Mit Transparenten protestieren die Anwohner des Heimatviertels bereits seit Längerem gegen die Pläne für einen Durchstich zwischen Hafen- und Nordstraße.Foto: Bollmann
Waller Wied

Viele Fragen zum Durchstich

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Mit einer Großen Anfrage an die Bürgerschaft will die Linksfraktion klären lassen, wie stark die Bewohner des Waller Wied durch die Durchstich genannte Verbindung zwischen Hafen- und Nordstraße belastet werden würden.

In ihrer Anfrage bezweifeln Claudia Bernhard und Kristina Vogt aus der Linksfraktion zugleich, ob der Durchstich überhaupt zu einer Entlastung der Verkehrssituation beitragen könne.

Mit dem Maßnahme S8 genannten Durchstich sollen künftig Lkw über die Hafenstraße direkt am auch Heimatviertel genannten Waller Wied vorbeigeleitet werden,, um so die Konsul-Schmidt-Straße zu entlasten. Zugleich soll das einzig historische gewachsene Wohnquartier in der Überseestadt durch eine Lärmschutzwand zur Hafenstraße abgeschirmt werden.

Die Anwohner fragen sich, was der Durchstich bringen soll

Auf ihrer Homepage heimatviertel.de fragen sich die Anwohner allerdings in aller Deutlichkeit, wie diese neue, in unmittelbarer Nähe zur Kreuzung Elisabethstraße gelegene, neue Kreuzung die Verkehrssituation in Walle und der Überseestadt verbessern soll. Das fragen sich auch die Vertreter der Linksfraktion, zumal die Auswirkungen auf die ohnehin schon marode Hafenrandstraße im Integrierten Verkehrskonzept Überseestadt (IVK) noch nicht einmal geprüft seien.

Auch der Fachausschuss des Waller Beirates lehnt daher den Durchstich ab und plädiert dafür, die Lkw-Verkehre auch weiterhin nur über die Emder Straße und das Hansator in die Überseestadt zu leiten. Das wollen natürlich auch die Anwohner, die befürchten, dass ihr Heimatviertel ansonsten zu einer „bewohnten Verkehrsinsel“ gemacht werde.

Der Durchstich könnte die Abgasbelastung erhöhen

Die Linksfraktion will mit ihrer Anfrage zudem mehr Klarheit bekommen, wie hoch die zusätzliche Lärm- und Abgasbelastung für das Waller Wied im Falle des Durchstichs durch die Waller Welle wäre. Zudem Fragen die Parlamentarier auch welche Entlastung die geplante Maßnahme überhaupt für das Hansator bringen soll, wenn der Verkehr nur auf einem anderen Weg dahin gelangt.
Weitere Fragen der Linksfraktion:

Mit welchen Argumenten ist die Maßnahme S8 als wesentliche Kernmaßnahme festgestellt worden, die sie gegenüber anderen Lösungsvorschlägen auszeichnet?

Warum wurde der im Verkehrsentwicklungsplan 2025 vorgesehene Umbau der Westzufahrt der Stephanibrücke noch nicht umgesetzt?

Warum wurde die Schaffung der zweiten Zufahrt zum Großmarkt über die Eduard-Suling-Straße noch nicht umgesetzt?

Warum wird die verbesserte Ableitung der Verkehre in der Überseestadt durch eine Ertüchtigung der Emder Straße nicht verfolgt?

Auf die Beantwortung der Fragen warten nun nicht nur die Parlamentarier, sondern auch die Anwohner des Waller Wied. Christoph Höhl aus der Linksfraktion rechnet damit, dass die Antworten bis Anfang März vorliegen.

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