Herta Hoffmann und Friedrich Hübner enthüllten gestern im Rathaus die Reproduktion einer jahrhunderte alten Zeichnung des Schlosses Delmenhorst. Foto: Konczak Herta Hoffmann und Friedrich Hübner enthüllten gestern im Rathaus die Reproduktion einer jahrhunderte alten Zeichnung des Schlosses Delmenhorst. Foto: Konczak
Schloss Delmenhorst

Kleine Kostbarkeit schmückt Rathausflur

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Das Schloss Delmenhorst ist Dienstag ins Rathaus eingezogen – wenn auch nur als Reproduktion eines kolorierten Architekturentwurfs aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Bei der bislang unbekannten Ansicht des Schlosses Delmenhorst handelt es sich um einen kolorierten Architekturentwurfs vom ehemaligen Kapellen- und Zeughausflügels des Schlosses aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Das Blatt hängt im zweiten Stockwerk neben dem Aufzug – mit Blick auf die Burginsel. Ein weiteres Exemplar schmückt den Eingangsbereich des Stadtmuseums.

Zufallsfund im Landesarchiv

Zusätzlich zu den Schlossmodellen im Museum und im Eingangsbereich zur Graft sowie den bekannten Stichen mit Schlossansichten veranschaulicht diese kolorierte Zeichnung die ursprünglich geplante und auch weitgehend realisierte Pracht des Schlosses Delmenhorst, das vor 300 Jahren abgerissen wurde.

Viele Jahre schlummerte die Zeichnung im Niedersächsischen Landesarchiv Wolfenbüttel in Bauakten zum Delmenhorster Schloss. Auf diese Dokumente stieß Herta Hoffmann, stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Delmenhorst und ehemalige Geschichtslehrerin am Max-Planck-Gymnasium, im Rahmen ihrer Forschungen zur Geschichte der Gräfin Sibylla Elisabeth von Oldenburg und Delmenhorst.

Spannende Schlossgeschichte

Besagte Gräfin war die Schwester von August dem Jüngeren, Herzog von Braunschweig-Lübeburg. Dieser übernahm nach ihrem Tod im Jahr 1630 für drei Jahre die Regentschaft für seinen noch minderjährigen Neffen Christian IX. Einer seiner ersten Pläne für das Schloss war der Bau eines repräsentativen Fürsten-Pferdestalls mit Appartements im Schlosshof. Der Hausvogt hatte Bedenken gegen dieses überdimensionale Bauwerk und legte seinem Gutachten voraussichtlich die besagte Zeichnung bei, um zu verdeutlichen, dass der Bau die Schauseite des Schlosses verdecken würde.

Der Heimatverein Delmenhorst hat zum Bilderfund einen informativen Flyer herausgebracht. Dieser wird im Rathaus, in der Stadtbücherei und im Museum auf der Nordwolle ausliegen. Auch eine Postkarte mit der Zeichnung soll es geben.

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