Florian Kohfeldt bei einer Pressekonferenz Werder-Trainer Florian Kohfeldt hat es geschafft, Werders Spielweise an die Fähigkeiten seiner Spieler anzupassen. Foto: Nordphoto
Situationsanalyse

Warum Werder plötzlich alles zuzutrauen ist

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Nach zwei Bundesliga-Siegen in Folge keimen Hoffnungen auf eine Wiederholung der Werder-Super-Serie aus der vergangenen Rückrunde. Was vor einigen Wochen noch als unmöglich galt, scheint plötzlich möglich.

Werder ist auf dem richtigen Weg. Das hatte sich schon länger angedeutet. Doch mit den beiden Siegen über Schalke und Wolfsburg ist das Kohfeldt-Team auch endlich in der Tabelle ein Stück voran gekommen.

Doch noch ist das Ende des Weges nicht in Sicht. Das nächste Etappenziel heißt Freiburg. Mit einem Sieg im Breisgau könnte Werder am kommenden Sonnabend (Anpfiff: 15.30 Uhr) nicht nur einen direkten Konkurrenten in der Tabelle überflügeln, mit etwas Glück wäre sogar ein Sprung bis auf Tabellenplatz zwölf drin. Schließlich stehen Stuttgart (in Augsburg) und Wolfsburg (gegen Bayern) nicht gerade vor leichten Aufgaben.

Noch 17 Punkte bis zur magischen 40

„Wir brauchen noch 17 Punkte“, rechnete Frank Baumann am Sonntagabend in der Mixed-Zone vor. Ein weiter Weg, gewiss. Verständlich deshalb, dass sowohl Baumann als auch Trainer Florian Kohfeldt vor Selbstzufriedenheit warnten. „Wir dürfen keinen Zentimeter nachlassen“, forderte Baumann. „In der Bundesliga ist jedes Spiel hart umkämpft.“

Doch in der aktuellen Form darf man den Grün-Weißen einen ähnlichen Erfolgskurs zutrauen wie vor Jahresfrist. Das Team hat den Ausfall von Fin Bartels erstaunlich gut kompensieren können, obwohl der als Bartels-Ersatz geholte Winterzugang Milot Rashica noch Zeit braucht, um ins Team zu finden.

Team ist schwerer auszurechnen

Mit Florian Kainz, Ishak Belfodil, Aron Johannsson verfügt Kohfeldt über Spielertypen, welche die Rolle auf der Außenbahn ganz unterschiedlich interpretieren. Das macht die Mannschaft schwerer auszurechnen.

Was für die Bartels-Position gilt, trifft auch auf andere Planstellen zu. In den vergangenen Wochen war Kohfeldt in der Situation, auch Stammspielern mal eine Pause gönnen zu können oder vielmehr zu müssen.

Qualität in der Hinterhand

Vorbei die Zeit, als sich der Kern der Mannschaft mangels Alternativen von selber aufstellte und der Trainer vor der Aufgabe stand, wie er welches Loch am besten stopfen kann. Vorteil: Werder kann nicht nur Ausfälle besser kompensieren, sondern hat noch Qualität in der Hinterhand.

Das hängt zum Teil, aber eben nicht nur damit zusammen, dass Werder – abgesehen vom langwierigen Bartels-Ausfall- von größeren Verletzungen bei Stammkräften verschont geblieben ist. Der andere Teil der Wahrheit ist, dass Kohfeldt und sein Team es geschafft haben, den Stamm zu erweitern.

Für jeden Spieler eine Rolle gefunden

Akteure wie Aron Johannsson und Jérôme Gondorf spielen plötzlich eine Rolle. Noch wichtiger: Das Trainer-Team hat für jeden Spieler eine Aufgabe gefunden, die seinen Fähigkeiten entspricht.

Werders Grundordnung und -ausrichtung orientieren sich in erster Linie an den eigenen Qualitäten. Während Alexander Nouri nach den Spielern suchte, die eine von ihm vorgegebene Rolle am besten ausfüllen konnten, fand Kohfeldt ein System, in dem die individuellen Stärken seiner Schützlinge am besten zur Geltung kommen.

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