Eltern und Kinder, Rad- und Rollerfahrer, Fußgänger und Autos: Vor der Grundschule am Baumschulenweg kommt zu Bring- und Abholzeiten ganz schön was zusammen. Fotos: pv
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Halten, wenden – Chaos in Schwachhausen

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Eltern, die ihre Kinder bringen und holen, Vereinsmitglieder, die zum Sport fahren - dazu eine enge Straße: das Verkehrschaos an der Grundschule Baumschulenweg gefährdet die Schulkinder. Damit soll nun Schluss sein.

Ein Schulkind mit Ranzen läuft schnell über die Straße, bevor von vorne ein rotes, von hinten zwei schwarze Autos anrollen. Die Pkw fahren aneinander vorbei, obwohl die Straße an dieser Stelle sehr eng ist, und weichen dafür zur Seite aus.

Ein Junge mit Roller, einige Radler und bummelnde Kinder queren die Fahrbahn, bevor schon der nächste Wagen kommt – es ist eine sehr wuselige Alltagsszene an der Grundschule am Baumschulenweg, die Konrektorin Uta Christann gefilmt hat, um sie den Mitgliedern des Schwachhauser Verkehrsausschusses vorzuspielen.

Eine Gefahr für die Kinder 

Die Grundschule hat ein Verkehrsproblem – und das seit Jahren. Wenn die Eltern ihre Kinder bringen und abholen, bricht regelmäßig Chaos aus. „Es ist unübersichtlich“, erklärt Christann. „Hier will einer wenden, da kommen sich zwei Autos entgegen, und an der Hochpflasterung hält gerade jemand, um sein Kind rauszulassen.“

Durch das rege Treiben sei manch ein Fahrer abgelenkt – eine Gefahr für die Kinder. Verschärft wird die Lage am Baumschulenweg, weil der Verein Bremen 1860 in derselben Straße liegt – und zusätzlichen Verkehr von Vereinsmitgliedern mit sich bringt. „Um 16 Uhr ist die Lage deshalb am schlimmsten“, so Elternsprecherin Antje Wittenberg-Italiano.

Viel versucht, nicht alles fruchtet

Um die Situation zu verbessern, hat die Schule einiges versucht. Gelbe Fußabdrücke und rote Streifen auf dem Boden machen den Kindern klar, wo sie die Straße überqueren sollen. Die Hochpflasterung vor der Schule soll den Verkehr abbremsen. Und immer wieder werden die Eltern ermutigt, ihre Kinder zumindest einen Teil des Schulwegs allein laufen zu lassen.

Doch nicht alle Maßnahmen fruchten: Die Hochpflasterung wird von vielen stattdessen genutzt, um den Nachwuchs abzusetzen und zu verabschieden – obwohl das Halten an dieser Stelle verboten ist.

Und die sogenannten Schulexpress-Stationen rund um die Schule animieren Eltern zwar morgens dazu, die Kinder weiter von der Schule entfernt abzusetzen. Aber da es rundum keine ausreichenden Parkplätze zum Warten gibt, sind die Stationen zum Abholen kaum geeignet.

Vorschläge aus der Politik

Die Schule will deshalb grundsätzlich etwas ändern. Dem Verkehrsausschuss schlugen Christann und Wittenberg-Italiano vor, den Baumschulenweg in eine Einbahnstraße umzuwandeln. „Die Lage wäre dann nicht mehr so unübersichtlich“, wirbt die Elternsprecherin. Doch der Beiratsausschuss blieb skeptisch. „Die Verkehrsführung zu ändern dauert sehr lange und gibt immer Ärger“, gab Stefan Pastoor (SPD) zu bedenken.

Stattdessen bewies der Ausschuss Schwarmintelligenz beim Suchen nach einer Alternative. Oliver Piepho (FDP) entwickelte spontan die Idee, die Straße vor dem Schul­eingang weiter zu verengen – so könnte dort nur ein Auto gleichzeitig vorbei fahren. Und ein Bürger schlug vor, durch ein Rechtsabbiegeschild auf dem Parkplatz von Bremen 1860 den Verkehr im Baumschulenweg zu reduzieren.

Die Lösung ist keine Einbahnstraße 

Der Beirat will diese Ideen nun von Polizei und Amt für Straßen und Verkehr auf Machbarkeit prüfen lassen. Die Bitte auf Kostenschätzung soll gleich mit der Zusage verbunden werden, eventuelle Umbaukosten aus dem Stadtteilbudget zu zahlen. „Die Bearbeitung geht dann schneller“, weiß Ortsamtsleiterin Karin Mathes.

Die gewünschte Einbahnstraße kommt wohl nicht. Konrektorin Christann freute sich trotzdem: „Vielen Dank, dass Sie sich der Sache angenommen haben – und, dass Sie so tolle Ideen entwickelt haben.“

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