Innensenator Ulrich Mäurer soll bei der Personalversammlung der Stadtamts-Mitarbeiter endlich für Klarheit sorgen, fordert die Gewerkschaft. Foto: WR Bremens Innensenator Mäurer sieht eine Diskrepanz zwischen objektiver und subjektiver Sicherheitslage. Foto: WR
Straftaten

Kriminalstatistik: Bremen ist sicherer geworden

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Insgesamt weniger Delikte, aber jeden Tag fast vier Wohnungseinbrüche - dies zeigt die Kriminalstatistik, die am Freitag für Bremen vorgestellt wurde. Innensenator Mäurer kündigte zudem konsequente Abschiebungen an.

Bremen wird sicherer, aber die Bürger merken es kaum. „Das subjektive Sicherheitsgefühl wurde durch die objektive Sicherheitslage nicht so positiv beeinflusst“, bilanziert Innensenator Ulrich Mäurer.

Genau 68.343 Delikte zählte die Polizei 2017 in der Hansestadt, rund 10.000 weniger als im Jahr zuvor und rund 24.000 weniger als vor 25 Jahren. „Aber“, sagt der Senator, „es bleiben genügend Herausforderungen“.

In der Tat: Jeden Tag werden in Bremen mindestens drei Wohnungen aufgebrochen, nur 6,6 Prozent dieser Fälle kann die Polizei lösen. Zum Vergleich: In München werden 14 Prozent aller Einbrüche aufgeklärt. „Die Täterszene ist international vernetzt“, sagt Polizeipräsident Lutz Müller.

Mehr Gewalt gegen Polizisten und ältere Menschen

Insgesamt werden in Bremen rund 47 Prozent aller Vergehen aufgeklärt. Die Quote hat sich seit 2015 nicht verändert. In zwei Bereichen stieg die Zahl der Fälle außergewöhnlich stark an. Die Gewalt gegen Polizisten nimmt zu und die Straftaten gegen ältere Menschen.

402 Anzeigen stellten die Beamten, weil sie in Einsätzen angegriffen wurden, 2016 waren es 329 Anzeigen. In rund 1500 Fällen versuchten Täter im vergangenen Jahr, ältere Menschen zu betrügen oder zu bestehlen, fast doppelt so häufig wie 2016. Rund 73 Prozent der Versuche scheiterten allerdings.

Für Mäurer nur ein kleiner Trost. Denn offensichtlich sei Bremen ein Hotspot von Betrügern. Oft agierten die Drahtzieher aus dem Ausland, hätten aber einen früheren Bezug zu Bremen.

Mäurer: „Konsequent abschieben“ 

Deutlich gesunken ist die Zahl der Tatverdächtigen zwischen 14 und 21 Jahren. Auf je 100.000 Einwohner kamen im vergangenen Jahr 6.763 deutsche Tatverdächtige in diesem Alter, 454 weniger als 2016. Die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen in dieser Altersgruppe fiel sogar um rund 5.500 auf 17.707.

Da aber der Anteil der ausländischen Mehrfach- und Intensivtäter im Verhältnis zu den deutschen sehr hoch sei, werde Bremen „konsequent“ abschieben, kündigte der Innensenator an. In den vergangenen Monaten seien zehn junge Intensivländer in ihre Heimatländer zurückgebracht worden.

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