis hingegen kann bis zu zwei Jahren lagern“, erklärt Dr. Annalisa Carnio, Sprecherin von Uniteis, der Union von italienischen Speiseeisherstellern.

Sie ergänzt: „Es gibt noch einen gravierenden Unterschied. Handwerklich hergestelltes Eis wird in Kilo bemessen. Industrielles in Litern. Bei letztgenanntem entspricht ein Liter aber nur einem Pfund, weil es viel Luft enthält.“ Folglich dürfe man sich nicht über den Preisunterschied wundern.

Getrockneter Fisch als Zutat

Eine Kugel wiegt ihren Angaben zufolge meist zwischen 80 und 120 Gramm. Der Energiegehalt kann jedoch unterschiedlicher nicht sein. „Das variiert zwischen 100 Kalorien und 500 Kalorien pro Hundert Gramm“, sagt Regina Aschmann, zuständig für Lebensmittel und Ernährung bei der Bremer Verbraucherzentrale.

Sorbets gehören zu der kalorienarmen Kategorie, während vier Kugeln Schokolade und Nusseis schon den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken können.

Dennoch gehören die beiden Klassiker neben Vanille Joghurt und Mango laut Annalia Carnio nach wie vor zu den Top-Ten der beliebtesten Varianten. „Anders als in Japan, wo gerne mal getrockneter Fisch in die Eismasse kommt, sind wir Deutschen und Italiener da ein bisschen konservativer“, berichtet sie schmunzelnd.

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